Steuerungstechnik Karawankentunnel mit Siemens-Lösungen modernisiert

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Damit es bald staufrei und sicherer durch den Karawankentunnel geht, hat Siemens Österreich zentrale Steuerungs- und Leittechnik-Komponenten geliefert. So sorgen Videoüberwachung, Linienbrandmelder und ein Cybersecurity-System sorgen für Sicherheit im Tunnel.

Das Protokoll NTCIP ist direkt in die Simatic-Steuerung integriert und sorgt für eine vereinfachte Anbindung von mehreren hundert Warnverkehrszeichen.(Bild:  Rudi Froese / STRABAG)
Das Protokoll NTCIP ist direkt in die Simatic-Steuerung integriert und sorgt für eine vereinfachte Anbindung von mehreren hundert Warnverkehrszeichen.
(Bild: Rudi Froese / STRABAG)

Siemens hat im Rahmen der Modernisierungen des Karawankentunnels die passenden Digitalisierungs-, Automatisierungs- und Sicherheitslösungen geliefert. Dazu zählen neben Steuerung und der Leittechnik im Tunnel auch die Videoüberwachung und eine Brandschutzanlage. Der Karawankentunnel – modernisiert von der ASFINAG mit der Strabag Infrastructure & Safety Solutions als Partner – ist mit seinen fast acht Kilometern Länge Österreichs viertlängster Tunnel und ein zentrales Bindeglied im Verkehrsnetz zwischen Österreich und Slowenien. Mit bis zu über 30.000 Fahrzeugen täglich soll es dank des geplanten Vollausbaus keinen Gegenverkehr im Tunnel mehr geben. Zwei sicherheitstechnisch moderne Tunnelröhren mit je zwei Fahrspuren sollen höchste Sicherheit für alle Autofahrer und Autofahrerinnen garantieren.

Mit aktueller Steuerungstechnik kritische Situationen schneller erkennen

Patrick Zwetti, Strabag Infrastructure & Safety Solutions: „Siemens versorgte uns nicht nur mit einer langlebigen Steuerungslösung, sondern hat proaktiv mit uns an Innovationen gearbeitet, wie der Entwicklung der Übertragung des NTCIP-Protokolls direkt in der Steuerungstechnik. Diese enge Zusammenarbeit war ein echter Mehrwert und hat uns auf der Baustelle enorme Zeit und Kosten gespart.“

Johannes Freithofnig, Branchenverantwortlicher bei der Siemens AG Österreich: „Durch die Modernisierungen des Karawankentunnels gestalten wir gemeinsam mit der ASFINAG und der Strabag Infrastructure & Safety Solutions die Zukunft der Mobilität aktiv mit. Unsere Lösungen sorgen dafür, dass kritische Situationen früh erkannt und Risiken für Verkehrsteilnehmende und Betriebspersonal zuverlässig minimiert werden.“

Zweisprachiges Leitsystem entspricht den nationalen Vorschriften

Herzstück der Lösung sind 50 redundante Simantc-S7-1500H-Steuerungen und das Leitsystem WinCC OA, das zweisprachig programmiert wurde, um den unterschiedlichen nationalen Vorschriften und Datenanforderungen von Österreich und Slowenien gerecht zu werden. Insgesamt wurden über 200 Input/Output(IO)-Baugruppen verbaut, um eine umfassende Funktionalität zu gewährleisten. Das ermöglicht laut Siemens sowohl die zuverlässige Steuerung aller Tunnelkomponenten – von Beleuchtung über Lüftung bis zu den Notrufnischen – als auch eine einfache Wartung und hohe Ausfallsicherheit.

Das Protokoll NTCIP(National Transportation Communications for Intelligent Transportation System Protocol) ist in die Simatic-Steuerung integriert und sorge so neben einer Beschleunigung der Inbetriebnahme auch für eine vereinfachte Anbindung von mehreren hundert Warnverkehrszeichen. Für bestmöglichen Schutz vor Cyberangriffen wurde im Karawankentunnel ein geschlossenes System implementiert, das nach IEC 62443 produktzertifiziert ist, eine verschlüsselte Kommunikation gewährleiste und die Ausbreitung möglicher Angriffe innerhalb des Systems verhindere.

Sicherheitsrelevante Ereignisse automatisch erkennen

Die Modernisierung des Karawankentunnels soll bis 2029 abgeschlossen sein und künftig für staufreien Reiseverkehr sorgen.(Bild:  Rudi Froese / STRABAG)
Die Modernisierung des Karawankentunnels soll bis 2029 abgeschlossen sein und künftig für staufreien Reiseverkehr sorgen.
(Bild: Rudi Froese / STRABAG)

Ein Video- und Detektionsmanagementsystem mit Anbindung zur Leitechnik leiste ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit. So überwachen 90 Fixkameras mit Videodetektion den Tunnel rund um die Uhr und erkennen automatisch sicherheitsrelevante Ereignisse wie Rauchentwicklung, Verkehrsstörungen, Falschfahrten oder stehende Fahrzeuge. Durch die intelligente Analyse in Echtzeit könne die Leitzentrale sofort reagieren und notwendige Maßnahmen einleiten. Ergänzend sorgt die hochverfügbare Linienbrandmeldeanlage Fibro Laser von Siemens für schnelle und zuverlässige Detektion über die gesamte Länge der Röhren, auch in den Betriebs- und Technikgebäuden. Schon kleinste Temperaturveränderungen werden von der Anlage erkannt und ermöglichen eine frühzeitige Alarmierung – ein entscheidender Faktor für Sicherheit und Reaktionsgeschwindigkeit im Ernstfall.

Durch den Einsatz von Siemens-Komponenten konnte auch die Umschaltung zwischen österreichischem und slowenischem Stromnetz flexibel und einfach bewerkstelligt werden. Die Modernisierungen des Karawankentunnels mit den zwei modernen Röhren und jeweils zwei Fahrspuren sollen bis 2029 abgeschlossen sein und künftig für staufreien Reiseverkehr sorgen.

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