Von Strickmütze bis Strumpfhose KI plus Robotik automatisieren das Textilrecycling

Quelle: Fraunhofer IPA 3 min Lesedauer

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Mit Rahmen des Projekts „Pick4Crcl“ verbessern das Fraunhofer IPA und Polysecure das Recycling von Altkleidern durch Roboter und Messtechnik ...

Hier wühlt der Roboter in der Wäschetruhe! Was irgendwie lustig aussieht, hat einen nüchternen Hintergrund – Das Sortieren von Altkleiderhaufen ist bisher kaum automatisierbar gewesen. Doch das wollen Forscher vom IPA aus Stuttgart mit dem Partner Polysecure nun ändern ...(Bild:  Fraunhofer IPA)
Hier wühlt der Roboter in der Wäschetruhe! Was irgendwie lustig aussieht, hat einen nüchternen Hintergrund – Das Sortieren von Altkleiderhaufen ist bisher kaum automatisierbar gewesen. Doch das wollen Forscher vom IPA aus Stuttgart mit dem Partner Polysecure nun ändern ...
(Bild: Fraunhofer IPA)

Der Automatisierungsbedarf im europäischen Raum steigt auch rund um das Recycling von Altkleidern, registrieren die Experten vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) aus Stuttgart. Weltweit fallen nämlich jährlich über 92 Millionen Tonnen Textilabfälle an. Und was allein die EU angehe, so werde davon bisher kaum ein Prozent automatisiert sortiert. Manuelle Prozesse sind aber personalintensiv, schwer skalierbar und stoßen insbesondere bei Mischtextilien, die auch noch die Regel sind, bei dunklen Stoffen und ungeordnet angelieferten Textilströmen an ihre Grenzen. Nicht zuletzt gilt seit 2025 in der EU auch noch die Pflicht, Alttextilien getrennt zu sammeln. Dabei soll die Projektarbeit helfen. Denn beim oben genannten InvestBW-Forschungsprojekt entwickelt man nun Möglichkeiten für das automatisierte Vereinzeln und Sortieren solcher Textilabfälle. Im Mittelpunkt stehen KI-gestützte, modellfreie Greifplaner, mit denen etwa ein Roboter auch ungeordnet angelieferte Textilstücke erkennen, gezielt greifen, ausbreiten und für die anschließende Materialanalyse auf einem Förderband ablegen kann, wie man erfährt. Und der Partner Polysecure entwickelt dazu eine multimodale Klassifizierung für das Material. Diese soll mithilfe diverser Sensoren in einem Step erkennen können, welche Textilart vorliegt.

Textilien sind für das Roboterhandling nicht wirklich ideal

Textilien gehören aber zu den schwierigsten Objekten für die Handhabung per Roboter, weil sie flexibel – also nicht biegesteif – sind, sich deshalb verformen und oft ineinander verschlungen sind oder sich gegenseitig verdecken. So wird es schwer möglich alles zuverlässig nach Sorten zu vereinzeln, wenn das per Roboter geschehen soll. Für ein hochwertiges Recycling ist dieser Schritt jedoch entscheidend, wie die Forscher betonen. Denn nur wenn einzelne Textilstücke geordnet zugeführt werden können, kann die nachgelagerte Sensorik das Material auch präzise identifizieren. Das IPA entwickelt hierfür, wie schon angedeutet, auf künstlicher Intelligenz basierende, modellfreie Greif- und Segmentierungsalgorithmen, durch die ein Roboter dann einzelne Textilien in chaotischer Andienung identifizieren, geeignete Greifpunkte bestimmen und die gegriffenen Stücke anschließend so auf der Fördertechnik ablegen kann, dass sie optimal für die weitere Materialdetektion vorbereitet sind. Ein weiterer Baustein des Projekts ist der Aufbau eines öffentlichen Datensatzes mit Bild- und Sensordaten textiler Abfälle, wie man auch noch erfährt. Damit sollen die entwickelten KI-Verfahren nicht nur im Projekt selbst, sondern auch für weitere Forschungen und künftige Anwendungen nutzbar gemacht werden.

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