Die CO2-Bilanz auch auf Produktebene zu mindern, ist eine große Herausforderung. Igus hat mit einer Studie über die hauseigenen Gleitlager nachgewiesen, dass sich Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz ergänzen können. Denn mit harten Fakten überzeugt man Kunden.
Schmierfreie Polymerlager senken Kosten und sind ökologisch nachhaltig. Eine unabhängige RWTH-Studie weist dies nun nach.
(Bild: igus GmbH)
Mitte März überraschte das Bundesumweltamt mit positiven Zahlen zu den Klimaemissionen: 2023 wurden in Deutschland 10,1 Prozent weniger Treibhausgase als 2022 emittiert. Die Industrie trug hierzu mit 13 Millionen Tonnen eingesparter CO2-Äquivalente bei. Das sind 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
Doch diese Momentaufnahme kann nicht über eines hinwegtäuschen: Nachhaltigkeit im Sinne einer klimaneutralen Industrie steht noch am Anfang, und Unternehmen müssen wegen der nationalen und internationalen Vorgaben die eigene CO2-Bilanz verbessern.
„Unternehmen wollen von uns konkrete Ergebnisse und Beweise“, so Lars Butenschön, Leiter Geschäftsbereich iglidur Gleitlager.
(Bild: igus)
Die individuelle Ökobilanz auf Produktebene ist dabei eine besondere Herausforderung. Erst mit ihr kann man nachvollziehbar und genau erkennen, wie sich ein Produkt auf die Umwelt auswirkt. Mögliche Greenwashing-Vorwürfe lassen sich so entkräften – im besten Fall sogar auf wissenschaftlicher Basis.
Insbesondere Hersteller von Maschinen und Anlagen sind auf der Produktebene angehalten, den CO2-Fußabdruck zu senken. Das fordern auch ihre Kunden immer stärker, bis in den Bereich der C-Teile hinein. Da diese meist zugeliefert werden, ist die gesamte Lieferkette gefragt. Doch der Blick auf die Einzelkomponenten lohnt sich, da sie einen enormen Hebel bieten – für das Produkt und seine Umweltbilanz, aber auch für damit verbundene Prozesse wie die Wartung.
Das ist die eine Seite. Hinzu kommt eine andere: Die Bemühungen nachhaltiger zu werden, begleitet der permanente Druck zur Kostenoptimierung. Nachhaltigkeit kann nicht ohne finanzielle Einsparpotenziale gedacht werden. Dies verlangen die Kunden von den Herstellern und diese wiederum von ihren Zulieferern.
Schmiermitteleinsatz hat negative Umwelteffekte und ist teuer.
(Bild: Tomasz Zajda - stock.adobe.com)
Das spürt auch der Gleitlagerspezialist igus. „Unternehmen wollen von uns konkrete Ergebnisse und Beweise, die unsere nachhaltigen Produktversprechen bestätigen“, erklärt Lars Butenschön, Leiter Geschäftsbereich iglidur Gleitlager. So wichtig den Kunden Nachhaltigkeit ist – die Kosten sind für sie weiterhin gleichwertig: „Wir prüfen für jedes Projekt, ob es trotz seines nachhaltigen Ansatzes kostenseitig attraktiv bleibt.“
Folglich sind harte Kennzahlen entscheidend, um den Kunden zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und Kostenoptimierung sich nicht ausschließen, sondern zwei Seiten der gleichen Medaille sein können. Ein solches Produkt sind die schmierfreien Polymerlager von igus. Sie stehen im Wettbewerb zu klassischen Gleitlagern aus Metall, denen sie ökologisch überlegen sind, da man bei ihnen vollkommen auf Schmierstoffe verzichten kann. Deren Umweltauswirkungen sind grundsätzlich negativ: Sie belasten das Ökosystem, verbrauchen Ressourcen und sind potenziell gesundheitsschädlich.
Die tribologisch optimierten Gleitlager von igus nutzen dagegen einen Selbstschmiereffekt: Im Hochleistungskunststoff sind mikroskopisch kleine Festschmierstoffe integriert. Während des Betriebs einer Maschine oder Anlage sorgen sie für einen reibungsarmen Trockenlauf. Das soll Kunden eine bessere Umweltbilanz, geringere Kosten und eine Zeitersparnis durch verminderten Personaleinsatz für Wartung bringen.
