Die international tätige Keba Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/26 zurück. Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds konnte das Unternehmen seine stabile Entwicklung fortsetzen und zentrale Zukunftsthemen konsequent vorantreiben.
CFO Andreas Schoberleitner und CEO Christoph Knogler (v.l.) blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/26 mit rund 6 Prozent Wachstum zurück.
(Bild: GregorHartl.at)
Grundlage für das Wachstum ist die breite Aufstellung der Keba Gruppe in unterschiedlichen Märkten, Branchen und Regionen. Sie schafft Resilienz in einem Umfeld, das insbesondere in Europa von schwacher Konjunktur, zurückhaltenden Investitionsentscheidungen sowie geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten geprägt war. Gleichzeitig kamen positive Impulse aus den asiatischen Märkten und den USA. Christoph Knogler, CEO der Keba Group AG: „Keba hat erneut gezeigt, dass Breite, Technologiekompetenz und Kundennähe eine starke Basis für Stabilität und Wachstum sind.“
Ein strategischer Schwerpunkt lag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf dem Ausbau des Software- und Digitalgeschäfts. Mit Keba Digital hat die Unternehmensgruppe ein neues Zukunftsfeld auf den Weg gebracht: Industrial Intelligence, also den Einsatz von KI in wertschöpfenden industriellen Prozessen. Keba verbindet dabei jahrzehntelange Erfahrung in industrietauglicher Software mit der Expertise des integrierten KI-Unternehmens 7Lytix und der eigenen Anwendungserfahrung mit KI in operativen Prozessen. Damit erweitert Keba ihr Angebot um digitale Lösungen, Services und KI-basierte Anwendungen für bestehende und neue Branchen.
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Geschäftsjahr 2025/26 positiv abgeschlossen
Die Keba Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2025/26 (April 2025 bis März 2026) einen Gesamtumsatz von 544,4 Mio. Euro erzielt und damit um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Vor dem Hintergrund eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds unterstreiche diese Entwicklung die Stabilität und Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe.
Der internationale Geschäftsanteil blieb mit rund 89 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. In der EU ohne Österreich wurden rund 64 Prozent des Umsatzes erzielt, in Asien zirka 17 Prozent und im Rest der Welt rund 8 Prozent. Österreich trug gut 11 Prozent zum Gruppenumsatz bei. Damit bleibt die internationale Ausrichtung sowohl ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Keba Gruppe, als auch eine wichtige Grundlage für Kundennähe in den jeweiligen Zielmärkten.
Der Personalstand der Gruppe lag zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres bei rund 2.100 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente). Mehr als die Hälfte ist in Österreich beschäftigt, knapp 30 Prozent in Deutschland. Damit bilden Österreich und Deutschland weiterhin die größten Standortbereiche der Unternehmensgruppe. Aktuell bildet Keba in Österreich und Deutschland 74 Lehrlinge bzw. Auszubildende aus.
Für ein Technologieunternehmen wie Keba sind Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Innovationsfelder von zentraler Bedeutung – sowohl für den langfristigen Unternehmenserfolg als auch für die technologische Positionierung. Dementsprechend hat die Keba Gruppe auch im Geschäftsjahr 2025/26 erneut einen erheblichen Teil ihres Umsatzes in F&E investiert. Die Aufwendungen beliefen sich auf 91,8 Mio. Euro. Das entspricht einer F&E-Quote von rund 16,9 Prozent.
Drei starke Geschäftsfelder
Die drei Geschäftsfelder der Keba Gruppe – Industrial Automation, Handover Automation und Energy Automation – waren im Geschäftsjahr 2025/26 mit unterschiedlichen Marktdynamiken konfrontiert und konnten allesamt wichtige Impulse für die Entwicklung der Unternehmensgruppe setzen.
Das Geschäftsfeld Industrial Automation behauptete sich in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld. Während die Investitionsbereitschaft im europäischen Maschinen- und Anlagenbau verhalten blieb, zeigten sich internationale Märkte stabiler. Keba konnte dabei ihre Kompetenz als Automatisierungspartner für Maschinen- und Anlagenhersteller weiter ausspielen. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung zentraler Steuerungs- und Antriebsplattformen, digitale Werkzeuge und Lösungen. Auch Künstliche Intelligenz gewinnt in der industriellen Automatisierung weiter an Bedeutung. Keba arbeitet hier an Lösungen, die Maschinen und Anlagen dabei unterstützen, auch bei komplexen Anforderungen präzise, flexibel und effizient zu arbeiten.
