Krabblerfluid macht Energie Biobasierte Ameisensäure ist Quelle für Wasserstoff

Quelle: Leibniz-Institut für Katalyse 3 min Lesedauer

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Ameisensäure zählt mit einer Jahresproduktion von rund einer Million Tonnen zu den wichtigsten Basischemikalien. Und statt als Futtermittelzusatz zu enden, kann sie auch als Wasserstoffquelle dienen ...

Was diese tropischen Ameisen da ausspritzen ist Ameisensäure (Formalin- oder Methansäure) in Massen, um Feinde zu bekämpfen. Forscher haben jetzt bewiesen, dass man daraus auch Wasserstoff gewinnen kann – und zwar kontinuierlich ...(Bild:  Brehms-T)
Was diese tropischen Ameisen da ausspritzen ist Ameisensäure (Formalin- oder Methansäure) in Massen, um Feinde zu bekämpfen. Forscher haben jetzt bewiesen, dass man daraus auch Wasserstoff gewinnen kann – und zwar kontinuierlich ...
(Bild: Brehms-T)

Ameinsensäure rückt nach Angaben der Forscher vom Leibniz-Institut für Katalyse (Likat) immer stärker in den Fokus der Wasserstoffproduktion. Und bisher basierte ihre Herstellung auf fossilen Rohstoffen, die langfristig durch nachhaltige Rohstoffe ersetzt werden sollten. Einen wichtigen Schritt dahin unternahm das bayerische KMU Oxfa, das bisher als einziges Unternehmen Ameisensäure aus Biomasse herstellt. Im Auftrag von Oxfa hat das Likat nun einen Katalysator entwickelt, mit dem sich aus biobasierter Ameisensäure bei relativ niedrigen Temperaturen Wasserstoff gewinnen lässt. Das gemeinsam entwickelte Verfahren wurde auch schon zum Patent angemeldet, heißt es. Es stellt nach der Ameisensäureproduktion auch noch den zweiten Schritt eines Prozesses zur nachhaltigen und klimaschonenden Wasserstoffproduktion aus Biomasse dar – dem sogenannten BFH-Prozess (Biomass Formic Acid Hydrogen), wie die Partner anmerken. Als Ausgangsstoffe dienen diverse biogene Rest- und Rohstoffe – darunter etwa verholzte oder feuchte Materialien, vergorene Biomasse und Abfälle. Und laut einer Studie des Deutschen Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) bleibt allein in Deutschland ein technisches Biomassepotenzial von rund 31 Millionen Tonnen Trockensubstanz pro Jahr ungenutzt liegen. Das könnte sich nun irgendwann ändern!

Wässrige Ameisensäure ist eine Herausforderung

Die Literatur, heißt es, kennt unterschiedliche Ansätze für den 2-stufigen BFH-Prozess. Der kann sowohl in zwei getrennten Reaktionsgefäßen als auch in einem einzigen Gefäß stattfinden. „Die meisten Methoden erfordern zwischendurch aber eine Aufreinigung der Reaktionslösungen“, erklärt Dr. Henrik Junge, unter dessen Leitung am Likat in Rostock der Katalysator entwickelt wurde. Die Herstellung von Wasserstoff aus hochkonzentrierter Ameisensäure ist dor auch bereits erforscht worden. Das aktuelle Verfahren arbeitet jedoch mit nassen, biogenen Roh- und Reststoffen als Ausgangsstoffen, was systembedingt zu einer wasserhaltigen Ameisensäure führt. Das sei für die etablierten Freisetzungsprozesse ein Problem. Junge dazu: „Eine geringe Substratkonzentration ist für nahezu jede chemische Reaktion ungünstig!“ Besonders bei einer energetischen Verwertung will man aber auf aufwändige Aufreinigungsschritte verzichten. Um diese Hürden zu nehmen, modifizierten die Likat-Forscher für ihren Katalysator Ruthenium-Komplexe, die aus Veröffentlichungen, teils auch des eigenen Hauses, schon bekannt waren.

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