Sanierung nach Insolvenz KTM-Rettung noch immer ungewiss

Von Stefanie Michel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die verschuldete KTM AG steht erneut vor großen Problemen: Nachdem erst die Kapitalerhöhung mit Bar- und Sachkapital scheiterte, steht nun die Produktion wieder still. Der Grund sei Verzögerungen bei Materiallieferungen durch die Liquiditätsengpässe.

KTM ist nach der Insolvenz noch lange nicht gerettet. Der nächste Produktiosstopp ist angekündigt.(Bild:  heikomandl.at/KTM)
KTM ist nach der Insolvenz noch lange nicht gerettet. Der nächste Produktiosstopp ist angekündigt.
(Bild: heikomandl.at/KTM)

Im Februar zeigte man sich noch zuversichtlich, als Gläubiger den KTM-Sanierungsplan abgesegnet hatten. Doch schon damals blieben viele Fragen offen. Inzwischen wurde am 17. März zwar die Fertigung dank der Geldspritze des indischen Miteigentümers Bajaj wieder hochgefahren, aber ein Investor ist noch immer nicht gefunden.

Wie die Austria Presse Agentur (APA) meldete, sollte es bei einer außerordentlichen Hauptversammlung der KTM-Mutter Pierer Mobility nächsten Freitag zu einer Kapitalerhöhung mit Bar- und Sachkapital kommen. Allerdings mussten diese Punkte von der Tagesordnung gestrichen werden, da die Kapitalmaßnahmen laut Unternehmen „nicht unter den vorgeschlagenen Konditionen und innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens“ umgesetzt werden können. Für die Sanierung der KTM AG, der KTM Components GmbH und der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH wurde eine Sanierungsplanquote von 30 Prozent, zahlbar bis zum 23. Mai 2025, in Aussicht gestellt. Dafür bedarf es 600 Mio. Euro. Zwar befinde man sich „in der Finalisierungsphase der Verhandlungen mit Eigen- bzw. Fremdkapitalinvestoren“, aber ohne verbindliche Finanzierungszusagen könne keine positive Fortführungsprognose erstellt werden, hieß es von der KTM-Mutter. Denn in so einem Fall müsste das Unternehmen zu Zerschlagungswerten bewertet werden. Daher wird auch die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts verschoben.

Produktion bei KTM steht erneut still

Heute wurde bekannt, dass KTM ab Montag die Produktion in Mattighofen wieder für drei Monate stillegt – erneut wegen fehlender Bauteile, weil aufgrund der Insolvenz die Lieferketten ins Stocken geraten sind. Zudem wurde eine neue Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die vom 1. Mai bis zum 31. Juli gelten soll. Sie beinhaltet eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche, die Löhne und Gehälter werden entsprechend angepasst. Außerdem werde die Sommerpause von August auf Juli vorverlegt, sodass ab August wieder produziert werden kann.

Ob das genügt, ist fraglich. Es muss ein Investor her, denn bis 23. Mai 2025 sind 600 Mio. Euro fällig, um die Gläubiger zu bedienen und den Standort Mattighofen zu sichern. Finanzierungszusagen gibt es allerdings noch keine. Die KTM-Mutter sucht parallel nach Investoren. Man munkelt, dass Bombardier im Gespräch ist.

(ID:50399899)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung