Datendurchgängigkeit Produktion von IT-Inseln befreit

Ein Gastbeitrag von Coscom 7 min Lesedauer

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Schoeller-Bleckmann Precision Technology stellt Komponenten aus korrosionsbeständigen Spezialstählen her. Nachdem frühere Prozessverbesserungen Software-Insellösungen hervorbrachten, ermöglicht nun die Coscom ECO-Plattform einen durchgängigen Informationsfluss vom ERP-System bis hin zum Bearbeitungszentrum.

Die Kernkompetenz von Schoeller-Bleckmann liegt in der zerspanenden Bearbeitung von nichtmagnetischen, sehr korrosionsbeständigen Spezialstählen.(Bild:  Martina Lajczak 2025)
Die Kernkompetenz von Schoeller-Bleckmann liegt in der zerspanenden Bearbeitung von nichtmagnetischen, sehr korrosionsbeständigen Spezialstählen.
(Bild: Martina Lajczak 2025)

Die Schoeller-Bleckmann Precision Technology GmbH (SBPT) aus Ternitz ist einer der Weltmarktführer in der Herstellung von Hochpräzisionskomponenten für die Ölfeldindustrie. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der zerspanenden Bearbeitung von nichtmagnetischen, sehr korrosionsbeständigen Spezialstählen – genau in jenem Bereich, in dem das Coscom ECO-System seine Stärken ausspielt. Die Werkstücke haben eine stattliche Länge von bis zu 10 Metern bei einem Durchmesser bis zu 10 Zoll. 12.000 bis 13.000 Tonnen des speziellen Vormaterials werden von Voestalpine Böhler Edelstahl geliefert, wobei jedes Bauteil fein säuberlich serialisiert ist. Jede Stange Rohmaterial wird verschiedensten Proben (Zug-, Kerbschlag-, Härte- und Biegeproben) unterzogen. Aufgrund der Serialisierung sind diese Ergebnisse nachvollziehbar und die maximale Transparenz im Herstellungsprozess ist damit garantiert.

Über Coscom das gesamte Know-how im Zugriff

Die Konzerngruppe hat sich dem Richtungs- und Horizontalbohren verschrieben. Die hohe Effizienz in der Herstellung wird durch das durchgängige Datenmanagement der Coscom-ECO-Plattform sichergestellt. Stolz ist man bei SBPT unter anderem auf die „Gun-Drilling“-Maschinen, die das Bohren von zentrischen und exzentrischen Löchern ab einem Durchmesser von 2 Millimetern bis zu einer Tiefe von 5 Metern in Stahl erlauben. Charakteristisch für dieses gemeinsam mit der Technischen Universität Wien entwickelte Einlippen-Tiefbohren ist, dass durch einen Kühlkanal im Werkzeug der Kühlschmierstoff zugeführt wird und die Späne zusammen mit der Kühlflüssigkeit durch eine Sicke im Bohrerschaft abgeführt werden.

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Eine weitere Spezialität ist das „Goose Neck Drilling“ (GND), ein ebenfalls gemeinsam mit der TU Wien entwickelte Erodierverfahren (EDM). Es erlaubt, im Inneren eines metallischen Werkstückes abgelenkte Bohrungen mit kontrolliertem Verlauf durch Verwendung von EDM-Prozessen zu erzeugen. Das Funkenerodieren (electrical discharge machining, EDM) ist ein abtragendes thermisches Fertigungsverfahren für leitfähige Materialien, das auf elektrischen Entladevorgängen zwischen einer Elektrode und einem leitenden Werkstück beruht. Nach fünfjähriger Entwicklungsphase wurde 2015 von SBPT das Patent angemeldet. Im Maschinenpark befinden sich zudem 5-Achs-Fräs-Drehzentren, unter anderem mit schwingungsgedämpften Bohrwerkzeugen. Hinzu kommen CNC-Maschinen fürs 6-achsige Laserauftrag- und Engspaltschweißen sowie WIG-Schweißen zum präzisen Aufbringen kundenspezifischer Materialien in bis zu 10 Meter tiefen Bohrlöchern.

