Retrofit IT-Retrofit im Lager: Aus alt mach modern
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Auf welche Aspekte kommt es bei der Modernisierung einer Intralogistik-Software-Architektur an? Am Beispiel eines Pharmadistributionszentrums stellt ein Experte dies vor.
In vielen Lagern laufen Lagerverwaltungssysteme (LVS), die vor zwei oder gar drei Jahrzehnten eingeführt wurden. Sie funktionieren. Sie sind stabil. Wechselt aber der IT-Anbieter oder stößt die alte Software an Grenzen eines zuverlässigen, leistungsfähigen Betriebs, rückt ein Retrofit auf die Tagesordnung. Anhand eines Distributionszentrums eines Pharmaherstellers sowie genereller Aspekte diskutiert der Artikel diesbezügliche Herausforderungen. Ein Retrofit beginnt nicht bei null – sondern im laufenden Betrieb. Besonders in der Pharmalogistik, wo Versorgungssicherheit und regulatorische Anforderungen keinen Spielraum für Experimente lassen, ist die Modernisierung einer gewachsenen Software-Architektur ein Balanceakt. So auch in einem süddeutschen Distributionszentrum eines Pharmaherstellers. Dort stand Ende der 2010er-Jahre die Ablösung eines 1996 eingeführten LVS zur Debatte. Das System tat, was es sollte. Doch technologische Grenzen, wachsende Anforderungen und strategische Weiterentwicklungen machten eine Modernisierung unausweichlich. Das Ziel: eine zeitgemäße, leistungsfähige Architektur, ohne die operative Stabilität auch nur für einen Moment zu gefährden.
Klares Erwartungsmanagement
In aller Regel wird bei einem Brownfield-Projekt ein altes System abgelöst, das seine Aufgaben noch erfüllt. In besagtem badischen Logistiklager des Pharmaunternehmens waren wir unser eigener „Nachfolger“ als LVS-Verantwortliche. Wir gehen solche Projekte jedoch auch an, wenn die bisherige Intralogistik-Software nicht von uns stammt, wobei sich dabei die Datenmigration und die Steuerung von Fremdgewerken, beispielsweise der Fördertechnik, anspruchsvoller darstellt. Wichtig in jeder Retrofit-Variante: ein klares Erwartungsmanagement. Das bedeutet vor dem Schreiben des ersten Codes eine sorgfältige, offene Auseinandersetzung zwischen Auftraggeber und Dienstleister: Was kann wie erreicht werden? Und fast noch wichtiger: Was wird (noch) nicht Teil des Projektes? Da wir nicht „von der Stange“ produzieren, dürfen sich unsere Kunden ihren persönlichen Maßanzug aussuchen. Eine Erarbeitung eines klaren Zielbildes ist dabei zwingend notwendig.
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