FTI-Monitor 2025 Österreich fällt bei internationaler technologischer Bedeutung zurück

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) stellte den FTI-Monitor 2025 vor, der Auskunft über die aktuelle Leistungsfähigkeit des österreichischen FTI-Systems gibt. Bei der Präsentation standen die neuen Bereiche Wettbewerbsfähigkeit in FTI und Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.

Präsentation des FTI-Monitors 2025 des Forwit am 26. Mai 2025 im Parlament: Bundesminister Peter Hanke, stv. Vorsitzende Sylvia Schwaag Serger, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Vorsitzender Thomas Henzinger, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (v.l.)(Bild:  FORWIT/J. Zinner)
Präsentation des FTI-Monitors 2025 des Forwit am 26. Mai 2025 im Parlament: Bundesminister Peter Hanke, stv. Vorsitzende Sylvia Schwaag Serger, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Vorsitzender Thomas Henzinger, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (v.l.)
(Bild: FORWIT/J. Zinner)

Eine im Auftrag des Forwit vom WIFO durchgeführte Analyse beleuchtet, wie viele Patente in Österreich in verschiedenen Schlüsseltechnologien angemeldet werden und wie stark sich das Land darauf spezialisiert hat.

Dabei zeigt sich: In den letzten Jahren hat sich Österreichs Leistungsfähigkeit insbesondere in den Schlüsseltechnologien Photonik, fortgeschrittene Werkstoffe und Quantentechnologie deutlich verbessert – sowohl bei der Anzahl der Patente als auch beim Spezialisierungsgrad. So zählt das Land etwa in der Photonik in beiden Aspekten zu den internationalen Top 5. Auch in den Bereichen IT für Mobilität und Internet der Dinge gibt es Fortschritte in der Spezialisierung. Allerdings fällt das Land bei der internationalen Bedeutung und Zitationshäufigkeit der Patente oft zurück – ein Indiz für eine geringere wirtschaftliche und technologische Bedeutung. Länder mit einer deutlich höheren Anzahl an großen technologieintensiven Unternehmen wie die Schweiz, die USA oder Japan sind hier meist besser positioniert, entwickeln sich teilweise schneller und spezialisieren sich stärker, sodass Österreichs binnennationale Stärken nicht automatisch zu globalen Spitzenpositionen führen.

„Für Österreich – aber auch Europa – muss es das Ziel sein, in Schlüsseltechnologien international wettbewerbsfähig zu werden. Wer in den Technologiewettläufen mithalten kann, kann überall mithalten. Denn solche Technologien sind geoökonomisch und wirtschaftlich bedeutende Querschnittsthemen, die alle Bereiche der Gesellschaft – von Bildung und Soziales über Wissenschaft hin zu Wirtschaft, Politik, Sicherheit und Verteidigung – gleichermaßen benötigen und betreffen. Stärke in Schlüsseltechnologien kann daher auch als Produkt der Stärke einer ganzen Gesellschaft gesehen werden“, meint Sylvia Schwaag Serger, stellvertretende Vorsitzende des Forwit.

Unternehmen sehen verstärkt Barrieren für den Einsatz von KI

Als eine solche breite Querschnittstechnologie muss daher auch Künstliche Intelligenz unter anderem von Unternehmen sinnvoll und effektiv angewendet werden können, um international mitzuhalten. In der unternehmerischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) holen österreichische Unternehmen zwar auf, sie erreichen in Summe aber nur 73 Prozent des Leistungsniveaus der Innovation Leaders.

So nutzten 2024 knapp 20 Prozent – und damit rund doppelt so viele wie noch 2023 – der österreichischen Unternehmen ab zehn Beschäftigten mindestens eine KI-Technologie. Das liegt zwar über dem EU-Durchschnitt, aber unter dem Niveau der europäischen Innovation Leaders Dänemark, Schweden, Finnland und Niederlande, wo rund ein Viertel der Unternehmen KI einsetzt. Auch beim KI-Einsatz in Forschung und Entwicklung hinkt Österreich mit nur 3,8 Prozent der Unternehmen hinter Spitzenländern wie Finnland oder den Niederlanden (> 6 Prozent) her. Zudem nimmt die Anzahl der Unternehmen, die keinen Nutzen im Einsatz von KI sehen, im Vergleicht zu den Innovation Leaders und den EU27 zu.

Kleine Unternehmen können KI schwer integrieren

Vor allem kleinere Unternehmen tun sich schwer, KI strategisch in ihre Prozesse zu integrieren. Als wichtige Gründe dafür werden rechtliche Unsicherheiten und fehlendes Fachwissen, aber auch unzureichende Datenqualität und technische Inkompatibilität wahrgenommen. Es mangelt nicht an der Technologie selbst, sondern an Strukturen, Know-how und klaren Rahmenbedingungen. Österreich sollte gezielte Unterstützung im Bereich der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz anbieten, damit Unternehmen –insbesondere die vielen kleinen und mittleren Betriebe – sie besser zu ihrem Vorteil nutzen können. Das inkludiert Hilfestellungen beim Wissenstransfer, um Mut zur Innovation zu machen.

„Wettbewerbsfähigkeit in Forschung, Technologie und Innovation – insbesondere in transformativen Technologien wie Künstliche Intelligenz – ist das Fundament für Wachstum, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit. Nur wenn wir international vorne mitspielen und diese Technologien auch richtig nutzen, können wir Wohlstand sichern, auf globale Herausforderungen agil reagieren und europäische Eigenständigkeit im Hochtechnologiesektor vorantreiben. Wissenschaft und Innovation sind die Garanten dafür, dass Österreich resilient bleibt, neue Arbeitsplätze schafft und als attraktiver Standort für Talente und Unternehmen wahrgenommen wird“, bekräftigt Thomas Henzinger, Vorsitzender des Forwit.

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