Österreichische Unternehmen und Erfinder haben im Jahr 2025 mehr als 2.250 europäische Patentanmeldungen eingereicht – nach Jahren des Rückgangs jetzt 5 Prozent mehr als 2024. Damit liegt Österreich weltweit auf Platz 16, in der EU auf Platz 10.
Das Europäische Patentamt (EPA) hat 2025 eine Rekordzahl von Patentanmeldungen erhalten. Österreich hat 5 % mehr als 2024 eingereicht.
(Bild: Ossip van Duivenbode)
Unternehmen und Erfinderinnen und Erfinder aus Österreich reichten im Jahr 2025 insgesamt 2.253 europäische Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) ein, wie das EPO Technology Dashboard 2025 (ehemals Patent Index) zeigt. Das entspricht einem Anstieg von +5,0 % gegenüber 2024. Damit liegt Österreich deutlich über dem EU- und dem weltweiten Durchschnitt. Zugleich markiert dies eine Rückkehr zum Wachstum nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs. Diese Zahlen unterstreichen die weiterhin starke Innovationsleistung Österreichs im Verhältnis zu seiner Größe.
Das Europäische Patentamt (EPA) hat im vergangenen Jahr laut dem EPO Technology Dashboard 2025 die Rekordzahl von insgesamt 201.974 Patentanmeldungen erhalten. Sie stiegen im vergangenen Jahr um 1,4 % und kehrten damit zu einem stetigen Wachstum zurück. Die Anmeldungen aus Europa, einschließlich aller 39 EPA-Mitgliedstaaten stiegen um 0,4 % (EU27: +0,7 %), während die Anmeldungen aus Ländern außerhalb Europas um 2,1 % zunahmen. Patentanmeldungen sind ein Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Österreich rangiert im Jahr 2025 unter allen Herkunftsländern für europäische Patentanmeldungen auf Platz 16 und innerhalb der EU auf Platz 10. Pro Kopf liegt Österreich mit 245 Anmeldungen pro eine Million Einwohner weltweit auf Platz 8 und bestätigt damit seine hohe Innovationsleistung im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Innerhalb Europas ist Österreich neben Finnland (+44,0 %), Dänemark (+5,2 %) und Spanien (+2,9 %) eines der wenigen mittelgroßen oder größeren Patentländer, die 2025 ein Wachstum verzeichneten. Was das relative Wachstum betrifft, ist Österreich seit 2016 jedoch nur um +11,3 % gewachsen, was unter dem Durchschnitt des EPA (+13,9 %) und dem weltweiten Durchschnitt (+27,0 %) liegt.
EPA-Präsident António Campinos: „Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt.“
„Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt", sagt EPA-Präsident António Campinos. „Das Technology Dashboard 2025 zeigt auf, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen. Es unterstützt politische Entscheidungsträger in Europa dabei, zentrale Themen zu identifizieren sowie gezielte Maßnahmen und Investitionen zu planen, um technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“
Wachstum in den Bereichen Spezialmaschinen und Hightech
Österreichs führender Technologiebereich im Jahr 2025 war erneut Elektrische Maschinen, Apparate und Energie mit 223 Anmeldungen, gefolgt von Bauwesen (157), Sonstige Spezialmaschinen (155), Fördertechnik (145) und Transport (129). Elektrische Maschinen sind zwar nach wie vor Österreichs größter Bereich, doch gingen die Anmeldungen hier um 19,2 % zurück.
Zu den Sektoren mit starkem Wachstum bei den Patentanmeldungen aus Österreich gehören 2025:
Sonstige Spezialmaschinen (+37,2 %, darunter 3D-Druckmaschinen und verschiedene Produktionswerkzeuge),
Messtechnologien (+34,2 %, darunter Sensortechnologien),
Werkstoffe und Metallurgie (+32,1 %),
Medizintechnik (+27,7 %) sowie
Fördertechnik (+20,8 %, darunter Verpackungstechnologien).
Diese Entwicklungen unterstreichen die Stärken Österreichs in den Bereichen industrielle Innovation, Advanced Manufacturing, Ingenieurwesen und nachhaltige Technologien.
