Expertise super, aber ... Insolvenz beim Batteriehersteller Varta! Droht die Zerschlagung?

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Batterieexperte Dirk Uwe Sauer sieht in der möglichen Zerschlagung von Varta ein Problem, das die gesamte Batteriebranche Deutschlands betrifft ...

Der Ellwanger Batteriehersteller Varta hat einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. Für den Batterieexperten Professor Dirk Uwe Sauer von der RWTH-Aachen ist das eine mehr als beunruhigende Nachricht ...(Bild:  Varta)
Der Ellwanger Batteriehersteller Varta hat einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. Für den Batterieexperten Professor Dirk Uwe Sauer von der RWTH-Aachen ist das eine mehr als beunruhigende Nachricht ...
(Bild: Varta)

Die Zerschlagung von Varta wäre ein weiterer Schlag für die Batterieindustrie in Deutschland, sagte Dirk Uwe Sauer, Universitätsprofessor von der RWTH Aachen, wo er Inhaber des Lehrstuhls für elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik besetzt. In Deutschland sind laut Sauer Unternehmen wie Varta rar. Schon gar nicht gibt es welche mit so einer Tradition, kommentierte der Professor. Die Autoindustrie lässt sich einfach nicht von kleinen Start-ups beliefern. Die OEMs brauchten vielmehr Unternehmen mit Qualität, Zuverlässigkeit und einer gewissen Größe. Wenn bei einer Zerschlagung jetzt der Gewinnbringer aus dem Unternehmen genommen werde, stelle sich die Frage, wie Innovationen finanziert werden könnten. Und technologisch gesehen, ist das, was Varta macht, sehr gut, so Sauer.

Haushaltsbatterien werden nicht tangiert

Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank und die Finanzinvestoren RBC Bluebay, Blantyre und Whitebox hatte diese Woche angekündigt, das Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien aus dem Varta-Konzern ausgliedern zu wollen. Begründet wurde die Aussage mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens. Varta hat auch einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Ziel sei es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und dabei eine nachhaltige Fortführung des Varta-Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Das Geschäft mit den Haushaltsbatterien sei aber von dem in die Wege geleiteten Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Chance mit Natrium-Ionen-Batterie bitte nicht vertun!

Letzten Endes sei aber alles eine Frage des Preises. Damit komme man zu einem generellen Problem der deutschen Batterieindustrie. Sauer präzisiert: „Wir verfügen nicht über eine große Volumenherstellung!“ In China aber gibt es dieselbe nebst einem ruinösen Preiskampf. „Wir wissen auch schon lange, dass wir in dieses Dilemma mit der Abhängigkeit von China hineinlaufen“, wie Sauer zugeben muss. Varta arbeitet unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien, die für Europa als eine echte Chance gelten, um von China unabhängiger werden zu können, weil man über den Weltmarkt dafür besser an die benötigten Rohstoffe herankommt. Aus Sicht des RWTH-Experten ist es jedenfalls keine Option, auf europäische Batteriehersteller zu verzichten.

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