Chance oder Gefahr? Tesla darf Grünheide erweitern – Proteste mehren sich

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die geplante Erweiterung des Fabrikgeländes von Elektroautobauer Tesla in Grünheide bleibt auch nach der Zustimmung der Gemeindevertretung umstritten, wie die dpa meldet.

Elon Musk darf zufrieden sein, denn die Verantwortlichen haben den Erweiterungsplänen in Grünheide bei Berlin zugestimmt. Umweltaktivisten sprechen von einer Katastrophe, obwohl nach neuesten Plänen viel Wald geschont wird, wie die dpa erfahren hat.(Bild:  Tesla)
Elon Musk darf zufrieden sein, denn die Verantwortlichen haben den Erweiterungsplänen in Grünheide bei Berlin zugestimmt. Umweltaktivisten sprechen von einer Katastrophe, obwohl nach neuesten Plänen viel Wald geschont wird, wie die dpa erfahren hat.
(Bild: Tesla)

Die brandenburgische Landesregierung ist über das Vorhaben von Tesla erfreut, dagegen sprachen Umweltaktivisten von einem herben Schlag. Der Protest wird stärker denn je, kündigte das Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ an. Auch das Camp mit Baumhäusern im Wald neben der Fabrik wollen die Tesla-Gegner nicht aufgeben, zumal es laut Gerichtsentscheid auch nicht geräumt werden muss – vorerst. Die Lage dürfte für das Unternehmen von Elon Musk aber nicht nur wegen der Proteste angespannt bleiben. Denn der weltweit geplante Stellenabbau angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos betrifft natürlich auch das Werk in Grünheide. Hunderte Arbeitsplätze sollen in dem einzigen europäischen Tesla-Werk wegfallen. Unter Polizeischutz (kostet ja dem Steuerzahler „nix“) beschlossen die Gemeindevertreter von Grünheide gestern einen Bebauungsplan, der den Weg für die Tesla-Erweiterung ebnet. Der Autobauer will sein Gelände bekanntlich um einen Güterbahnhof (Achtung: klimafreundlicher Transport abseits der Straßen) und um Logistikflächen vergrößern. Rund 12.000 Menschen arbeiten im Tesla-Werk Grünheide.

Politiker begrüßen das Tesla-Vorhaben, Umweltschützer nicht

Umweltschützer behaupten unter anderem, dass es Gefahren fürs Trinkwasser gibt und stemmen sich gegen die Abholzung von Wald (der in Deutschland übrigens seit Jahrzehnten eher zu- als abnimmt). Die Fabrik liegt aber teilweise in einem Wasserschutzgebiet. Das Musk-Unternehmen äußerte sich erfreut über die Zustimmung der Gemeindevertretung und teilte mit, dass der nun beschlossene Bebauungsplan in zentralen Punkten auf die Bedenken aus der Gemeinde eingeht. Mit der geänderten Planung würden nämlich über 70 Hektar Wald erhalten bleiben. Dafür musste Tesla auf andere Projekte verzichten, die ursprünglich im Rahmen der Erweiterung geplant waren. Vom Tisch sind damit soziale Einrichtungen (wie etwa eine Kita) sowie weitere Lagerflächen. Mitglieder der SPD und Parteilose Entscheider begrüßen die Vorhaben. Nur das oben genannte Umweltbündnis will sich weiterhin auf die Hinterbeine stellen. Es ist zwar bisher nichts in Sachen Trinkwasserqualität passiert, doch das ist das Argument, was die Tesla-Gegner antreibt. Es kursiert das Schlagwort „Wassergerechtigkeit“.

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