Durch die Verbesserung der internationalen Konjunktur und einen stärkeren privaten inländischen Konsum erholt sich die österreichische Wirtschaft langsam von der Rezession 2023/24. Für 2025/2029 schätzt das WIFO den durchschnittlichen jährlichen realen BIP-Zuwachs auf 1,25 Prozent.
WIFO-Ökonom Josef Baumgartner, zeigt, dass Österreich deutlich an Wertschöpfung eingebüßt hat. Die Aussichten bis 2029 sind verhalten.
(Bild: Foto: Alexander Müller - Fotokurse, Fotografie, Fotoreisen | www.alexandermüller.at)
„Durch die COVID-19-Krise, die Energiepreiskrise und die Rezession 2023/24 büßte Österreich deutlich an Wertschöpfung ein. Die Einbußen 2020/2029 liegen je nach den Annahmen zum durchschnittlichen Wachstum im kontrafaktischen Szenario ohne Krisen und ohne Rezession zwischen 105 und 215 Mrd. Euro", so Josef Baumgartner, einer der Autoren der aktuellen mittelfristigen WIFO-Prognose.
Internationale und monetäre Rahmenbedingen
In den für die österreichische Exportwirtschaft wichtigsten Ländern bzw. Ländergruppen (Euro-Raum, MOEL 5, USA, China, Schweiz) wird angenommen, dass sich das reale Wirtschaftswachstum (exportgewichtet) von 0,75 Prozent in 2023 auf 2 Prozent in 2026 erhöht und sich danach wieder etwas abschwächt (2029: +1,75 Prozent).
Bildergalerie
Für die Geldpolitik im Euro-Raum erwartet das WIFO nach der Zinssenkung im Juni, September und Oktober noch weitere Zinssenkungsschritte. Mittelfristig wird ein Rückgang des Dreimonatszinssatzes von 3,6 Prozent (2024) auf 2,5 Prozent (2026) unterstellt. Die Sekundärmarktrendite auf 10-jährige deutsche Bundesanleihen dürfte von 2,5 Prozent (2024) auf 2 Prozent (2025/2027) zurückgehen und bis zum Ende des Prognosezeitraumes auf knapp 3 Prozent ansteigen.
Der Wechselkurs des Dollar gegenüber dem Euro bleibt auf Basis der beschriebenen Wachstums- und Zinsentwicklung in den USA und im Euro-Raum nahezu konstant.
Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich
Österreichs Wirtschaft erholt sich nur langsam von der Rezession der Jahre 2023 (-1,0 Prozent) und 2024 (-0,6 Prozent). Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Energiepreise und die Lohnstückkosten hierzulande höher. Dadurch wird insbesondere die energieintensive Exportwirtschaft auch mittelfristig Wettbewerbsnachteile haben. Weitere strukturelle Probleme bestehen bei der Integration von Migranten, in der Erwerbsbeteiligung sowie im Bildungssystem, die ebenfalls das mittelfristige Wirtschaftswachstum bremsen.
Die österreichische Wirtschaft wird daher jährlich real um 0,2 Prozentpunkte schwächer wachsen als der Durchschnitt des Euro-Raumes. Das Trendwachstum beträgt laut der Methode der Europäischen Kommission 0,75 Prozent pro Jahr. Für 2025/26 erwartet das WIFO ein reales Wirtschaftswachstum von 1 Prozent bzw. 1,5 Prozent, für den gesamten Prognosezeitraum von 2025 bis 2029 ein Wachstum von 1,25 Prozent p. a..
Zurückhaltend bei Investitionen in die Energiewende
Aufgrund der internationalen Konjunkturerholung, des Rückgangs der Zinssätze sowie des Körperschaftsteuersatzes und begünstigt durch den (Öko‑)Investitionsfreibetrag und Nachholeffekte werden die Ausrüstungsinvestitionen 2026 um 4 Prozent wachsen. Der Umstieg auf eine CO2-ärmere Produktionsweise erfordert zwar verstärkte Investitionen in die Energiewende, wegen der hohen Unsicherheit und des Anstiegs der Lohnstückkosten dürfte jedoch insbesondere die Industrie zurückhaltend investieren, da das schwierige Umfeld in Europa die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. In den Jahren 2027/2029 wird mit einem Zuwachs von durchschnittlich 2,75 Prozent pro Jahr gerechnet.
Trotz des demografischen Wandels mit einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung dürfte zum Ende des Prognosezeitraumes 2029 das Arbeitsangebot noch um 0,1 Prozent zunehmen. Mittelfristig verstärkt sich dadurch aber die Arbeitskräfteknappheit. Dies trübt einerseits die mittelfristigen Wachstumsaussichten, dämpft jedoch andererseits merklich die Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote unterschritt bereits 2022 das Vorkrisenniveau von 2019 und wird 2029 5,7 Prozent betragen.
Sinkende Inflation, aber steigende Staatsschulden
Der seit Ende 2021 beobachtete kräftige Preisauftrieb (2022 +8,6 Prozent, 2023 +7,8 Prozent,) verlangsamt sich 2024 auf 3,1 Prozent. Bis Mitte 2025 erreicht die Inflationsrate das 2 Prozent-Ziel der EZB und dürfte auch mittelfristig dort verharren. Der Rückgang der Inflation dämpft auch den Reallohnzuwachs pro Kopf 2025/2029 auf durchschnittlich 0,5 Prozent pro Jahr.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Defizitquote liegt 2025 bei 4 Prozent des nominellen BIP und im gesamten Prognosezeitraum bei durchschnittlich 3,75 Prozent. Folglich steigt die Staatschuld von 80 Prozent (2024) bis 2029 auf 86,5 Prozent des nominellen BIP.
Die Treibhausgasemissionen dürften zwar weiter sinken, aber noch nicht stark genug, um den angestrebten Pfad der Klimaneutralität bis 2040 einzuhalten. Im Jahr 2029 dürften die Emissionen um 39 Prozent über dem Zielpfad liegen.