Konjunktur Österreichs Wirtschaft verharrt in der Krise

Quelle: Pressemitteilung WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung 2 min Lesedauer

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Industrie und Bauwirtschaft schwächeln in Österreich nach wie vor, eine Besserung ist nicht in Sicht. Mit Fortdauer der Konjunkturflaute droht die längste Rezession der letzten 25 Jahre. Auch der private Konsum verläuft in angesichts der kräftigen Realeinkommenszuwächse enttäuschend.

Der Ökonom Dr. Marcus Scheiblecker sieht Österreich gerade in der längsten Rezession seit 25 Jahren.(Bild:  Alexander Müller - www.alexandermüller.at)
Der Ökonom Dr. Marcus Scheiblecker sieht Österreich gerade in der längsten Rezession seit 25 Jahren.
(Bild: Alexander Müller - www.alexandermüller.at)

Die derzeitige Rezession in der Herstellung von Waren ist die zweitlängste Krise seit über 20 Jahren. Bislang dauerte nur die Krise Anfang der 2000er-Jahre länger, jedoch waren damals die Produktionseinbußen deutlich geringer", so Marcus Scheiblecker, Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes.

Die heimische Herstellung von Waren steckt nach wie vor in der Rezession. Die Rückgänge der letzten sechs Quartale markieren den drittstärksten Produktionseinbruch nach der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09 und der Covid-19-Krise. Trotz der Dauer der Schwächephase deuten Unternehmensumfragen bislang auf keine Besserung hin.

Mangelnde Nachfrage nach Industriegütern in Europa

Wie die Industrie leidet auch Österreichs Bauwirtschaft unter einem ausgeprägten Nachfragemangel. Über die letzten neun Quartale brachen die Wohnbauinvestitionen in realer Rechnung um rund 18 Prozent ein. Der Nichtwohnbau schrumpfte im selben Zeitraum zwar deutlich schwächer (rund -6 Prozent),

Vorlaufindikatoren für Österreich und den Euro-Raum lassen auch für die kommenden Monate nur eine gedämpfte Wirtschaftsdynamik erwarten. Die mangelnde Nachfrage nach Industriegütern belastet vor allem darauf spezialisierte Euro-Länder wie Deutschland und Österreich. Volkswirtschaften mit bedeutenderem Dienstleistungssektor wie Frankreich und Spanien erzielten zuletzt zumindest ein leichtes Wachstum. In fast allen Euro-Ländern dämpft die Bauwirtschaft – vor allem der Hochbau – den BIP-Zuwachs.

In den USA dürfte die günstige Konjunktur angesichts der guten Stimmung von Unternehmen und privaten Haushalten fortdauern. Lediglich die Erwartungen zur Industrieproduktion trübten sich ein.

Trotz sinkender Inflation Konsumflaute

Der derzeitige Rückgang an realer Wertschöpfung ist zwar schwächer als 2009 und 2020, dauert aber bereits jetzt länger an als in diesen beiden Krisen. Zudem deuten Umfragen unter heimischen Industrieunternehmen noch keine baldige Besserung an. (Quelle: Statistik Austria).(Bild:  WIFO)
Der derzeitige Rückgang an realer Wertschöpfung ist zwar schwächer als 2009 und 2020, dauert aber bereits jetzt länger an als in diesen beiden Krisen. Zudem deuten Umfragen unter heimischen Industrieunternehmen noch keine baldige Besserung an. (Quelle: Statistik Austria).
(Bild: WIFO)

Neben der internationalen Nachfrageschwäche leidet Österreichs Wirtschaft auch unter der zaghaften Konsumnachfrage. Obwohl sich die hohen Lohnabschlüsse des Vorjahres nach wie vor positiv auf die Einkommen auswirken und die Inflation seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen ist, geben die privaten Haushalte nur sehr zögerlich Geld aus. Laut Statistik Austria stiegen die nominellen Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz-Handel) im 2. Quartal 2024 lediglich um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In realer Rechnung entspricht dies einem Rückgang von 1,6 Prozent.

Die Inflationsrate sank auch im August weiter auf 2,4 Prozent (vorläufig; Juli 2,9 Prozent). Dämpfend wirkte insbesondere die Verbilligung von Mineralölprodukten.

Der heimische Arbeitsmarkt leidet mit zunehmender Dauer verstärkt unter der Konjunkturschwäche. Die unselbstständige Beschäftigung wuchs in den vergangenen Monaten kaum mehr, während die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr deutlich abnahm. Die Arbeitslosenquote steigt tendenziell an.

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