Datendurchgängigkeit

Produktion von IT-Inseln befreit

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Werkzeugmanagement aus einem Guss

„Durch die Zentralisierung hat sich das Werkzeugmanagement bei uns signifikant verbessert; ab sofort werden Datendubletten vollständig vermieden“, so Mario Wallner vom SBPT-Engineering. Er verantwortet gemeinsam mit Reiter die Coscom-Einführung und den weiteren Rollout. „Vor der Coscom-Einführung haben unsere CNC-Programmierer auf Eigeninitiative Komplettwerkzeuge modelliert, ohne zu wissen, ob diese bereits im Lager zusammengebaut oder noch in Einzelteilen zerlegt verfügbar sind.“ Nun haben die Programmierer die Möglichkeit, über Tooldirector VM die Datenbank als „Single Source of Truth“ nach passenden Werkzeugen zu durchsuchen. Aktuell sind hier etwa 1.700 Komplettwerkzeuge organisiert.

„Das angelegte Werkzeug kann sowohl im Programmiersystem Esprit als auch in der Simulation Check-ItB4 zum Einsatz gebracht werden“, fügt Mario Wallner hinzu. In dieser Durchgängigkeit – über System- und Abteilungsgrenzen hinweg – war zuvor ein derartig effizienter Einsatz aufgrund der vielen lose gekoppelten oder gar isoliert administrierten Lösungen nicht möglich. „Die gesamte Werkzeugvorbereitung hat sich durch die Coscom ECO-Plattform beträchtlich verbessert“, bringt es Wallner auf den Punkt. Es ist nun eine widerspruchsfreie Bestandsübersicht von allen Betriebsmitteln möglich, zum Beispiel unterteilt in Standard- und Sonderwerkzeuge. Reiter fügt hinzu: „Im Coscom-System hat der Programmierer nun die Möglichkeit, von den Ideen der anderen Programmierer und deren Werkzeugzusammenbauten zu profitieren. Der entsprechende Kontext ist anhand der Spezifikationen im Arbeitsplan ersichtlich. Dies ermöglicht einen effizienten Know-how-Transfer.“

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SAP-System bidirektional angebunden

Die Vernetzung durch das Coscom ECO-System umfasst Anbindungen an das Lagersystem samt Werkzeugausgabeautomaten sowie Paternoster-Systemen, an die Zoller-Werkzeugvermessung, an die CAM-Systeme Esprit und Check-ItB4 sowie an die Siemens-Steuerungen der Bearbeitungszentren. Der IT-Leiter weist darauf hin, dass „gerade der Datenzugriff auf die Lagerverwaltung der Werkzeuge für SBPT sehr wichtig ist, weil damit die Voraussetzung geschaffen wurde, einen vollständig digital abgebildeten Werkzeugkreislauf einzuführen“.

Ein ungewöhnlicher Aspekt: Coscom ist das führende System im Shopfloor. „Meist wird SAP diese Rolle eingeräumt, weil dort die Stammdaten hinterlegt sind. Beim Management der Werkzeugkomponenten setzen wir indes auf Coscom als führendes System.“ Natürlich ist bei der Steuerung des Kundenauftrags SAP der Lead. Die Coscom ECO-Plattform übernimmt beim Tool-Management die Bestandsführung, Bedarfsermittlung mit Bestellvorschlägen und Bestellpunktprüfung. Diese Daten werden als Bestellanforderungen an SAP übergeben. Das Initial dazu kommt aus der Coscom-Lagerverwaltung. SAP wiederum übergibt im Rahmen der Auftragsabwicklung an Coscom den entsprechenden Artikelstamm und die Arbeitsplandaten. „Durch eine bidirektionale Kommunikation zwischen SAP und Coscom hat SBPT die maximale Transparenz in der Werkzeugbereitstellung bereits heute erreicht“, so Geschäftsführer Wurzer.

SAP und Factorydirector VM sorgen für maximale Effizienz

SBPT folgt dem Prinzip der Einzelteilfertigung. Etwa 300 Fertigungsaufträge für rund 100 unterschiedliche Erzeugnisse sind im Durchlauf. Dabei ist die maximale Losgröße fünf Stück und es wird nichts auf Lager produziert. Je nach Produktkomplexität liegen die Durchlaufzeiten bei bis zu sechs Monaten. Auf den Punkt gebracht: SAP ist bidirektional mit Factorydirector VM verbunden und gemeinsamen sorgen beide Backbone-Systeme für maximale Effizienz. „Mit dem professionellen Projektmanagement und der umfangreichen Funktionalität der Standard-Schnittstellen zu Coscom haben wir unsere Integrationsziele erreichen können“, sagt Reiter abschließen. Im nächsten Schritt geht es nun darum, den geschlossenen Werkzeugkreislauf vollständig digital abzubilden.

Abwechslungsreiche Firmengeschichte

Die Anfänge von SBPT gehen auf den Erwerb der österreichischen Eisenwerke „Theresienhütte“ durch Alexander Ritter von Schoeller zurück ins Jahr 1862. Der Zusammenschluss mit den Bleckmann Stahlwerken erfolgte 1924 und gut ein halbes Jahrhundert später wurde Schoeller Bleckmann zur „Vereinigten Edelstahlwerke AG (VEW)“, einer 100-Prozent-Tochter der Voestalpine. 1988 kam es zur Aufspaltung der VEW und bei SBPT wurde ab 1995 das wichtige Knowhow über die Herstellung und Verarbeitung nichtmagnetischer Stähle gebündelt.

Seit 2016 werden im Zuge der EN-9100-Zertifizierung die Geschäfte im Bereich der Luft- und Raumfahrt über die Marke Schoeller-Bleckmann Aerospace Technology systematisch ausgebaut, um die Auswirkungen der volatilen Märkte der Ölförderung auszugleichen. 2023 wurde ein Zentrum für Additive Fertigungsverfahren am Firmensitz in Ternitz in Betrieb genommen, wo Metallkomponenten bis zu einem Durchmesser von 600 mm und 550 mm Höhe gedruckt werden können.

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