Biegen und Schweißen

Trumpf Austria greift auf hybrides Laserschweißen von Fronius zurück

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Diese Pluspunkte sprachen für das Fronius-Schweißangebot

Bevor sich Trumpf aber für das robotergestützte Laserhybrid-Schweißsystem von Fronius entschieden hat, wurden Konzepte verschiedener Anbieter evaluiert, um sicherzugehen. Möglichkeiten, die bis zu 18 Tonnen schweren und 4,5 × drei × zwei Meter messenden Bauteile beim Schweißen zu umfahren, oder sie auf Dreh-/Kipptischen zu positionieren, wurden dabei schnell verworfen, wie sich Reiter erinnert. Denn das von Beginn an favorisierte hauptzeitparallele Rüsten wäre bei diesen Varianten gar nicht oder nur eingeschränkt möglich gewesen. Deshalb entschied man sich für eine 2-Stationen-Portalanlage mit je einem Laserhybrid- und einem MAG-Schweißroboter, sowie für zwei große Kipp-Positionierer, die eine waagerechte Bauteilzuführung garantieren. Während ein Maschinenrahmen geschweißt wird, kann deshalb auf dem freien Positionierer der nächste aufgespannt werden. Damit ist auch die Gefahr gebannt, dass es bei Dreh-/Kipptischen zu hohen Kippmomenten kommt, wenn die Schwerpunkte der tonnenschweren Bauteile zu weit von der Dreh- oder Kippachse entfernt liegen. Um das zu vermeiden, müssten diese Systeme unvergleichlich groß und hoch werden, was nicht praktikabel ist. Alles in allem stellte sich die von Fronius vorgeschlagene Variante also als die beste heraus. Ausschlaggebend waren mehrere Faktoren. Dazu gehörten ein vernünftiges Sicherheitskonzept, der Verzicht auf eine Brennerwechselstation durch den Einsatz von zwei Schweißrobotern, die problemlose Schlauchpaketführung durch die Portalbauweise, der Einsatz von Wiresense für die Nahtsuche und die gute Zugänglichkeit des schlanken MAG-Roboters im Bereich der Ecken, wie Trumpf aufzählt. Auch gewährleistet das System das hauptzeitparallele Rüsten mithilfe der beiden Kipppositionierer. Weitere Pluspunkte sind die langjährige, vertrauensvolle Geschäftsbeziehung, die Möglichikeit zur Offline-Programmierung der Schweißjobs mit Pathfinder und die Kompetenz der Fronius-Fachkräfte in der Anlagentechnik.

Nicht trivial! Zwei Roboter schweißen auf einer Fahrschiene

Der Einsatz von zwei Schweißrobotern auf derselben Fahrschiene stellt aber eine besondere Herausforderung dar, wie Fronius betont. Die Idee besteht darin, dass immer nur einer am Bauteil schweißt, während der andere in Parkposition bleibt. Für jeden Roboter wurde dazu eine spezifische Programmvorlage erstellt, die alle Bewegungen und Fahrten beinhaltet und die Basis für die Programmierung der bauteilspezifischen Schweißaufgaben bildet. Die von Trumpf für die Abnahmebauteile zur Verfügung gestellten Schweißfolgen wurden während der Konstruktionsphase mithilfe von Fronius-Pathfinder am digitalen Zwilling simuliert und auf Machbarkeit überprüft, wie man dazu erfahren darf. So konnten die Schweißfachkräfte schon im Vorfeld auf mögliche Produktionsschwierigkeiten – zum Beispiel Zugänglichkeitsprobleme – aufmerksam gemacht werden. So haben die Fronius-Spezialisten den Postprozessor (Parser) erweitert, damit er für den MAG-Schweißroboter spezielle Befehle wie den Einsatz der Wiresense-Nahtsuch-Sensorik übersetzen kann. Der Parser überträgt die erstellten Schweißprogramme vom digitalen Zwilling auf die echte Anlage. Die Erweiterungen beinhalte Programmabschnitte, die genau auf das System von Trumpf zugeschnitten und in der Standardversion von Pathfinder nicht enthalten sind. So können die Anlagenbediener nun genau festlegen, welche Informationen in welchem Umfang vom Postprozessor übertragen werden sollen. Das Ergebnis sei ein Schweißprogramm, das exakt den Anforderungen des Roboters entspreche. Man kann außerdem im Pathfinder einen Kollisionssensor anlegen, damit später der Brenner in der Praxis nicht auf das Bauteil aufprallen wird.

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