02.10.2026
Wasserstoff - Leistungssteigernder Gasbestandteil für ausgewählte Schweißprozesse und den Wurzelschutz
Wasserstoff von Messer Austria GmbH kommt in der Metallverarbeitung vor allem als Bestandteil abgestimmter Schutz- und Formiergase zum Einsatz. Seine reduzierende Wirkung kann Oxidation und Anlauffarben mindern. Beim WIG-Schweißen geeigneter Werkstoffe unterstützt Wasserstoff zudem einen konzentrierten Lichtbogen, höhere Schweißgeschwindigkeiten und einen tieferen Einbrand.
Beim Schweißen wird Wasserstoff in der Regel nicht als reines Schutzgas, sondern gezielt als Bestandteil von Gasgemischen eingesetzt. Je nach Verfahren kombiniert Messer Wasserstoff mit Argon oder Stickstoff. Die Zusammensetzung muss zum Werkstoff, zum Schweißverfahren und zur konkreten Anwendung passen.
Beim WIG-Schweißen kann ein Wasserstoffzusatz den Lichtbogendruck erhöhen und den Wärmeeintrag in den Werkstoff intensivieren. Dadurch sind bei geeigneten Werkstoffen ein tieferer Einbrand und höhere Schweißgeschwindigkeiten möglich. Die kürzere Bearbeitungszeit kann zugleich die Wärmeeinbringung in das gesamte Bauteil und damit den Verzug reduzieren.
Ein Beispiel dafür ist ein Dreikomponentenschutzgas der Inoxline-Produktfamilie von Messer Austria GmbH. Laut Produktseite enthält dieses Gasgemisch neben Argon drei Prozent Helium und 1,5 Prozent Wasserstoff. Es wurde für das WIG-Schweißen austenitischer, ferritischer und martensitischer Cr/Ni-Stähle entwickelt. Messer Austria nennt dafür einen stabilen Lichtbogen, eine glatte Nahtoberfläche, weniger Anlauffarben und eine um rund 25 Prozent höhere Schweißgeschwindigkeit. Diese Werte beziehen sich auf das beschriebene Gasgemisch und lassen sich nicht pauschal auf jeden Schweißprozess übertragen.
Auch beim Formieren und beim Schutz der Nahtwurzel spielt Wasserstoff eine wichtige Rolle. In Verbindung mit Stickstoff oder Argon erzeugt er eine schützende Atmosphäre auf der Rückseite der Schweißnaht. Seine reduzierende Wirkung hilft, Metalloxide und Sauerstoff zu binden und damit unerwünschte Oxidation zu verringern. Das unterstützt saubere Nahtwurzeln und kann den Aufwand für die Nacharbeit senken.
Wasserstoffhaltige Schutzgase eignen sich jedoch nicht uneingeschränkt für alle Werkstoffe. Bei ferritischen Stählen und anderen gegenüber Wasserstoff empfindlichen Werkstoffen kann eingetragener Wasserstoff Risse begünstigen. Welches Gasgemisch geeignet ist, muss daher anhand des Werkstoffs, der Bauteilgeometrie, des Verfahrens und der geforderten Schweißnahtqualität geprüft werden. Dass Wasserstoff im Schweißgut Schäden auslösen kann, beschreibt Messer auch im Zusammenhang mit wasserstoffbedingten Rissen.
Messer Austria GmbH bietet gasförmigen Wasserstoff unter anderem in den Reinheitsgraden 5.0 und 6.0 an. Verfügbar sind Flaschen mit 10, 20 oder 50 Litern Fassungsvermögen sowie Flaschenbündel. Für konkrete Schweißanwendungen stehen außerdem abgestimmte Gasgemische wie Formiergas und wasserstoffhaltige Varianten der Inoxline-Produktfamilie bereit.
Wasserstoff ist hochentzündlich und kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Betriebe müssen deshalb geeignete Armaturen einsetzen, Zündquellen ausschließen, für ausreichende Belüftung sorgen und das aktuelle Sicherheitsdatenblatt beachten. Wasserstoffflaschen sind laut Messer Austria GmbH an der roten Flaschenschulter zu erkennen.