Nicht mehr ewig Chemiker präsentieren schnell zerfallende Fluorkunststoffe

Quelle: Universität Bayreuth 1 min Lesedauer

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Teams aus Bayreuth und Berlin haben es geschafft, fluorierte Kunststoffe zu entwickeln, die sich rund 10-mal schneller zersetzen als zuvor ...

Fluor, hier in seiner elementaren Form in einer Ampulle eingeschlossen, gehört zu den reaktivsten Elementen. Deswegen ist es nur gebunden zu finden. Fluorierte Kunststoffe auf Deponien gelangen aber in die Umwelt. Forscher steuern mit einer neuen Kunststoffart jetzt dagegen ...(Bild:  Chemie-Cracker)
Fluor, hier in seiner elementaren Form in einer Ampulle eingeschlossen, gehört zu den reaktivsten Elementen. Deswegen ist es nur gebunden zu finden. Fluorierte Kunststoffe auf Deponien gelangen aber in die Umwelt. Forscher steuern mit einer neuen Kunststoffart jetzt dagegen ...
(Bild: Chemie-Cracker)

Fluorhaltige Kunststoffe sind wegen ihrer wasserabweisenden und reibungsarmen Oberflächen in vielen Bereichen des Alltags unersetzlich geworden. Bekannte Beispiele sind die Beschichtungen von Regenmänteln und Bratpfannen. In die Kritik geraten sind diese Polymere jedoch als „ewige Chemikalien“, die sich in der Umwelt über einen langen Zeitraum anreichern. Chemiker der Universität Bayreuth haben in Zusammenarbeit mit Forschern aus Berlin nun aber eine neue Klasse von fluorierten Polymeren hergestellt, die Esterverbindungen enthalten. Im Vergleich zu ihren Äquivalenten ohne Fluor zersetzen sich die neuen Polymere rund 20-mal schneller, wird betont. Diese Ergebnisse könnten dabei helfen, die Ansammlung der industriell genutzten Fluorverbindungen PFAS, auch bekannt als „ewige Chemikalien“, in der Umwelt zu vermeiden. So könne Fluor in wiederverwendbarer Form zurückgewonnen werden, was ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen bedeute.

Auch Fluor gehört zu den begrenzt vorhandenen Elementen

Wie die gewöhnlichen fluorierten Kunststoffe besitzt auch diese neue Polymerklasse Antihafteigenschaften. Zusätzlich können die neuartigen fluorierten Polymere eben über die Esterbindungen leicht wieder abgebaut werden. Normalerweise verlangsamen Fluoratome den Abbau, aber bei der neuen Kunststoffklasse wird der Zerfall durch das Fluor im Material sogar beschleunigt. Aus dem abgebauten Material kann das Fluor anschließend wiedergewonnen werden, um erneut in Chemikalien aller Art eingebaut zu werden. Nicht zuletzt ist Fluor auch eine limitierte Ressource und könnte ohne die Rückgewinnung zukünftig selten und damit teuer werden.

Die Ergebnisse der Studie entstanden in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Freien Universität Berlin. Das Forschungsprojekt ist Teil des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1349 „Fluor-Spezifische Wechselwirkungen“, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.

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