Immer daran denken!

So vermeidet man üble Unfälle durch Strom beim Handschweißen

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Deshalb ist Wechselstrom gefährlicher als Gleichstrom

Wechselstrom gilt als deutlich gefährlicher als Gleichstrom. Das ist so, weil er den Herzrhythmus beeinträchtigen und Herzkammerflimmern auslösen kann. Oft unterschätzt werde auch, dass eben bereits geringe Stromstärken zwischen einem und 10 mA ausreichten, um unwillkürliche Reflexbewegungen hervorzurufen, die dann oft Sekundärunfälle auslösen – beispielsweise könnten solche unkontrollierten Reaktionen zum Sturz von einer Leiter oder zu anderweitigen Verletzungen führen, wie Fronius präzisiert. Außer der Stromstärke spielt es aber auch eine Rolle, wie lange der Stromfluss wirkt: Je länger er anhält, desto gravierender sind die gesundheitlichen Folgen. Aus diesem Grund ist es für Schweißfachkräfte unerlässlich, stets geeignete Schutzausrüstung zu tragen. In Europa müssen Schweißhandschuhe etwa den Anforderungen der Norm EN 12477 entsprechen, während Arbeitsschuhe die Schutzklasse S3 gemäß EN ISO 20345 erfüllen sollten. Die Stromstärke (I in Ampere) ist von der angelegten Spannung (U in Volt ) und dem Widerstand (R in Ohm) abhängig und folgt dem ohmschen Gesetz (U = R × I). Will man die Stromstärke also ermitteln, kann ein Körperwiderstand (ohne Schutzausrüstung) von Hand zu Hand oder Hand zu Fuß von 1.000 Ohm angenommen werden. Besitzt das Schweißgerät laut Typenschild eine Leerlaufspannung von 50 Volt, kann schon ein Strom von 50 mA durch den Körper fließen – lebensgefährlich!

Große Gefahr beim Schweißen mit mehreren Schweißgeräten

Arbeiten Schweißfachkräfte auch noch mit mehreren Schweißgeräten an einem Werkstück gleichzeitig oder an leitend verbundenen Bauteilen, kann die entstehende Berührungsspannung – insbesondere die Leerlaufspannung – unzulässig hohe Werte erreichen, warnt Fronius. Und diese Situation ist oft nicht unmittelbar erkennbar. Besonders kritisch werde es, wenn gleichzeitig mit unterschiedlicher Polung geschweißt werde, um optimale Ergebnisse zu erreichen. Denn beim Schweißen unter Gleichstrom (DC) summieren sich dann die Leerlaufspannungen der einzelnen Schweißgeräte, was zu gefährlich hohen Spannungswerten führen kann. Und beim Schweißen unter Wechselstrom (AC) beeinflussen sowohl die Polung der Stromkreise als auch der netzseitige Anschluss der Geräte die daraus resultierende Leerlaufspannung, wie Fronius erklärt. Unter ungünstigen Bedingungen könne die Berührungsspannung bis zur Summe aller Leerlaufspannungen der eingesetzten Geräte ansteigen. Deshalb ist es besonders wichtig, vor Beginn der Arbeiten, die Spannung zwischen den Schweißbrennern respektive Elektrodenhaltern per Multimeter zu messen, wobei beide Messspitzen des Geräts direkt an die Schweißbrenner (Elektrodenhalter) angesetzt werden müssen.

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Grundlegendes zum Arbeitsschutz beim Handschweißen

Effektive Schutzmaßnahmen können Arbeitsunfälle aber, wie gesagt, sicher verhindern. Die Verantwortung für deren Umsetzung liege grundsätzlich beim Arbeitgeber. Internationale Normen und Vorschriften – etwa von ISO (International Organization for Standardization), ASME (American Society of Mechanical Engineers), AWS (American Welding Society) und DIN (Deutsches Institut für Normung) – bilden die Grundlage für sichere Arbeitsbedingungen beim Handschweißen. Schweißfachkräfte müssen deshalb in jedem Fall über die potenziellen Gefahren informiert werden. Der Abstand zwischen den Schweißenden ist außerdem so zu wählen, dass ein gleichzeitiger Kontakt mit zwei Brennern oder Elektrodenhaltern ausgeschlossen ist, wie Fronius anmerkt. Ist dies nicht möglich, sind die Arbeitsbereiche durch isolierende Trennwände zu separieren. Zusätzlich muss durch geeignete Messungen sichergestellt werden, dass die Summenspannung den zulässigen Höchstwert der Leerlaufspannung nicht überschreitet.

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