Späne statt Papierkram AMB in Stuttgart als Marktbarometer für Zerspanungswerkzeuge

Quelle: Landesmesse Stuttgart 6 min Lesedauer

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Landwirtschaft, Therapiepraxen und Handwerksbetriebe: Sie alle beschweren sich über eine Bürokratie auf Rekordniveau. Sie befinden sich in guter Gesellschaft – hier die Antwort, warum ...

Unternehmerischer Erfolg hängt immer mehr nicht nur von Technik, sondern auch von den Rahmenbedingungen ab, in denen Betriebe agieren, wie die Landesmesse Stuttgart im Vorfeld zur AMB 2024 betont. Hier ein kleiner Abriss, was dazu nötig ist ...(Bild:  Landesmesse Stuttgart)
Unternehmerischer Erfolg hängt immer mehr nicht nur von Technik, sondern auch von den Rahmenbedingungen ab, in denen Betriebe agieren, wie die Landesmesse Stuttgart im Vorfeld zur AMB 2024 betont. Hier ein kleiner Abriss, was dazu nötig ist ...
(Bild: Landesmesse Stuttgart)

Auch der VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert, bürokratische Belastungen zu verringern, wie die Landesmesse Stuttgart im Vorfeld der AMB im September berichtet. Ihm ist auch das aktuelle Bürokratieentlastungsgesetz IV zu kleinteilig und mit einem Entlastungsvolumen von einer Milliarde Euro quasi nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zwar sehe er in Berlin erste Zeichen, dass die Sorgen und Alarmsignale der Wirtschaft endlich gehört würden. Er unterstütze auch die Absicht von Wirtschaftsminister Robert Habeck, das deutsche Lieferkettengesetz für zwei Jahre auszusetzen. Die Unzufriedenheit in den Verbänden ist jedoch mit den Händen greifbar, wie Brodtmann beschreibt. Das gelte insbesondere in Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Situation.

Pflichten kosten soviel wie Forschung und Entwicklung

Auch der Vorsitzende des VDMA Präzisionswerkzeuge, Stefan Zecha, versieht in Schrift und Ton das Wort „Bürokratie“ mit vielen aufrüttelnd gemeinten Ausrufezeichen. Denn aus seiner Sicht stellen die von der Legislativen auferlegten nicht-wertschöpfenden Pflichten für den industriellen Mittelstand erhebliche personelle, organisatorische und finanzielle Belastungen dar. Die Pflichten hätten laut VDMA-Studie im vergangenen Jahr sogar die Höhe der Forschungs- und Entwicklungsausgaben erreicht. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Steuern, so Zecha. Für das Jahr 2023 beziffert der BDI die durchschnittliche nominale Steuerlast in Deutschland mit fast 30 Prozent.

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Diese politischen Herausforderungen belasten die Industrie

Eine Perspektive, die auch in anderen europäischen Ländern geteilt wird. Schon in der Pressekonferenz des VDMA Präzisionswerkzeuge zu Beginn des Jahres hatte der Vorsitzende der Fachabteilung Wendeschneidplatten, Markus Horn, als Past President der European Cutting Tools Association (ECTA) als erste zu meisternde Herausforderung die europäische Gesetzgebung aufs Korn genommen. Die Bürokratie der EU würde viele Unternehmen in Europa schwer belasten und vor allem nur eines produzieren – Kosten!

Namentlich erwähnte er den EU Green Deal, die ab 2025 relevante Corporate Social Responsibility Directive, die Corporate Sustainability Due Diligence Directive und den Carbon Border Adjustment Mechanism, kurz CBAM. Letzterer soll verhindern, dass Industriesektoren in andere Teile der Welt verlagert werden. Gleichzeitig will Brüssel Anreize für Hersteller in Drittländern schaffen, Emissionen zu reduzieren. „Die Grundidee dahinter ist gar nicht so schlecht. Doch aktuell sind europäische Exportunternehmen wegen der zusätzlichen Kostenbelastungen durch CBAM auf den Weltmärkten weniger wettbewerbsfähig“, merkt Horn an. Und es bestehe auch das Risiko der Verlagerung von CO2-Emissionen in Drittstaaten.

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