Mauern gegen Klimawandel

Yaskawa-Cobot baut Lavasteinmauern mit CO2-Bindungseffekt

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Witterungsbeständiger Cobot wird an der langen Leine geführt

Tatsächlich kamen seinerzeit gleich mehrere potenziell geeignete Cobots neu auf den Markt. Diese hatten allerdings allesamt ein Manko, wie sich Brett erinnert. Denn der Einsatzbereich ist ja außerhalb von schützenden Gebäuden mit Dach. Das heißt, der Roboter muss auch in staubiger Umgebung oder bei Regen noch funktionieren. Das änderte sich aber mit dem ersten Cobot aus dem Portfolio von Yaskawa. Gemeint ist der Typ HC10DTP mit 10 Kilogramm Tragkraft in der Schutzklasse IP67 – er ist also staubdicht und gegen Spritzwasser geschützt. Und noch ein ganz entscheidender Punkt sprach für das Modell. Und zwar das außergewöhnlich lange Versorgungskabel, das Steuerung und Manipulator bis maximal 30 Meter verbindet. Damit kann man die Steuerung fest auf einem Anhänger montieren und die gesamte Anlage mit Netzstrom versorgen. Nur der Roboter bewegt sich – quasi an der „langen Leine“ – flexibel auf einem mobilen Fahrgestell. Andernfalls müsste die Steuerung immer zusammen mit dem Roboter und einem zusätzlichen Akku bewegt werden, wie Brett anmerkt. Nicht zuletzt hat der HC10DTP die Rockfarm-Techniker bei der Programmierung und der Montage überzeugt. Denn wie auch die anderen Cobot-Modelle der DTP-Serie verfügt er über praktische Bedienknöpfe am Handgelenk. Diese erleichterten das Anlernen des Roboters per Handführung, weil nicht immer jede Position auf dem Handbedien-Panel des Roboters bestätigt werden müsse. Außerdem zeichnet sich die Serie durch einen standardisierten Adapterflansch aus. Peripherie und Roboter lassen sich damit einfach mechanisch miteinander verbinden, heißt es. Als weiteren Vorteil hat Brett die Kabel- und Medienführung innerhalb des Roboterarms mit über 1.300 Zentimeter Reichweite erkannt. Die innen liegende Installation der Leitungen vermeidet nämlich Störkonturen und sorgt zusätzlich für einen robusten Betrieb des Robotersystems.

Steingewordener Klimaschutz nach historischem Vorbild

„Unsere Mauerbaumethode ist inspiriert von der Chinesischen Mauer“, so Brett. Denn schon in historischen Zeiten bewährte sich ein Schotter-Faser-Verbund. Alte Berichte lassen vermuten, dass ein chinesischer Soldat damals rund drei Meter pro Monat bauen konnte. Ein heutiger Maurer schafft per Hand etwa einen Meter Mauer pro Tag. Automatisiert lassen sich hingegen je nach Rahmenbedingungen über 10 Meter erreichen. Und die Maurerfertigkeiten habe der Yaskawa-Cobot inzwischen mehrfach bewiesen – bei Wind und Wetter. Rockfarm setzt das Modell nun standardmäßig ein. Als positiver Nebeneffekt sorge der Roboter für Aufmerksamkeit bei potenziellen Kunden und Investoren. Außerdem soll das Rockfarm-Konzept perspektivisch per Franchise auch von Garten- und Landschaftsbauern angeboten werden. Der Einsatz des Roboters stelle dann die Qualität des Endprodukts sicher

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Dafür eignen sich die vom Cobot gebauten Gasfängermauern

Tatsächlich eigneten sich solche Speichermauern so zur massen- und dauerhaften Bindung von Kohlendioxid. Ein möglicher Einsatzbereich sind zum Beispiel Biogasanlagen, von denen es allein in Deutschland rund 9.500 gibt. Sie alle produzieren nämlich Rauchgas. Das entspricht etwa 17 Millionen Tonnen biogenes CO2 pro Jahr. Das Potenzial der Erfindung ist damit enorm, wie Brett anmerkt. Nicht zuletzt deshalb wurde Rockfarm als eines von 82 Projekten durch die US-amerikanische Organisation Xprize für den internationalen Wettbewerb „Carbon Removal“ qualifiziert, der die weltweit besten technischen Lösungen zur CO2-Reduzierung auszeichnet und fördert. Der von der Musk-Foundation mit insgesamt 100 Millionen Dollar Preisgeld ausgestattete Contest läuft noch bis 2025. Weitere Schritte in die Zukunft hat das Rockfarm-Team ebenfalls schon im Blick, wie man erfahren darf. So denkt man gerade über höhere Speichermauern nach, die als Einfriedung von Solaranlagen oder als Schallschutzwände an Verkehrswegen dienen. Mit dem HC20DTP, einem Yaskawa-Cobot mit 20 Kilogramm Traglast und einem längeren Arm (bis zu 1,9 Meter Reichweite) wäre das jedenfalls problemlos möglich. Mit Yaskawa ist diese Art des Mauerbaus auch international skalierbar, denn der Hersteller der Motoman-Roboter ist weltweit aufgestellt.

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