Erfreulich entwickelte sich das Geschäftsfeld Keba Handover Automation. Wesentliche Impulse kamen hier aus den Segmenten Banking Automation und Logistics Automation. Im Bankenumfeld konnte Keba ihre Marktposition durch Neukundengewinnung und mit der neuen Generation an Cash-Recycling Systemen weiter stärken. In der Logistik bestätigte sich erneut der hohe Bedarf an automatisierten Übergabelösungen für effiziente und flexible Paketzustell- und Retourenprozesse. Auch hier brachte Keba im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Generation an Paketstationen, die erstmalig einen autarken Betrieb durch integrierte Photovoltaik und Akkutechnologie ermöglicht. Auch das Segment der KI-gestützten Assistenzlösungen wurde weiterentwickelt.
Das Geschäftsfeld Keba Energy Automation setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr wichtige Schritte zur weiteren Stärkung seiner Position in Energie- und Mobilitätsthemen. Im Bereich Elektromobilität wurde das Angebot an AC- und DC-Ladelösungen ausgebaut. Ein Meilenstein war dabei die im Juni 2026 auf der Messe Power2Drive präsentierte neue Generation an DC-Schnellladern, mit der Keba gezielt auf die Anforderungen professioneller Ladeinfrastruktur für PKW und LKW im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich eingeht. Im für die Energiewende ebenso wichtigen Heizungsmarkt, in dem Keba Steuerungspartner von Herstellern von Biomasseheizungen und Wärmepumpen ist, zeigte sich nach einem herausfordernden Vorjahr eine Stabilisierung. Dazu trugen normalisierte Lagerbestände sowie eine vorsichtige Erholung der europäischen Marktsituation bei.
Keba Digital: Softwareschmiede für industrielle KI
Ein weiterer wichtiger strategischer Meilenstein im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Gründung von Keba Digital. Die neue Einheit wurde im Geschäftsjahr 2025/26 vorbereitet, gegen Ende des Geschäftsjahres gegründet und der Öffentlichkeit im Juni 2026 offiziell vorgestellt. Damit bündelt die Keba Gruppe erstmals die Vermarktung hardwareunabhängiger digitaler Lösungen in einer eigenen Gesellschaft.
Keba Digital verbindet die fast 60-jährige Softwareerfahrung von Keba mit der KI-Expertise der 2025 integrierten 7Lytix GmbH. Entwickelt werden industrielle KI-Lösungen, die hardwareunabhängig in unterschiedlichen etablierten und neuen Marktsegmenten angeboten werden.
Software ist seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil nahezu aller Keba Produkte. Mit Keba Digital wird diese Expertise nun erstmals auch hardwareunabhängig in Form von KI-Dienstleistungen, digitalen Produkten sowie skalierbaren industrietauglichen und AI-nativen Plattformen angeboten. Anspruch der neuen Einheit ist es, sich mit echter, industriell einsetzbarer KI von anderen Softwareanbietern zu differenzieren. Keba Digital richtet sich dabei mit ihren Lösungen nicht nur an Anwendungen in der Produktion, sondern an das gesamte industrielle Ökosystem, zu dem auch das Gesundheits- und Finanzwesen gezählt wird.
Stand: 08.12.2025
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KI muss echte Wertschöpfung ermöglichen
Neben dem Aufbau von Keba Digital zeigt sich der KI-Schwerpunkt der Gruppe in konkreten Anwendungen. „Mit Keba Digital verbinden wir unsere industrielle Erfahrung mit moderner KI- und Softwarekompetenz. So entsteht Industrial Intelligence. Unser Anspruch ist nicht, Prototypen zu bauen, sondern KI dort einzusetzen, wo sie echte Wertschöpfung ermöglicht und Wettbewerbsfähigkeit stärkt – für uns selbst ebenso wie für unsere Partner“, so CEO Knogler.
Bereits 2023 stellte das Unternehmen ein erstes serienreifes KI-Modul für die industrielle Automation vor, das etwa bei Anwendungen rund um Computer Vision, Objekterkennung oder Roboterführung zum Einsatz kommt.
Keba geht davon aus, dass Automatisierung, Digitalisierung, Energie- und Mobilitätsthemen auch in den kommenden Jahren zentrale Wachstumstreiber bleiben. Kurzfristig bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll und regional unterschiedlich. Langfristig sieht Keba jedoch unverändert hohen Bedarf an Lösungen, die Prozesse effizienter, sicherer und intelligenter machen. Deshalb investiert die Gruppe weiter gezielt in Forschung und Entwicklung, Softwarekompetenz, KI und internationale Marktnähe.