Synthese gelungen Preußisch Weiß bringt Schwung in Natrium-Ionen-Technik

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Litona heißt eine Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Dort produziert man nun das Kathodenmaterial Preußisch Weiß für die Batteriezukunft.

Weißes Energiegold! Was die beiden Forscher der KIT-Ausgründung Litona hier in der Flasche haben, ist Preußisch Weiß. Daraus kann man Kathodenmaterial für Natrium-Ionen-Batterien herstellen. Litona hat die Herstellung des Pigments dazu erfolgreich synthetisiert und skaliert.(Bild:  KIT / M. Breig)
Weißes Energiegold! Was die beiden Forscher der KIT-Ausgründung Litona hier in der Flasche haben, ist Preußisch Weiß. Daraus kann man Kathodenmaterial für Natrium-Ionen-Batterien herstellen. Litona hat die Herstellung des Pigments dazu erfolgreich synthetisiert und skaliert.
(Bild: KIT / M. Breig)

Preußisch Weiß ist ein chemischer Verwandter des bekannteren Farbstoffs Preußisch Blau. Es basiert im Wesentlichen auf Natrium, Eisen und Mangan. Als Energiespeichermaterial kann es an der Kathode – also dem Pluspol einer Natrium-Ionen-Batterie – eingesetzt werden, wie Litona erklärt. Solche Batterien gelten als günstiger und alle enthaltenen Rohstoffe seien viel verfügbarer. Bei Litona ist man deshalb davon überzeugt, dass Natrium-Ionen-Batterien bald massenhaft in Elektrofahrzeugen und Netzspeichern verwenden werden können. Die Frage sei allerdings, wer sie produziert. Dabei stehe die europäische Industrie nämlich vor einem großen Problem. Denn derzeit ist es selbst für Forschungseinrichtungen schwierig, sich Preußisch Weiß in ausreichenden Mengen zu beschaffen. Kaum ein Unternehmen in Europa stellt es nämlich her, merken die Wissenschaftler an. Erforschung und Transfer der zukunftsweisenden Natrium-Ionen-Technik würden dadurch extrem ausgebremst. Das soll sich ändern ...

Was es nicht gibt, wird eben selber gemacht ...

Sebastian Büchele vom Institut für Angewandte Materialien des KIT und Gründer von Litona beschloss deshalb, Preußisch Weiß selber zu synthetisieren, um dem Mangel zu begegnen. Bei diesen Arbeiten entstand am KIT nicht nur ein hochwertiges Kathodenmaterial, sondern auch ein innovatives Verfahren für dessen Herstellung, wie man betont. Mit dem Ziel, einen größeren Markt zu bedienen, gründete er gemeinsam mit dem Chemiker Tom Bötticher das Start-up Litona. Bei Wettbewerbern gab es Probleme bei der Skalierung der Produktion von Preußisch-Weiß-Analoga, so Büchele. Er glaube, dass man diese gelöst habe. Außerdem haben man Methoden entwickelt, um das synthetisierte Material weiter aufzuwerten.

Europa sollte bei Natrium-Ionen-Batterien vorn dabei sein ...

Um die Skalierungsschritte zu validieren und das Material für den Einsatz in Batterien der nächsten Generation zu optimieren, nutzte man bei Litona die Infrastruktur des KIT. Inzwischen arbeiten die beiden Gründer aber bereits am Aufbau einer eigenen hochmodernen Produktion, wie es weiter heißt. „Wir haben uns dabei bewusst für den Standort Deutschland entschieden“, betont Mitgründer Bötticher. Beide glauben an das Potenzial einer europäischen Batterieproduktion. Und bei den Lithium-Ionen-Batterien hatte Asien nämlich in den vergangenen Jahren die Nase vorn. Die Natrium-Ionen-Technologie ist nach Meingung von Litona jetzt eine Riesenchance für einen Neuanfang in Europa. „Wir wollen dabei nicht nur zuschauen“, so die einhellige Entscheidung. Wer sich das Ganze mal anschauen möchte, sollte zwischen dem 22. und 26. April auf die Hannover Messe gehen – Halle 13, Stand C76.

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