Das auch noch ... Schwerste Boeing-Krise spitzt sich weiter zu

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Boeing-Entscheider wagen keine Prognose für 2024. Allein im letzten Jahr brockten die Probleme Boeing ein Minus von über 2,2 Milliarden Dollar ein, wie die dpa erfahren hat.

Boeing sitzt schon seit fünf Jahren in der Patsche. Und im Januar wäre es bei einem Flug einer Boeing-737-Max fast zur Katastrophe gekommen, weil ein Rumpfteil sich löste. Jetzt steht der Flugzeugbauer unter Aufsicht der Untersuchungsbehörden der USA. Die Situation ist prekär ...(Bild:  Boeing)
Boeing sitzt schon seit fünf Jahren in der Patsche. Und im Januar wäre es bei einem Flug einer Boeing-737-Max fast zur Katastrophe gekommen, weil ein Rumpfteil sich löste. Jetzt steht der Flugzeugbauer unter Aufsicht der Untersuchungsbehörden der USA. Die Situation ist prekär ...
(Bild: Boeing)

Das Beinaheunglück einer Boeing 737 Max verschärft die Dauerkrise des zweitgrößten Flugzeugherstellers der Welt. Nach fünf Verlustjahren in Folge will sich Konzernchef Dave Calhoun derzeit erst gar nicht zu den Geschäftsaussichten äußern. Boeing will sich einfach auf jedes nächste Flugzeug konzentrieren. Der Flugzeugbauer darf die Produktion der 737-Max-Reihe auf Anordnung der US-Luftfahrtbehörde FAA vorerst nicht mehr ausweiten, heißt es dazu. Denn nach der Schlappe Anfang Januar nehmen die Aufseher die Produktion der gesamten Modellreihe unter die Lupe. Eigentlich wollte das Management die Produktion der 737-Max-Jets bis spätestens 2026 auf monatlich 50 Maschinen hochfahren. Jetzt bleibt es bei 38 Jets pro Monat.

Boeing nach Beinaheunglück unter Aufsicht der Behörden

Die FAA griff durch, nachdem sich bei der Boeing 737-9 Max von Alaska Airlines mitten im Flug ein Rumpfteil gelöst hatte, wie man dazu erfährt. Zunächst mussten alle Flugzeuge der betroffenen Variante am Boden bleiben und untersucht werden. Dann leiteten die Aufseher Ermittlungen gegen den Hersteller ein. Hinzu kommt, dass die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB derzeit den Zwischenfall untersucht. Noch offen sei, ob die vorgesehenen Befestigungsbolzen des Bauteils überhaupt montiert waren oder sich lösten und ob der Fehler bei Boeing oder einem Zulieferer passierte. Calhoun bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass Boeing sich unabhängig vom Ausgang der Untersuchung der letztlichen Verantwortung stelle: „Wir haben das Problem verursacht – wir verstehen das.“

Gewinnschmelze durch andauernde Probleme bei Boeing

Durch Probleme beim Mittelstreckenjet 737 Max und anderen Modellen musste Boeing 2023 einen Verlust von gut 2 Milliarden Euro verkraften. Und im Vorjahr war das Minus auch noch mehr als doppelt so hoch, wie die dpa meldet. Zwar lieferte Boeing im vergangenen Jahr 528 Passagier- und Frachtjets aus und damit 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg dabei sogar um 17 Prozent auf 77,8 Milliarden Dollar. Doch die Produktionsmängel und Nacharbeiten an Mittelstreckenjets aus der 737-Max-Reihe und an Langstreckenmaschinen vom Typ 787 „Dreamliner“ zogen das Ergebnis ebenso ins Minus wie hohe Mehrkosten für das künftige US-Präsidentenflugzeug Air Force One, die Tankjets für die US-Luftwaffe, ein Schulungsflugzeug und eine Tarnkappendrohne. Dadurch schrieb Boeing nicht nur im Geschäft mit Passagier- und Frachtjets rote Zahlen. Der operative Verlust der Rüstungs- und Raumfahrtsparte fiel mit knapp 1,8 Milliarden Dollar sogar noch höher aus. Einzig das Servicegeschäft steuerte einen Milliardengewinn bei.

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