Wien bleibt Österreichs führender Innovationsstandort
Die Patentaktivitäten in Österreich konzentrieren sich weiterhin auf eine begrenzte Anzahl von Regionen. Wien führt 2025 mit 550 europäischen Patentanmeldungen – fast einem Viertel aller österreichischen Anmeldungen und ein Anstieg von 3,6 % gegenüber 2024. Oberösterreich folgt mit 449 Anmeldungen (+10,6 %) vor der Steiermark (352; +5,4 %) und Vorarlberg (302; +12,3 %). Zusammen entfallen auf diese vier Regionen fast drei Viertel (73 %) aller Anmeldungen aus Österreich.
Auch andere Regionen verzeichneten deutliche Zuwächse, darunter Salzburg (+22,6 %), Tirol (+14,1 %) und Burgenland (+233,3 %), während die Zahlen in Kärnten um 44,8 % zurückgingen.
Auf Stadtebene rangiert Wien auf Platz 17 unter den EPA-Regionen und auf Platz 49 weltweit und ist damit die einzige österreichische Stadt in den globalen Top 50. Andere Zentren wie Linz, Graz, Dornbirn, Höchst und Innsbruck spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der österreichischen Patentlandschaft, insbesondere in den Bereichen Industrie, Ingenieurwesen und Automobiltechnologie.
Borealis erneut an der Spitze der österreichischen Patentanmelder
Unter den österreichischen Anmeldern beim EPA liegt Borealis 2025 mit 173 Anmeldungen erneut an der Spitze. Es folgen Voestalpine (85), Julius Blum (73), Tridonic (62) und AMS-Osram (43). Voestalpine rückt auf den zweiten Platz vor, während AMS-Osram und AT&S in die Top 10 aufgestiegen sind. Viele der führenden österreichischen Anmelder sind in den Bereichen Advanced Manufacturing, Industriemaschinen, Energielösungen und Elektronik tätig.
Stand: 08.12.2025
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Innovationen in den Bereichen Digitales und saubere Energien
Die Computertechnik bleibt auch 2025 das Top-Segment (+6,1 % gegenüber 2024) bei europäischen Patentanmeldungen, getrieben durch einen Anstieg KI-bezogener Technologien (+9,5 %) und dem stark wachsenden Bereich der Quantentechnologien (+37,9 %). Während die USA insgesamt den größten Gesamtanteil an Anmeldungen im Bereich Computertechnik verzeichnen, führen europäische Innovatoren in den Teilbereichen KI und Quanten.
Digitale Kommunikation, einschließlich der Mobilfunknetze, liegt auf Rang zwei und verzeichnet das schnellste Wachstum (+11,4 %) der führenden Bereiche, was zum Teil auf den globalen Wettlauf, um die Entwicklung von 6G-Technologien zurückzuführen ist.
Elektrische Maschinen, Geräte und Energie belegen den dritten Platz (+5,3 %) und profitieren von starkem Wachstum bei Batterieinnovationen (+14,6 %), angeführt von Vorreitern aus der Republik Korea, China und Japan.
Die Halbleitertechnologie setzt ihr Wachstum fort (+7,6 %). Insgesamt führen europäische Innovatoren in acht der zehn wichtigsten Technologiebereiche.
Starke Akzeptanz des Einheitspatents durch österreichische Innovatoren
Das 2023 eingeführte Einheitspatent, das einen vereinfachten Weg zum Schutz in 18 EU-Staaten bietet, gewinnt weiter an Dynamik. Patentinhaber aus Österreich beantragten für 52,5 % ihrer im Jahr 2025 erteilten europäischen Patente einheitlichen Schutz, gegenüber 46,6 % im Jahr 2024. Das entspricht 755 Anträgen auf ein Einheitspatent . Dieser Wert liegt deutlich über der durchschnittlichen Akzeptanzrate von 40,7 % in der EU und dem weltweiten Durchschnitt von 28,7 %. Die Zahlen unterstreichen das starke Interesse österreichischer Innovatoren an einem kostengünstigen, vereinfachten Patentschutz in der gesamten EU.