Gefeuert! Vorzeitiges Ende für Aurubis-Vorstände

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Der Aufsichtsrat von Aurubis zieht Konsequenzen aus den Millionenschäden durch Betrugs- und Diebstahlfälle bei dem Kupferkonzern, wie die dpa jetzt meldet.

Das letzte Geschäftsjahr hat dem Edelmetall-Recyclingunternehmen Aurubis mehr geschadet als genützt. Diebstähle, Unfälle und Betrug waren zu verkraften. Das bezahlen jetzt mehrere Vorstände mit der vorzeitigen Entlassung, wie die dpa meldet.(Bild:  Aurubis)
Das letzte Geschäftsjahr hat dem Edelmetall-Recyclingunternehmen Aurubis mehr geschadet als genützt. Diebstähle, Unfälle und Betrug waren zu verkraften. Das bezahlen jetzt mehrere Vorstände mit der vorzeitigen Entlassung, wie die dpa meldet.
(Bild: Aurubis)

Fast der komplette Vorstand von Aurubis muss gehen. Die Fälle hatten auch zu Kritik am Risikomanagement des „MDax“-Konzerns geführt. Demnach verlieren Vorstandschef Roland Harings, Finanzvorstand Rainer Verhoeven sowie Produktionsvorstand Heiko Arnold vorzeitig ihre Posten. Nachfolger stehen, wie es weiter heißt, noch nicht fest. Nur die erst Anfang 2023 in den Vorstand berufene Recyclingchefin Inge Hofkens darf bleiben und erhält zusätzliche Aufgaben. Diese Maßnahmen waren nach wochenlangen Spekulationen erwartet worden. Um die Vorstandsarbeit zu unterstützen, werde außerdem das Aufsichtsratsmitglied Markus Kramer zum 1. März zunächst bis 30.September in den Vorstand rücken. Er soll die wesentlichen Aufgaben von Arnold übernehmen und sich zusätzlich mit dem Unternehmenswandel befassen. Die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern laufe. Der Aktienkurs reagierte am gestern aber kaum auf die Unternehmensmitteilung, denn überraschend kam sie nicht.

Aurubis muss sich möglichst schnell erholen

Kurz vor Weihnachten hatte der Aufsichtsrat den Vorstand quasi auf Abruf gestellt. Zu Wochenbeginn berichtete das Unternehmen dann über weit fortgeschrittene Gespräche mit drei Vorstandsmitgliedern in Bezug auf die vorzeitige Beendigung ihrer Tätigkeit. Wie die Hamburger dann gestern mitteilten, scheidet Verhoeven zum 30. Juni aus, Arnold zum 29. Februar. Aurubis-Chef Harings wird das Unternehmen noch bis zum Geschäftsjahresende am 30. September führen. Der Manager ist seit Mai 2019 im Vorstand und hatte das Ruder bei Aurubis nur wenig später am 1. Juli desselben Jahres übernommen. „Hiermit ziehen wir im Vorstand die Konsequenzen“, kommentierte Harings laut Mitteilung mit Blick auf die Folgen krimineller Handlungen mit erheblichen Nachteilen für das Unternehmen. Auch die tragischen Arbeitsunfälle hätten den Vorstand tief betroffen gemacht (So gab es im Mai 2023 einen Unfall im Hamburger Werk, bei dem bei Instandhaltungsarbeiten Stickstoff ausgetreten war – drei Mitarbeiter starben). Das Unternehmen müsse nun dringend wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht werden.

Diebstähle und Betrug beutelten Aurubis

Mitte vergangenen Jahres war ein hoher Fehlbestand an Edelmetallen bekannt geworden. In einem anderen Fall handelte es sich um Betrug. Es waren interne Proben zur Verifizierung der Metallgehalte von Lieferungen von Recyclingmaterialien im Werk Hamburg manipuliert worden, wodurch überhöhte Rechnungen bezahlt wurden. Unter dem Strich sprach der Konzern im Dezember bei der Präsentation der Jahresergebnisse für 2022/23 von einem Fehlbestand an Metallen im Wert von 169 Millionen Euro.

Der Aufsichtsrat hatte bei einer Rechtsanwaltskanzlei auch eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis liegt nun vor. Vom Unternehmen heißt es dazu, dass auf Basis des Rechtsgutachtens der Kanzlei zur Verantwortung der drei Vorstandsmitglieder man von der Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegen die drei Vorstandsmitglieder absieht.

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