Investitionen

Werkzeugmaschinenbau ist gut vorbereitet

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Schwache Nachfrage aus China könnte sich ändern

Die aktuelle Nachfrageschwäche im zweitgrößten Markt China (mit einem Anteil von 16 Prozent an den deutschen Exporten) charakterisiert sich durch Überkapazitäten in der Industrie, Deflation, Zurückhaltung im Konsum und sinkende Investitionen in traditionelle Industrien. Der Fokus liege demgegenüber heute stärker auf Elektromobilität, Windkraft und Solarenergie. Die chinesische Regierung hat außerdem den so genannten Large Scale Equipment Renewal Plan aufgesetzt. Mit günstigen Krediten und Subventionen soll die industrielle Ausrüstung erneuert werden. Dazu gehöre auch der Ersatz von Werkzeugmaschinen, die älter als zehn Jahre sind. Zusammen mit Maßnahmen zur Konsumstützung könnten sich deshalb im laufenden Jahr in China daraus wieder erste Impulse ergeben.

Für die deutschen Hersteller ist das Land der größte ausländische Produktionsstandort. Bernhard mahnt: „Um bestehen zu können, müssen die deutschen Hersteller ihren technologischen Vorsprung jedoch konsequent durch Innovationen sichern und weiter ausbauen. Grundsätzlich würde ein stärkerer Protektionismus mit generell höheren Importzöllen auch die europäische und deutsche Industrie und somit unsere Kunden treffen“, sorgt sich Franz-Xaver Bernhard, Vorsitzender des VDW. „Angesichts sich verschärfender Handelskonflikte gewinnt local for local weiter an Bedeutung, wie Bernhard sich auf der Pressekonferenz äußerte.

Diese ausländischen Märkte tragen viel Potenzial in sich

Indien wird schon länger als Markt mit großem Zukunftspotenzial gehandelt, so der VDW-Entscheider. Die deutschen Werkzeugmaschinenexporte sind dabei in den vergangenen beiden Jahren sehr kräftig gewachsen (um über 60 Prozent). Insbesondere die größte Industriebranche – Metallerzeugung- und -bearbeitung – plant bis 2030 hohe Erweiterungsinvestitionen. Im Ausbau befindet sich auch die Automobilindustrie. Indien ist mittlerweile weltweit das viertgrößte Herstellerland. Auch der Maschinenbau spiele als Abnehmer eine wichtige Rolle. Vor Ort würden vor allem Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, Bau- und Bergbaumaschinen, Kraftwerkstechnik sowie Kunststoffmaschinen hergestellt. Die Energiewirtschaft setzt auch hier zusehends auf regenerative Energien. Die kleineren Märkte Südostasiens, Thailand, Malaysia, Vietnam und Indonesien bieten ebenfalls Potenzial. Sie nehmen zwar nur rund 1,5 Prozent der deutschen Ausfuhren auf, doch verstärkte Anstrengungen lohnen sich dennoch, weil sich internationale Konzerne in diesen Ländern engagieren – auch als Standortalternative zu China. Damit steigt die Nachfrage nach höherwertiger, modernster Fertigungstechnik. Allerdings ist der Wettbewerb mit Japan, China und anderen asiatischen Herstellern in deren Heimatregion groß, muss Bernhard zugeben.

Neue Kunden verlangen neue Möglichkeiten

Der Transformationsprozess in der Automobilindustrie vom Verbrenner zum Elektroantrieb mit der aktuell sehr holprigen Entwicklung bringt die Werkzeugmaschinenhersteller dazu, andere Abnehmerbranchen zu erschließen. „Dass der Transformationsprozess ohne Strukturveränderungen bei den Zulieferern und Ausrüstern abläuft, war nicht zu erwarten“, macht Bernhard dazu klar. Entsprechend hat die Branche den Anteil ihrer Lieferungen in die Automobil- und Zulieferindustrie bereits verringert. In der VDW-Kundenstrukturerhebung für 2023 gingen noch 27,2 Prozent der Produktion in die Fahrzeugindustrie statt 31,1 Prozent zwei Jahre zuvor. Nun steht der Maschinenbau mit 30,1 Prozent an der Spitze der wichtigen Abnehmer. Auch andere Branchen gewinnen an Bedeutung, heißt es weiter, darunter die Luftfahrtindustrie, die Medizintechnik oder Wasserstofftechnik.

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