Von Strickmütze bis Strumpfhose

KI plus Robotik automatisieren das Textilrecycling

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Gemischte Altkleider zu 95 Prozent sortenrein trennen

Außer der Vereinzelung ist beim Textilrecyceln, wie gesagt, auch die zuverlässige Materialerkennung zur Einteilung in die Stofffraktionen wichtig. Denn die nachfolgenden Aufbereitungsschritte brauchen das. Insbesondere Mischgewebe ließen sich mit herkömmlicher Sensorik aber nur eingeschränkt identifizieren. Hinzu kommt, dass dunkel gefärbte oder schwarz pigmentierte Textilien für viele bestehende Systeme schwer auseinanderzuhalten sind. Polysecure entwickelt deshalb auf Basis der patentierten „Sort4Circle“-Technik die multimodale Klassifizierung, die verschiedene Sensorsysteme kombiniert. Die Kombination aus robotischer Vereinzelung und multimodaler Sensorik schafft dann die technologische Grundlage für eine präzise Sortierung des Altkleider-Mix. Das Ziel des Projekts ist es, über 99 Prozent bei Monomaterialien und über 95 Prozent Sortenreinheit bei Mischmaterialien zu erreichen. Zudem peilt man an, Mischgewebe in Schritten von jeweils zehn Prozent zu klassifizieren und Durchsätze von 60 Textilstücken pro Minute zu erreichen.

Wenn alles klappt, geht es in Richtung Marktreife

Im Verlauf des Projekts werden die robotische Vereinzelung des Fraunhofer IPA und das Detektionssystem von Polysecure in einer „Sort4Circle“-Pilotsortieranlage integriert, heißt es weiter. Dort soll das Gesamtsystem auch mit sozusagen echten Textilabfällen, wie sie eben anfallen, erprobt und hinsichtlich der technischen Leistungsfähigkeit, der ökologischen Auswirkung und der Wirtschaftlichkeit bewertet werden. So sollen ohne Steigerung der Sortierkosten wesentlich bessere Sortierqualitäten erreicht und textile Wertstoffe in höherer Reinheit für das Recycling verfügbar gemacht werden. Bei erfolgreichem Projektverlauf planen die Partner im Übrigen eine zügige Weiterentwicklung in Richtung Marktreife. Das System leiste damit einen konkreten und wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Textilbereich. Durch die automatisierte Vereinzelung, die präzisere Materialerkennung und die daraus resultierende hochreine Sortierung sollten textile Abfälle künftig also besser als Sekundärrohstoffe nutzbar werden und so viel länger im Stoffkreislauf verbleiben können.

(ID:50919613)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung