Reform nötig Schlechte Noten für den Standort Deutschland

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Ökonomen haben dem Standort Deutschland ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, die die dpa jetzt meldet.

Mieses Zeugnis! Professor Niklas Potrafke vom Ifo-Institut gibt hier Auskünfte über die momentane Lage des Standorts Deutschland für die Industrie: „Damit es dem Wirtschaftsstandort Deutschland wieder besser gehen kann, werden Reformen benötigt“.(Bild:  Ifo-Institut)
Mieses Zeugnis! Professor Niklas Potrafke vom Ifo-Institut gibt hier Auskünfte über die momentane Lage des Standorts Deutschland für die Industrie: „Damit es dem Wirtschaftsstandort Deutschland wieder besser gehen kann, werden Reformen benötigt“.
(Bild: Ifo-Institut)

Rund 180 vom Münchener Ifo-Institut befragte Wirtschaftsprofessoren geben Deutschland im internationalen Vergleich nur die Schulnote 3,4. Das sei für die Industrienation Deutschland aber schon besorgniserregend schlecht, kommentiert der Ifo-Experte Professor Niklas Potrafke das Ergebnis. Besonders deutlich beklage man die Bürokratie und bestehende Regulierungen. „Damit es dem Wirtschaftsstandort Deutschland wieder besser gehen kann, werden Reformen benötigt“, betonte Potrafke. Dazu zählen natürlich der Bürokratieabbau und mehr öffentliche Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung. Dafür sollte aber auf keinen Fall die Schuldenbremse aufgeweicht werden, wie der Experte mahnt. Vielmehr bedürfe es beispielsweise einer Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.

Mehr Schwächen als Stärken vor der Nase

In neun von 13 erhobenen Kategorien sahen die befragten Experten häufiger eine Schwäche als eine Stärke Deutschlands im internationalen Vergleich. Bei Regulierung und Bürokratie sprachen 87 Prozent von einer Schwäche, bei Energie und Rohstoffen 74 und beim Thema Digitalisierung 67 Prozent. Auch Lohnnebenkosten, Steuern und Infrastruktur führten demnach zu Unwohlsein in der Industrie. Das Lohnniveau in Deutschland spielte in der Befragung dagegen keine besondere Rolle, denn rund drei Viertel der Ökonomen bewerteten es als neutral.

Immerhin gibt es nicht nur graue Wolken

Als Stärke wurden immerhin mit 67 Prozent am häufigsten die politischen Institutionen in Deutschland bezeichnet. Unsere nach wie vor funktionierende Demokratie, verbunden mit Merkmalen wie Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftlicher Freiheit, Schutz des Eigentums und geringer Korruption ist gerade im Vergleich zu Diktaturen oder Autokratien. „Das ist ein klarer Standortvorteil für Deutschland“, meint Potrafke. Tendenziell als Stärke Deutschlands sahen die befragten Experten aber auch die Bildung und das Humankapital. Auch die Sicherheit und geopolitische Risiken sowie der Zugang zu Finanzierung gehören noch dazu.

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