Das Start-up ONE Ware launcht heute ONE AI, eine vollautomatisierte KI‑Extension für die Open-Source Entwicklungsumgebung ONE Ware Studio. Damit lassen sich auch im Maschinenbau in kürzester Zeit eigene KI-Modelle trainieren ohne vorherige KI-Expertise.
Wollen KI für alle Branchen leicht nutzbar machen: Die Gründer von ONE Ware, CEO Leon Beier, COO Ali Durmaz, CRO Leo Wiegand und CTO Hendrik Mennen (v.l.).
(Bild: ONE Ware)
Ab dem 1. September 2025 können sich interessierte Entwickler aller Branchen kostenfrei registrieren, sofort eigene KI-Modelle trainieren und ein Startguthaben im Wert von 500 Euro nutzen, das erfahrungsgemäß für etwa 20-30 Trainingsläufe ausreicht. Trainierte Modelle lassen sich mit einer 30 Tage gültigen Testlizenz exportieren und auf unterschiedlichen Zielsystemen evaluieren. Der gesamte Ablauf ist so gestaltet, dass einzelne Entwickler oder Entwicklerteams ohne vorherige KI- oder Hardware-Expertise unmittelbar produktiv werden: Ein geführter Workflow mit sinnvollen Voreinstellungen übernimmt die KI-spezifischen Entscheidungen und führt von der Idee zur Umsetzung, so das Unternehmen.
Stand der KI-Entwicklung zwischen Standardmodellen und Expertenarbeit
Branchenübergreifend stehen Unternehmen vor einem grundsätzlichen Konflikt: Entweder greifen Sie auf universelle Modelle zurück, die ursprünglich für generische Aufgaben entwickelt wurden oder sie investieren in dedizierte Data-Science-Teams, die neuronale Netze von Hand entwickeln. Beide Ansätze bringen Trade-offs mit sich.
Universelle Modelle sind so konzipiert, dass sie ein möglichst breites Spektrum an Aufgaben abdecken können. Somit enthalten sie auch zahlreiche Schichten, Parameter und Verarbeitungspfade, die nicht für die jeweilige Zielanwendung relevant sind. Diese Pfade sind jedoch fest in die Architektur integriert, werden bei jeder Inferenz vollständig aktiviert und müssen immer berechnet werden. Eine selektive Nutzung findet nicht statt und der zusätzliche Rechenaufwand sowie verlängerte Ausführungszeiten sind unvermeidbar. Irrelevante Pfade können die Modellgenauigkeit negativ beeinflussen. Zusätzlich werden häufig irrelevante Eigenschaften des Trainingsdatensatzes erlernt, während gleichzeitig wichtige Merkmale unberücksichtigt bleiben. Beides wirkt sich negativ auf die Generalisierungsfähigkeit und die Ergebnisqualität aus.
Die manuelle Entwicklung individueller Modelle wiederum erfordert Wochen bis Monate, spezialisiertes Fachpersonal und tiefergehende Kenntnisse über KI-Architekturen sowie deren Anpassung an spezifische Hardwareumgebungen. Genau dieses Know-how ist jedoch sehr begrenzt bis kaum verfügbar. In vielen Fällen wird daher auf universelle Modelle zurückgegriffen.
Automatisierte Architekturgenerierung für jede Anwendung und Branche
ONE AI ist laut ONE Ware die weltweit einzige Plattform zur automatisierten Architekturgenerierung in Sekunden und setzt dafür Neural Architecture Prediction (NAP) ein: Statt Architekturen iterativ zu suchen oder generische Netze nachträglich zu adaptieren, prognostiziert die Plattform aus Anwendung, Daten und Zielhardware die passende Modellarchitektur und erzeugt sie in weniger als einer Sekunde.
Mit ONE AI wird jede programmierbare Komponente zur KI-Komponente und kein spezialisierter KI-Chip ist erforderlich. Stattdessen passt das Tool die Modelle an die vorhandene Hardware an und bringt KI sekundenschnell in den Einsatz. Anwender legen lediglich das Hardwareprofil und Zielmetriken fest. ONE AI leitet daraus Struktur, Quantisierung und Rechenpräzision ab, trainiert das Modell und bereitet den Export für die Evaluierung auf dem Zielsystem vor.
Benutzeroberfläche von ONE AI: Von der Hardware-Auswahl bis zur fertigen und optimierten Netzwerkarchitektur in wenigen Klicks.
(Bild: ONE Ware)
„Mit dem Launch eröffnen wir die erste Phase, in der jeder Entwickler branchenunabhängig KI-Modelle eigenständig erstellen, testen und auf der gewünschten Ziel-Hardware evaluieren können. Unser Ziel ist es, die Praktikabilität in den Vordergrund zu stellen: einfacher Einstieg und ein klarer Pfad von der Idee zur Umsetzung. Mit ONE AI wollen wir die Art und Weise wie KI branchenweit eingesetzt verändern und den Einstieg für jedes Unternehmen erleichtern“, so Leon Beier, Mitgründer und CEO von ONE Ware.
