Alarmrufe aus Österreich Österreichische Autozulieferer kämpfen ums Dasein

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Das Schicksal der europäischen Automobilindustrie hat unmittelbare Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Österreich, wie die Agentur dpa meldet. Man habe die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Österreichs Automobilzulieferer stehen aufgrund der allgemeinen Krise in Sachen E-Mobilität vor dem Abgrund, heißt es. Nach Ansicht von Experten ist der rein elektrische Weg auch nicht zielführend. Deshalb plädiert man, auch auf synthetische Kraftstoffe (e-Fuels) zu setzen ...(Bild:  E-Fuels Alliance)
Österreichs Automobilzulieferer stehen aufgrund der allgemeinen Krise in Sachen E-Mobilität vor dem Abgrund, heißt es. Nach Ansicht von Experten ist der rein elektrische Weg auch nicht zielführend. Deshalb plädiert man, auch auf synthetische Kraftstoffe (e-Fuels) zu setzen ...
(Bild: E-Fuels Alliance)

Die Automobilzulieferer dürfen sich angesichts der europaweiten Probleme der Branche nicht mit einer Zuschauerrolle begnügen. Der Alpenstaat müsse nun viel mehr gemeinsam mit anderen Mitgliedstaaten aktiv werden, um noch größeren Problemen entgegen zu wirken. Der Alarmruf diverser industrieller Dachverbände dürfe nicht ungehört verhallen. Und wenn die Strafzahlungen 2025 auf rund 16 Milliarden Euro ansteigen, führe das zu einer ruinösen Kernschmelze dieser für Europa so wichtigen Industriesparte, wie es weiter heißt. Denn diese enorme Summe ist an die Europäische Kommission abzuliefern, sofern man keine Konkurrenz (etwa aus USA oder China) findet, die gegen gutes Geld Gutschriften abtritt. „Gleich finanziell ausbluten oder die Konkurrenten so fördern, dass sie Marktanteile erobern, ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera“, warnt der österreichische e-Fuel-Alliance-Chef Jürgen Roth.

Wenn es brennt, ist gefälligst gleich die Feuerwehr zu rufen

In Deutschland findet angesichts dieses Problemfeldes bekanntlich ein Autogipfel statt. Italien drängt auf ein Vorziehen der Anpassung der CO2-Verordnung von 2026 auf jetzt. In beiden Ländern stehen aktuell zehntausende, mittelfristig hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. In Österreich ist die Betroffenheit mindestens genauso groß, denn es sind rund 80.000 Personen in Zulieferbetrieben beschäftigt. Die Politik dürfe bei dieser Entwicklung nicht untätig zusehen. Roth fordert: „Es braucht ein klares Signal der österreichischen Regierung, dass man sich dem Niedergang profitabler Betriebe mit attraktiven Arbeitsplätzen entgegenstemmen wird.“ Denn wenn das Haus brenne, rufe man schließlich gleich die Feuerwehr und nicht erst, wenn nur noch Asche übrig sei. Und e-Fuels spielen bei der Rettung der europäischen Autoindustrie eine wichtige Rolle, weil sie die Not der Hersteller lindern können. Damit diese Unterstützung aber wirksam werden kann, braucht es dringend regulatorische Klarheit. Der entsprechende Rechtsakt zur Technologieoffenheit wurde zwar für 2026 zugesagt, doch das zu spät, so Roth.

Unerträglicher Schwebezustand muss schleunigst beendet werden

Denn wie Elektromotoren könnten e-Fuels den CO2-Rucksack, den man bei Verbrennerfahrzeugen normalerweise mit sich herumschleppt, deutlich leichter werden lassen. Denn sie emittieren nur so viel Kohlendioxid, wie zuvor für ihre Herstellung aus der Atmosphäre entnommen wurde. Die derzeit gültigen Verordnungen verhindern aber eine Technologieoffenheit, wie Roth anmerkt. Dieser Umstand wurde bereits erkannt. Eine Überprüfung wurde versprochen. Das steht auch in den Regierungsleitlinien der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Nun zeigt sich aber, dass die Autoindustrie unter schwerstem Stress steht und mit ihr die Zulieferindustrie, deren Aufträge einbrechen, wenn die Autoindustrie ihre Produktion drosselt. „Der Schwebezustand nützt niemandem und ist daher schleunigst zu beenden", appelliert Jürgen Roth an die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission.

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