Europäer bleiben cool So klappt der Mitarbeiterschutz bei Hitzewellen

Quelle: dpa 5 min Lesedauer

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In Deutschland fragt man sich im Sommer oft, wie man Job und Extremtemperaturen unter einen Hut bekommt. Einige Länder in Europa wissen, wie das geht ...

Wann wird`s mal wieder richtig Sommer, fragte sich einst Rudi Carell. Jetzt haben wir immer wieder richtige Sommer und klagen. Grund zum Jammern haben aber vor allem jene, die bei der Arbeit der Hitze im südlichen Europa ausgesetzt sind. Doch diese Länder steuern dagegen ...(Bild:  S. Tralmann)
Wann wird`s mal wieder richtig Sommer, fragte sich einst Rudi Carell. Jetzt haben wir immer wieder richtige Sommer und klagen. Grund zum Jammern haben aber vor allem jene, die bei der Arbeit der Hitze im südlichen Europa ausgesetzt sind. Doch diese Länder steuern dagegen ...
(Bild: S. Tralmann)

Arbeitgeber in südlichen Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland oder der Türkei müssen ihre Beschäftigten – und generell die Bevölkerung – von jeher vor zu hohen Temperaturen schützen. In manchen Ländern gibt es dafür gesetzliche Vorgaben. Andere Länder setzen auf längst etablierte Maßnahmen wie Siesta, geschlossene Geschäfte in den Mittagsstunden und längere Arbeit am Abend. Hier ein kleiner Überblick, wie man den Hitzekollaps vermeiden kann:

So geht man in Griechenland mit Hitze und Arbeit um:

In Griechenland schrillen die Alarmglocken, wenn in Athen das berühmte Wahrzeichen Akropolis über die Mittagsstunden die Pforten für Touristen und Mitarbeiter schließt. Denn bei über 40 °C im Schatten fühlt es sich für die Menschen dort je nach Kleidung und Windverhältnissen wie 55 bis 60 °C an. Kreislaufprobleme und Dehydrierung drohen. Und für all jene, die zu Hause keine Klimaanlage haben, öffnen die griechischen Großstädte während Hitzewellen öffentliche klimatisierte Gebäude, in denen man sich dann tagsüber aufhalten darf. Zusätzlich ergreift das griechische Arbeitsministerium Maßnahmen. Es untersagte etwa die Arbeit im Freien zwischen 12:00 und 17:00 Uhr, was Bauarbeitern und der Landwirtschaft, aber auch Lieferdienstleistern, die per Moped Essen und Kaffee ausfahren, schonen soll. Unternehmen, die dagegen verstoßen, können pro betroffenem Mitarbeiter mit bis zu 2.000 Euro Strafe rechnen. Und die Privatwirtschaft ist dazu verpflichtet, Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, oder bei Hitze klimatisieren zu können.

Spanien verschärfte Regelungen zur Arbeit bei Hitzewellen

In Spanien, wo lange Hitzewellen ebenfalls oft vorkommen, sind die gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Beschäftigten erst 2023 sogar verschärft worden. Linderung für alle sollen dabei über die Straßen gespannte Sonnensegel sowie Trinkwasserstellen, mehr Schatten spendende Bäume, Verkehrsberuhigung und Abkühlräume bringen. Abseits der Metropolen machen die Spanier traditionell bekanntlich ihre berühmte Siesta, die meist zwischen 14:00 und 17:00 Uhr genossen wird. Die spanische Neuregelungen zum Hitzeschutz wurden etwa Reaktion auf den tödlichen Hitzschlag eines Mitarbeiters der Stadtreinigung in Madrid 2022 verabschiedet, der bei über 40 °C erfolgte. Seit 2023 müssen Arbeiten im Freien deshalb während extremer Hitze eingeschränkt oder ganz unterbrochen werden. Wer das ignoriert, muss sogar mit Millionenstrafe rechnen. Die Regelung greift, wenn der staatliche Wetterdienst Aemet eine Hitzewarnung der Stufe Orange oder Rot herausgibt. In der Praxis klappt das aber nicht immer. Und Gewerkschaften kritisieren, dass gerade kleinere Betriebe in Sektoren wie Landwirtschaft, Bau und Tourismus leicht unter dem Radar staatlicher Kontrollen bleiben.

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