Igus wollte diese Argumente auf eine wissenschaftliche Datenbasis heben. „Wir hatten bezüglich der Vorteile der Schmiermittelfreiheit vielfältige Erfahrungen. Aber es fehlten noch empirische und sinnvoll reportbare Ergebnisse“, so Lars Butenschön. Deshalb entschied man sich für eine Studie und beauftragte die WBA Werkzeugbau Akademie mit einer systematischen Untersuchung. Das Forschungsunternehmen ist Teil des Clusters Produktionstechnik auf dem RWTH Aachen Campus.
Die Studienleiter führten Experteninterviews mit neun Unternehmen aus den Bereichen Automationstechnik, Baumaschinen, Agrarindustrie, Lebensmittelindustrie sowie Verpackungs- und Abfüllindustrie. Dazu gehörten unter anderem die Firma Rockinger, die igus-Lager in Anhängersystemen für Nutzfahrzeuge verwendet, der Hersteller KettenWulf, der die Lager in Fahrtreppen verbaut, und die Biermarke Heineken am Standort Brasilien, wo die igus-Produkte in Transportbändern eingesetzt werden. Die Befragten bezifferten konkret die Einspareffekte, die sich durch den Wechsel von geschmierten auf schmierfreie Lager ergaben.
Die Studienergebnisse wurden hochgerechnet und zeigen, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander korrespondieren: Der Verzicht auf Schmierstoffe bringt den Unternehmen und ihren Kunden eine jährliche Ersparnis zwischen 7.000 und 14 Millionen Euro. Zusätzlich entfällt das manuelle Nachschmieren, was wiederum zwischen 8.000 und 2 Millionen Stunden Wartung einspart. Zudem entfallen Schäden durch Mangelschmierung, die bei Metalllagern auftreten können.
Die Studie widmete sich auch dem Nachweis der positiven Umweltauswirkungen. Dafür wurde eine ökologische Bewertung auf Basis eines Life Cycle Assessments nach der Norm DIN EN ISO 14040/44 vorgenommen. Die Ergebnisse werden in einem jeweiligen CO2-Äquivalent ausgedrückt und ergeben Einsparpotenziale zwischen 5.196 kg und 873.000 Kilogramm pro Jahr. Dafür wurde skaliert, wie viele Anlagen oder Fahrzeuge der Unternehmen in Nutzung sind und wie hoch das Einsparpotenzial an Schmiermitteln ist.
Beim Studienteilnehmer Heineken Brasil sind die Effekte beachtlich: Vor Ort stieg das Unternehmen bei Transportbändern von Abfüllanlagen an 600 Lagerstellen auf schmierfreie Radiallager von igus um. Das spart 124,8 Kilogramm Schmierstoff pro Jahr und somit 2.815,49 Euro. Die überflüssig gewordenen Wartungszeiten summieren sich auf 1.560 Arbeitsstunden pro Jahr. Die Studie rechnete diese Werte auf die mehr als 160 weltweiten Heineken-Standorte hoch. Ergebnis: Durch den Umstieg auf schmierfreie Lager ließen sich rund 20 Tonnen Schmierstoff pro Jahr und Kosten in Höhe von 450.478 Euro einsparen. Die verringerten Personalkosten beliefen sich auf rund 5,4 Millionen Euro.
Schmierfreiheit bringt einen wirklichen Kostenvorteil. Das Beispiel Flaschenabfüllung zeigt das deutlich.
(Bild: igus)
Für die Ökobilanz der brasilianischen Standorte ergeben sich jährlich eingesparte CO2-Äquivalente in Höhe von 180 Kilogramm. Das entspricht einer Flugstrecke eines Airbus A320 neo von 20 Kilometern. Zudem spart Heineken vor Ort Öl-Äquivalente in Höhe von 155 Kilogramm ein. Das wiederum entspricht einer 461 Kilometer langen Fahrt eines durchschnittlichen Diesel-Lkw. Auch hier skalierte die Studie die Ergebnisse auf alle Heineken-Niederlassungen hoch: Der komplette Umstieg auf Polymerlager würde CO2-Äquivalente in Höhe von 28.814 Kilogramm einsparen.
Igus nutzt diese Erkenntnisse nun auch in den Beratungsgesprächen mit Kunden und errechnet individuell die verschiedenen Einsparpotenziale und Umweltvorteile. „Wir beraten Projekte grundsätzlich mit der Maßgabe, dass wir entweder die Kosten senken oder die Technik verbessern wollen. Und Technik verbessern kann dann für den Kunden natürlich auch heißen, dass seine Produkte nachhaltiger werden - und das beleg- und beweisbar“, erklärt igus-Manager Butenschön.
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Stand: 08.12.2025
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