KI-Modelle laufen auch auf 10 Jahre alter Hardware
Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal von ONE AI ist die Fähigkeit, hoch performante KI-Modelle selbst auf über zehn Jahre alter Hardware sofort einzusetzen. Durch diese Technologie werden Chip‑ und Hardwarehersteller erstmals konkurrenzfähig zu Nvidia. Die Lösung läuft auf bestehender Infrastruktur und erreicht dort eine Performance, die bislang teurer Spezial-Hardware vorbehalten war, so das Start-up. Dadurch werde der Einsatz von KI auf vorhandener Hardware ressourcenschonend und nachhaltig.
Gleichzeitig lässt sich ONE AI auf besonders kosteneffizienten Plattformen betreiben, was den Zugang zu KI deutlich wirtschaftlicher macht, ohne Abstriche bei der Leistungsfähigkeit. Anstatt ein bestehendes Modell zu modifizieren oder auf Transfer Learning zu setzen, generiert ONE AI bei jedem Durchlauf ein neues, eigens berechnetes Netzwerk, das in seiner Struktur, Quantisierung und Performance exakt auf die technische Umgebung des Nutzers abgestimmt ist. Dieser Vorgang benötige weniger als eine Sekunde und erfordere keine KI-Vorkenntnisse.
Stand: 08.12.2025
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Wer ist ONE Ware?
Das junge Start-up ONE Ware ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen weltweit, das die Entwicklung maßgeschneiderter KI-Modelle vollständig automatisiert – für jede Anwendung, Hardware und Branche. Die Technologie generiert innerhalb von einer Sekunde optimal angepasste neuronale Netzwerke, die sofort einsatzbereit sind. Damit senkt das Unternehmen die technischen und wirtschaftlichen Hürden für den KI-Einsatz drastisch, selbst auf bestehender, bis zu zehn Jahre alter Hardware. Die generierten Modelle sollen bis zu 488 Mal schneller und 24 Mal präziser arbeiten als bestehende Lösungen. Das in Ostwestfalen Lippe ansässige Unternehmen wurde von Leon Beier, Leo Wiegand, Hendrik Mennen und Ali Durmaz gegründet und verfolgt die Mission, KI universell zugänglich zu machen – unabhängig von Branche, Anwendung oder vorhandener Infrastruktur.
Damit die erzeugten Modelle auf der jeweiligen Hardware eingesetzt werden können, steht ONE Ware Studio als offene Entwicklungsumgebung zur Verfügung. Studio liefert die Projektstruktur, verwaltet Daten- und Hardwarekontext und integriert ONE AI direkt als Extension. So entsteht eine vollständige Plattform: ONE AI übernimmt die automatisierte Modellgenerierung und Optimierung, während ONE Ware Studio die Brücke zur Zielhardware bildet und den produktiven Einsatz ermöglicht.
Weltweit führender Chip-Hersteller und Kunden sind überzeugt
Mit diesen Vorteilen konnte ONE Ware bereits einen der führenden Hardware-Hersteller Altera als Partner gewinnen und die Leistungsfähigkeit von ONE AI durch ein Whitepaper validieren. Die Integration von ONE AI erleichtert es Kunden des Chip-Herstellers, leistungsfähige KI-Anwendungen direkt auf der Hardware umzusetzen.
„Die Zusammenarbeit mit ONE Ware zeigt das unglaubliche Potenzial, das entsteht, wenn intelligente KI-Entwicklung auf hocheffiziente FPGA-Technologie trifft. ONE Ware hebt unsere MAX-10-Plattform auf ein neues Niveau. Wir liefern nicht nur technologisch führende Lösungen, sondern bauen gemeinsam Lösungen, die deutlich präziser, effizienter und in der industriellen Praxis wirksamer sind. Diese Partnerschaft steht für eine neue Generation industrieller KI: skalierbar, ressourcenschonend und universell einsetzbar“, berichtet Mark Moran, Director of Boards, Development Kits, and Partners at Altera.
Und auch namhafte Kunden überzeugte ONE Ware durch erfolgreiche Projekte. So nutzt der Druckguss- und Oberflächenexperte HDO ONE AI zur Echtzeit-Qualitätskontrolle von Metallteilen. Auch der Designbeschlaghersteller FSB setzt die Technologie zur Defekterkennung ein.
Dank des gezielten Einsatzes von KI-gestützter Bildverarbeitung konnten wir in nur wenigen Wochen eine robuste Fehlererkennung auf hochglänzenden Oberflächen etablieren: Ein Meilenstein, für den klassische Messtechniklösungen bis zu eineinhalb Jahre benötigen würden.
Christian Leon, COO & Geschäftsführer von HDO
Ausblick: Neue Datentypen, Expert Mode und API-Integration
Derzeit ist ONE AI für die automatisierte Generierung und Optimierung neuronaler Netzwerke im Bereich der Bildverarbeitung ausgelegt. Die zugrunde liegende Architekturvorhersage-Engine wird weitere Datendomänen wie strukturierte tabellarische Daten, zeitabhängige Messreihen (Time Series) sowie multivariate Sensorsignale unterstützen. Die Roadmap sieht zudem einen sogenannten Expert Mode vor, in dem fortgeschrittene Entwickler einzelne Architekturparameter gezielt manuell setzen können, während die Plattform die restliche Modellstruktur automatisch optimiert. Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Bereitstellung einer Programmierschnittstelle (API), über die anderen Anbieter von No-Code-KI-Plattformen ONE AI direkt integrieren können.