Wiederholungstäter Österreichs Industrie investiert wieder zu wenig

Quelle: Pressemitteilung WKÖ 1 min Lesedauer

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2024 sinken die Bruttoanlageinvestitionen in Österreich. Im EU-Durchschnitt steigen sie aber leicht – Österreich ist damit EU-Schlusslicht, sagt die WKÖ.

So sieht die Investitionslandschaft derzeit in der EU aus. Österreich gibt demnach das wenigste Geld für die Zukunft aus.(Bild:  WKÖ)
So sieht die Investitionslandschaft derzeit in der EU aus. Österreich gibt demnach das wenigste Geld für die Zukunft aus.
(Bild: WKÖ)

Österreich wird nach Aussage der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in diesem Jahr zum EU-Schlusslicht bei der Investitionsentwicklung werden. Laut Prognose der Europäischen Kommission verschlechtere sich in keinem anderen EU-Mitgliedstaat die Investitionstätigkeit heuer derart. Im laufenden Jahr werden die Bruttoanlageinvestitionen um 2,2 Prozent sinken, während sie im EU-Durchschnitt um 0,3 Prozent steigen. Damit wiederholt sich eine Entwicklung aus dem Vorjahr. Denn auch damals kam es in Österreich zu einem Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen (-1,3 Prozent), während sie im EU-Durchschnitt zulegten (1,6 Prozent).

Österreich leidet an hartnäckiger Industrierezession

Ein wesentlicher Grund für die EU-weit gedämpfte Investitionstätigkeit war nach Ansicht der Experten der steile Anstieg der Kreditzinsen, der immer noch nachwirkt. Dabei handle es sich jedoch nicht um ein spezifisches Problem in Österreich. Vielmehr sind davon eben alle Eurozonenländer in ähnlichem Ausmaß betroffen. Eine Erklärung für den überdurchschnittlichen Investitionsrückgang in Österreich ist die besonders starke Industrierezession. So brach 2023 die heimische Wertschöpfung in der Herstellung von Waren (-2,6 Prozent) gravierender ein als etwa in Deutschland (-0,1 Prozent) oder im EU-Durchschnitt (-0,8 Prozent). Die Industrierezession ist in Österreich außerdem hartnäckiger als andernorts. Vorlaufindikatoren lassen bislang auch noch kein Ende Auftragsschwäche in der Industrie erkennen, heißt es weiter. Positiv auf die konjunkturelle Entwicklung und kreditfinanzierte Investitionen dürfte sich aber die Anfang Juni 2024 beschlossene Leitzinssenkung der EZB um 25 Basispunkte auswirken, wie man glaubt. Von diesem und möglichen noch folgenden Zinsschritten lassen sich Konjunkturimpulse erwarten.

Wer heute nicht investiert, hat morgen das Nachsehen ...

Investitionsmotive der österreichischen Unternehmen in den nächsten 12 Monaten.(Bild:  WKÖ / DMC)
Investitionsmotive der österreichischen Unternehmen in den nächsten 12 Monaten.
(Bild: WKÖ / DMC)

Der starke Anstieg der Lohnstückkosten sowie die überdurchschnittlichen Energiepreise in Österreich belasten die Wachstumsperspektive und Investitionsfreude der Unternehmen, wie auch andernorts. Es gilt deshalb, ebendiese durch zusätzliche steuerliche Investitionsanreize und eine verlässliche Energieversorgung mit wettbewerbsfähigen Preisen wieder zu entfachen, wie die WKÖ fordert. