Krabblerfluid macht Energie

Biobasierte Ameisensäure ist Quelle für Wasserstoff

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Amine pushen Reaktion zwischen Substrat und Katalysator

Für die Tests der neuen BFH-Varianten im Labor, die unter unterschiedlichen Reaktionsbedingungen stattfanden, war Dr. Hendrik Kempf verantwortlich, damals Doktorand in der Gruppe von Junge. Die Forscher setzten dabei auch ein Amin als Additiv ein, das die Reaktionsbereitschaft zwischen Substrat und Katalysator erhöhte. Junge erläutert: „Wir hatten schon in früheren Arbeiten erkannt, dass Amine die Wasserstofferzeugung aus Ameisensäure positiv beeinflussen können.“ Am Likat hat das Team auf diesem Feld in den zurückliegenden 15 Jahren auch bereits viel Expertise gewonnen. Deshalb war Oxfa im Rahmen eines vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderten Projektes zur Produktion von nachhaltigem Wasserstoff für die Energieversorgungssicherheit auf das Rostocker Institut aufmerksam geworden.

Über einen Monat kontinuierlich Wasserstoff erzeugt

Das Endergebnis der Experimente ist nun ein Katalysatorsystem, das auch mit einer stark wässrigen Verdünnung sowohl für kommerzielle als auch biogene Ameisensäure umgehen kann, freuen sich die Experten. Im Technikum von Oxfa wurde das Verfahren unter Leitung von Dr.-Ing. Florian Kohler im Pilotmaßstab getestet. Es erreichte dabei eine stabile kontinuierliche Laufzeit von über 820 Stunden, wobei rund 30 Kubikmeter Wasserstoff erzeugt werden konnten, obwohl der Katalysator leicht weniger effizient ist als die bekannten Systeme. Und eine Aufreinigung braucht es nicht. Es gelte dabei nur, dass der Wassergehalt nicht zu hoch werde, weshalb es stetig abgeleitet werden müsse.

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Neu Perspektiven für die Wasserstoffzukunft

Außer Methanol und Ethanol rückt, wie eingangs schon erwähnt, Ameisensäure mehr und mehr als Quelle und chemischer Speicher für Wasserstoff ins Interesse. Unter den hier geschilderten Bedingungen lässt sich Ameisensäure aber in einem Konzentrationsbereich von fünf bis 99 Prozent unter recht milden Bedingungen mit einer annähernd hundertprozentigen Atomeffizienz zu Wasserstoff umwandeln. In Kombination mit der nun verfügbaren biobasierten Herstellung eröffne das Verfahren neue Perspektiven für nachhaltige Energiekonzepte. Besonders relevant ist für die Forscher dabei die hohe Aktivität des neuen Systems, die bereits bei 65 °C zum Tragen komm – und damit im Bereich von Niedertemperatur-Brennstoffzellen liegt, die unter 100 °C betrieben werden können.

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