Produktion Wie sich eine KI-Roboterwelle auf Deutschland auswirken könnte

Quelle: Bonner Wirtschafts-Akademie 2 min Lesedauer

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Mit dem flächendeckenden Einsatz von humanoiden Robotern wird sich einiges verändern. Deutschland muss sich darauf vorbereiten.

Die neue KI-Robotergeneration wird in den nächsten Jahren im großen Stil im industriellen Mittelstand Einzug halten, prognostiziert der BWA-Chef.(Bild:  stokkete - stock.adobe.com)
Die neue KI-Robotergeneration wird in den nächsten Jahren im großen Stil im industriellen Mittelstand Einzug halten, prognostiziert der BWA-Chef.
(Bild: stokkete - stock.adobe.com)

Die deutsche Industrie steht vor einem historischen Umbruch. Bereits ab 2026 könnten humanoide Roboter mit künstlicher Intelligenz massenhaft in die Fertigung einziehen und ganze Arbeitsabläufe übernehmen, heißt es in einer Mitteilung der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA). Harald Müller, Geschäftsführer der BWA: „Wenn die Hälfte der Produktion mit doppelter oder gar vierfacher Geschwindigkeit läuft, befinden wir uns in einer völlig veränderten industriellen Arbeitswelt.“

Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Automatisierungslösungen liegt in der Flexibilität der neuen KI-Roboter. „Wir reden von Humanoiden, die alles können, was ein Industriearbeiter kann, aber viel schwerere Lasten heben, viel schneller und dennoch präziser arbeiten, viel flexibler einsetzbar sind und keine Lohnforderungen stellen“, erklärt Müller. Besonders der industrielle Mittelstand dürfte betroffen sein: Während klassische Industrieroboter bislang nur für Massenfertigungen rentabel waren, könnten die neuen Modelle in nahezu allen Produktionsbereichen eingesetzt werden.

Menschenfreie Zonen

Die aktuelle Studie „Humanoide Roboter in Operations“ der Beratungsgesellschaft Horváth prognostiziert, dass humanoide Roboter bis 2030 über 50 Prozent der manuellen Tätigkeiten in der Fertigung übernehmen könnten. Müller zeichnet ein neues Bild der Industriehallen: Es werde künftig immer mehr Fertigungsbereiche geben, zu denen Menschen während des laufenden Betriebs überhaupt keine Zugangsberechtigung mehr erhalten. Der Anteil „menschenfreier Zonen“ könnte in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 50 Prozent der Fertigungsfläche ansteigen

Für die Industrie hat diese „Revolution der KI-Roboter“ enorme Auswirkungen, auf die sich Unternehmen heute schon vorbereiten sollten, heißt es weiter. Denn mit der Verfügbarkeit von preisgünstigen Humanoiden sinke auch die Eintrittshürde für neue Marktmitspieler drastisch. Auch gesellschaftliche Fragen würden sich stellen: Wie wird das Sozialsystem finanziert, wenn immer mehr Arbeit von Maschinen erledigt wird? Müller fordert politische Lösungen wie eine Maschinensteuer. Auch Gewerkschaften müssten umdenken: „Es wird künftig weniger darum gehen, den letzten Industriearbeitsplatz zu retten, den Roboter besser und billiger ausfüllen können, als vielmehr darum, die Belegschaften durch Qualifizierungsmaßnahmen auf die neue Roboterwelt einzustellen.“

Die BWA appelliert an die Politik, schnell zu handeln: „Wir müssen alles daransetzen, auf dem Gebiet der humanoiden KI-Roboter nicht wieder den Anschluss zu verpassen, weil dies den Kern unserer Industrie und damit den Herzschlag unseres Wohlstandes treffen würde. Kein anderes Land in Europa wäre davon so stark betroffen wie die Industrienation Deutschland.“

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