Aus drei mach zwei
Getriebestufe einsparen mit Evoloidverzahnung

Ein Gastbeitrag von Christoph Stancel, Konstruktion und Entwicklung bei Maul Konstruktionen 4 min Lesedauer

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Die Evoloidverzahnung hat in bestimmten Anwendungen einige Vorteile: Es werden weniger Teile und Bauraum benötigt; die Zahnfußsicherheit erhöht sich.

Geschliffenes Z1-Sonnenrad: Ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich seit mehr als zehn Jahren mit der Evoloidverzahnung beschäftigt, ist Maul Konstruktionen. (Bild:  Maul Konstruktionen)
Geschliffenes Z1-Sonnenrad: Ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich seit mehr als zehn Jahren mit der Evoloidverzahnung beschäftigt, ist Maul Konstruktionen.
(Bild: Maul Konstruktionen)

Zahnräder bekommt man als Katalogware meist ab circa 12 Zähnen und auch in vielen Lehrbüchern werden circa 10 Zähne als Grenzzähnezahl angegeben. Jedoch ist die klassische Stirnradverzahnung auch mit weit weniger Zähnen möglich. Diese sogenannte Evoloidverzahnung bietet in der passenden Anwendung einige Vorteile und findet sich häufig in den alltäglichsten Produkten wie der häuslichen Bohrmaschine oder Stellantrieben im privaten PKW.

Die Evoloidverzahnung ist keine technische Neuheit, sondern seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Patente. Doch sie wird nach wie vor vielfach eingesetzt. Damit eine Verzahnung als Evoloidverzahnung bezeichnet wird, muss mindestens ein Zahnrad weniger Zähne als üblich besitzen. Somit zählt eine Schneckenradverzahnung nicht als Evoloidverzahnung, da bei dieser Verzahnung die Schnecke häufig nur ein oder zwei Zähne/Gänge aufweist. Eine Kronradverzahnung mit einem Ritzel mit nur fünf Zähnen hingegen, ist für die Spezialisten beispielsweise auch dann noch eine Evoloidverzahnung, wenn beide Zahnräder geradverzahnt sind. Die höchste Übersetzung in einer Stufe wird erreicht, wenn die Zähnezahl am Ritzel bis auf Z = 1 reduziert werden kann. Dies bietet Einsparpotential bei Teilanzahl und Bauraum und kann somit Kosten verringern.