Isolierte IT-Inseln zum schlagkräftigen Ganzen verknüpft

Das Coscom ECO-System managt bei SBPT eine Produktionsfläche von 40.000 Quadratmetern mit 120 CNC-Maschinen (alle mit 840D-Steuerungen von Siemens ausgerüstet ). Weltweit sind es 450 CNC-Maschinen im gesamten SBPT-Kosmos. Coscom Tooldirector VM (einschließlich der Module Lagerverwaltung und Bestellen) sowie Coscom Factorydirector VM sind im Einsatz. Auf die Plattforminformationen greifen sieben Mitarbeiter aus dem Lager sowie acht Mitarbeiter aus der NC-Programmierung zu. Darüber hinaus sind 70 Infopoint-Terminals installiert, die alle erforderlichen Informationen zu den zu produzierenden Artikeln wie Werkzeuge, Zeichnungen, Programme, Hinweise oder Skizzen direkt an den Maschinen visualisieren. Dabei können sogar DIN-A0-Zeichnungen als Plot auf den OLED-Bildschirmen angezeigt werden.

Wir fragten das Topmanagement nach den Motiven, die zur Einführung der Coscom ECO-Plattform führten.„Schoeller-Bleckmann ist stets am Puls der Zeit. Das gilt für technologische Innovationen ebenso wie für den Einsatz von Softwareprodukten. Vor Coscom hatten wir bei der Werkzeugverwaltung die Lösung einer international tätigen Firmengruppe ausgewählt. Leider hatte die Systemintegration nicht so funktioniert wie geplant. Dieser Umstand führte zu einer Neuevaluierung des Tool-Managements. Coscom hat sich als kompetenter Lösungs- und Integrationspartner qualifiziert. Deshalb haben wir uns für die Coscom-Plattform entschieden“, erklärt Geschäftsführer Franz Wurzer.

Natürlich hatten sich die einzelnen Abteilungen über die Jahre hinweg damit befasst, ihre Arbeitsabläufe zu verbessern und eigene Digitalisierungsansätze umgesetzt. Die Ergebnisse waren zufriedenstellend, doch ein ganzheitliches Abbild der Informationslogistik in der Produktion war dadurch nicht möglich. Diese IT-Lösungen mussten daher im Jahr 2023 einer End-to-End-Integration auf Basis von bewährten Coscom-Lösungen weichen.

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Plattform offen für eigenes ERP und MES

IT-Leiter Manfred Reiter erinnert sich: „Wir hatten viele Insellösungen im Einsatz und es gab keine Integration. Das erzeugte bei uns einen hohen Mehraufwand in der Datenpflege. Die Fähigkeit zur Anbindung führender IT-Systeme war daher das Wesentliche, was uns an Coscom überzeugte. Die Coscom ECO-Plattform ist offen konzipiert und bietet die Möglichkeit, unser SAP, unser ECM für die Zeichnungsverwaltung und MES für die Auftragsfeinplanung über Standard-Gateways zu integrieren.“ Alle erforderlichen Informationen werden nun zusammengeführt und über Infopoint-Terminals unmittelbar in der Nähe der Bearbeitungszentren visualisiert. „Das bietet unter anderem den Vorteil, dass Fertigungszeichnungen nicht mehr ausgedruckt werden“, so der IT-Experte weiter. Direkt an den Bearbeitungszentren ist auf einen Blick ersichtlich, welche Werkzeuge für den jeweiligen Arbeitsgang benötigt werden.

„Im Vorfeld der Implementierung der Coscom ECO-Plattform war eine der wichtigsten Kundenanforderung, dass nach jedem Software-Update alles wieder wie zuvor funktionieren muss – ohne Zusatzaufwand. Bei den bisher eingesetzten Insellösungen war das nicht der Fall”, sagt der verantwortliche Kundenbetreuer von Coscom Computer, Christian Snetivy. Seit dem Einsatz der Coscom-Lösung ist eine komfortable Update-Fähigkeit kein Thema mehr, Und Manfred Reiter erwähnt lobend in diesem Zusammenhang, dass mit Coscom ein Testsystem definiert wurde, das unabhängig vom Produktivbetrieb auf Herz und Nieren geprüft werden kann.

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