Es kam anders ... Tüftler Ferdinand Porsche begründet eine Autodynastie

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Fast wäre Ferdinand Porsche Bauklempner geworden, wenn da nicht die Leidenschaft für Elektrizität gewesen wäre. Hier ein Porträt von Julian Weber und Michael Heitmann.

Am 3. September 2025 jährt sich zum 150. Mal die Geburt des genialen Autokonstrukteurs und Technikgenies Ferdinand Porsche, der ein wahres Imperium in die Wege geleitet hat. Dabei sah es erst so aus, als würde sein Leben eine ganz andere Richtung nehmen ...(Bild:  Porsche)
Am 3. September 2025 jährt sich zum 150. Mal die Geburt des genialen Autokonstrukteurs und Technikgenies Ferdinand Porsche, der ein wahres Imperium in die Wege geleitet hat. Dabei sah es erst so aus, als würde sein Leben eine ganz andere Richtung nehmen ...
(Bild: Porsche)

Als junger Geselle begeisterte sich Ferdinand für die damals noch neue Wunderwelt der Elektrizität. Heimlich baute er sogar ein kleines Kraftwerk aus Dampfmaschine und Dynamo und ließ das ganze Haus im Licht der Glühbirnen erstrahlen. Das waren aber nur die ersten Schritte zu einem der weltgrößten Autoimperien namens Volkswagen. Am 3. September 1875 kam Porsche im Werkstatthaus seines Vaters Anton im heute tschechischen Vratislavice nad Nisou (ehemals Maffersdorf) zur Welt. Porsche ging nach Wien und wurde zu einem Pionier des Elektroautos, das heute bekanntlich eine Wiederauferstehung erlebt. Sein Fahrzeug, dessen Räder einzeln angetrieben wurden, nannte er Semper Vivus (immer lebendig). Es ähnelte aber noch eher einer Kutsche. Mit dem Mixte-Wagen folgte wenig später das erste voll funktionsfähige Hybridfahrzeug. Und während diese frühen Innovationen bald in Vergessenheit gerieten, schrieb Porsche mit einer anderen Entwicklung Automobilgeschichte.

Die Anfänge des legendären VW-Käfer

Daran erinnert im rekonstruierten Geburtshaus, das seit 2016 ein Museum der VW-Tochter Skoda ist, ein mit Chrom verzierter Oldtimer. Und zwar ein Volkswagen Käfer aus dem Jahr 1950 mit Kulleraugen und „Brezel“-Heckfenster. Über 21,5 Millionen Käfer in diversen Variationen wurden schließlich bis zum endgültigen Produktionsende 2003 gebaut, nachdem die Produktion schon länger in Mexico gelaufen ist. Wegen der häufigen Modellwechsel in unseren Tagen dürfte nie mehr ein einzelnes Fahrzeugmodell solche Produktionszahlen erreichen. Der erste sogenannte Volkswagen entstand im Dritten Reich, dem das Genie durchaus gewogen war. Der Vorläufer des Käfers basierte auf der Forderung Adolf Hitlers nach einem Kleinwagen, der nicht mehr als 1.000 Reichsmark kosten durfte. Porsche entwickelte den sogenannten „Kraft durch Freude“-Wagen also durchaus bereitwillig.

Kübel- und Schwimmwagen statt Ziviltyp

Doch bis zum Kriegsende entstand nur eine Kleinserie, denn die militärische Produktion von auf dem Volkswagen fußenden Kübel- und Schwimmwagens ging vor. Porsche wurde dabei auch zum Weltwirtschaftsführer und zum Vorsitzenden der einflussreichen Panzerkommission. Nach dem Krieg nahmen die französischen Besatzungsbehörden ihn deshalb 22 Monate in Haft. Sie warfen ihm vor, Zwangsarbeiter eingesetzt zu haben. Aber als Kriegsverbrecher angeklagt wurde er nie. Er starb am 30. Januar 1951 in Stuttgart. Dort hatte er sich bereits 1931 aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht und mit der Gründung seines Konstruktionsbüros einen der Grundsteine für das spätere Familienimperium gelegt.

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