Viewpointsystem und Fill bringen österreichisches Know-how in das mit 6 Millionen Euro geförderte EU-Projekt „Manufactor“ ein. Gemeinsam mit europäischen Partnern entwickeln und testen sie ein intelligentes Assistenzsystem, das Einarbeitungszeiten und Fertigungsfehler reduzieren soll.
Das KI-Assistenzsystem soll situationsgerecht unterstützen, Einarbeitungszeiten verkürzen sowie Fertigungsfehler reduzieren.
(Bild: Fill)
Die europäische Fertigungsindustrie steht vor großen Herausforderungen: Fachkräfte und ihr Know-how werden zunehmend knapp, gleichzeitig steigt die Komplexität der Produktionsprozesse. Neue Mitarbeitende müssen schnell für anspruchsvolle Aufgaben qualifiziert werden. Zugleich gilt es, körperliche und mentale Belastungen zu reduzieren und Fertigungsfehler zu vermeiden.
Das EU-Projekt Manufactor will diesen Herausforderungen mit einem intelligenten Assistenzsystem begegnen, das seine Unterstützung in Echtzeit an die jeweilige Situation der Mitarbeitenden anpasst. Dafür führt das Projekt Technologien zusammen, die bislang weitgehend getrennt voneinander eingesetzt wurden: tragbare Sensoren, XR-Brillen, Eye Tracking, 3D-Bildsensoren, KI-Agenten und einen Human Digital Twin. Zusammen liefern sie Informationen über die körperliche und kognitive Situation der Mitarbeitenden und ermöglichen eine situationsgerechte Unterstützung direkt am Arbeitsplatz. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und die Frage, wie Technologie ihn bei seiner Arbeit bestmöglich unterstützen kann.
Das dreijährige Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird im Rahmen des EU-Innovationsprogramms Horizon Europe gefördert und bringt 14 Forschungs-, Technologie- und Industriepartner aus acht europäischen Ländern zusammen. Das Gesamtbudget beträgt 6 Millionen Euro. Die entwickelten Technologien werden im Projektverlauf in realen industriellen Umgebungen getestet und weiterentwickelt.
Bildergalerie
Mit Eye-Tracking zum „Human Digital Twin“
Mit dem Wiener Deep-Tech-Unternehmen Viewpointsystem als Technologiepartner und dem oberösterreichischen Maschinen- und Anlagenbauer Fill als industriellem Pilotpartner sind zwei österreichische Unternehmen an Manufactor beteiligt.
Viewpointsystem entwickelt auf Basis der bestehenden „VPS Next“ eine XR-Brille mit Eye Tracking, die Aufschluss über die Aufmerksamkeit und kognitive Belastung von Mitarbeitenden bei komplexen industriellen Aufgaben geben soll. Das Unternehmen ist damit einer von vier zentralen Technologiepartnern von Manufactor.
Die Eye-Tracking- und Kameradaten der Brille werden im Projektverlauf mit weiteren Sensordaten zusammengeführt. Daraus entsteht ein Echtzeitbild der körperlichen und kognitiven Situation des Mitarbeitenden, ein sogenannter „Human Digital Twin“. KI-Agenten nutzen diese Informationen, um die Unterstützung an die jeweilige Situation anzupassen, etwa durch Audioanweisungen oder direkt in der XR-Brille eingeblendete Informationen.
„Wirklich adaptive Unterstützung beginnt damit, den Menschen hinter der Aufgabe zu verstehen. Eye Tracking gibt uns in Echtzeit Aufschluss über die Aufmerksamkeit und kognitive Belastung eines Menschen“, erklärt Frank Linsenmaier, CTO von Viewpointsystem. „Auf dieser Grundlage kann KI ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen und damit über eine reine Automatisierung von Assistenz hinausgehen.“
Effizienter Lernen mit adaptiver, KI-gestützte Assistenz
Bei Fill werden die Manufactor-Technologien in der unternehmenseigenen Next World Factory, einem innovativen Ausbildungs- und Lernzentrum, getestet. Dort erwerben Lehrlinge und bereits im Beruf stehende Mitarbeitende neue Kompetenzen für technische Berufsbilder, die sich durch die Digitalisierung zunehmend verändern: Mechanik, Elektronik und Software greifen stärker ineinander, gleichzeitig gewinnen neue Technologien an Bedeutung, von cloudbasierten KI-Anwendungen bis hin zu additiven Fertigungsverfahren. Im Pilotprojekt soll untersucht werden, wie adaptive, KI-gestützte Assistenz den Kompetenzerwerb beschleunigen und die sichere Anwendung im Arbeitsalltag unterstützen kann.
„Fachkräftemangel und zunehmend komplexe Technologien erfordern neue Ansätze in der Aus- und Weiterbildung“, sagt Dr. Martin Muik, Forschung und Entwicklung bei Fill. „In unserer Next World Factory vermitteln wir technische und digitale Kompetenzen und ermöglichen den Blick über einzelne Fachgebiete hinaus. Mit Manufactor wollen wir erproben, wie intelligente Assistenz das Lernen individueller, effizienter und motivierender gestalten und Menschen dabei unterstützen kann, ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Kürzere Einarbeitungszeiten, weniger Fehler, geringere Belastung
Manufactor will die Einarbeitungszeiten um mehr als 35 Prozent und Fertigungsfehler um 20 Prozent reduzieren. Gleichzeitig soll das Vertrauen der Mitarbeitenden in die eigenen Fähigkeiten um mehr als 20 Prozent steigen und die körperliche und mentale Belastung sinken. Neben dem Pilotprojekt bei Fill wird das Assistenzsystem auch bei Volkswagen Autoeuropa in Portugal und Hitachi Energy in Schweden getestet und weiterentwickelt. Zwei Learning Factories ergänzen die industriellen Piloten.
Bis zum Ende des Projekts soll so ein in relevanten Einsatzumgebungen validierter Prototyp des Assistenzsystems entstehen (Technology Readiness Level 5–6). Bei der Entwicklung werden die Anforderungen des EU AI Act und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) berücksichtigt.