Simulation Siemens kauft US-Softwarefirma Altair

Quelle: Pressemitteilung dpa + Siemens 3 min Lesedauer

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Mit seinem bislang größten Zukauf will der Technologiekonzern sein Software-Geschäft in den USA ausbauen. Durch die Übernahme soll das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio entstehen.

Mit dem Zukauf von Altair will Siemens seinen Wandel zu einem Digital- und Technologieunternehmen beschleunigen.      (Bild:  Altair)
Mit dem Zukauf von Altair will Siemens seinen Wandel zu einem Digital- und Technologieunternehmen beschleunigen.
(Bild: Altair)

Laut Dax-Konzern wollen die Münchner für das Unternehmen Altair Engineering 113 US-Dollar je Aktie zahlen. Dies entspricht einem Unternehmenswert von ungefähr 10 Milliarden US-Dollar (rund 9,25 Mrd Euro). Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von 19 Prozent auf den unbeeinflussten Schlusskurs von Altair am 21. Oktober 2024, dem letzten Handelstag vor Medienberichten über eine mögliche Transaktion.

Der US-Konzern bietet Industriesoftware für Unternehmen etwa in der Luftfahrt-, Automobil- und Energiebranche sowie im Bereich Finanzdienstleistungen an. Die Nachfrage hiernach dürfte den Erwartungen zufolge im Gleichklang mit der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Alltag steigen.

Für Siemens ist es der bislang größte Zukauf. Für den Öl- und Gasausrüster Dresser-Rand hatte der Konzern 2015 rund 7,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden gezahlt. Die Tochter Siemens Healthineers hat mit dem Krebsspezialisten Varian für 16,4 Milliarden Dollar eine größere Akquisition im Konzern-Verbund gestemmt.

„Die Akquisition von Altair ist ein bedeutender Meilenstein für Siemens. Diese strategische Investition steht im Einklang mit unserem Engagement, die digitale und nachhaltige Transformation unserer Kunden durch die Verbindung der realen und digitalen Welt zu beschleunigen. Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz zusammen mit Siemens Xcelerator entsteht das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio“, sagte Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.

Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz zusammen mit Siemens Xcelerator entsteht das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio.

Roland Busch, Siemens-Chef

Für James Scapa, Gründer und CEO von Altair, markiert die Akquisition den Höhepunkt von fast 40 Jahren Altair, in denen sich das Unternehmen von einem Start-up in Detroit zu einem der weltweit führenden Software- und Technologieunternehmen entwickelt hat. „Wir glauben, dass diese Kombination von zwei sich stark ergänzenden Marktführern im Bereich der Engineering Software das breite Portfolio von Altair in den Bereichen Simulation, Datenwissenschaft und Hochleistungsrechnen mit der starken Position von Siemens in den Bereichen Mechanik und EDA-Design zusammenbringt. Die herausragende Technologie, die strategischen Kundenbeziehungen und die technologiegeprägte Kultur von Siemens passen hervorragend zu Altair, um den Innovationspfad mittels Computational Intelligence weiter fortzusetzen.“

Siemens fokussiert sich zunehmend auf sein Digitalisierungsgeschäft

Siemens konzentriert sich nach dem Börsengang der Medizintechniktochter Siemens Healthineers und der Abspaltung des Energietechnikkonzerns Siemens Energy zunehmend auf seine Digitalisierungsgeschäfte und trennt sich weiterhin von Randbereichen.

Die Transaktion soll in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2025 abgeschlossen werden. Siemens erhofft sich dadurch signifikante Umsatz- und Kostensynergien. Die Übernahme soll den Umsatz im digitalen Geschäft von Siemens um acht Prozent steigern und den im Geschäftsjahr 2023 berichteten Umsatz in dem Bereich um ungefähr 600 Millionen Euro erhöhen. Langfristig verspricht sich Siemens einen positiven Umsatzeffekt von mehr als einer Milliarde Dollar jährlich.

Im zweiten Jahr nach dem Abschluss erwartet Siemens durch Kostensynergien einen positiven Effekt auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 150 Millionen Dollar pro Jahr. Zudem soll sich die Transaktion dann auch positiv auf das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten auswirken.

Siemens will die Übernahme vollständig in bar aus bestehenden Mitteln sowie den sich durch seine starke Bilanz ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten durchführen. Der Abbau des Verschuldungsgrades werde dabei durch liquide Mittel aus dem bereits abgeschlossenen Verkauf von Innomotics unterstützt. Zudem verfüge Siemens über erhebliches Potenzial durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen.

So hält Siemens auch nach dem Börsengang etwas mehr als 75 Prozent an Siemens Healthineers. Der Medizintechnikkonzern wird an der Börse derzeit mit 54 Milliarden Euro bewertet.

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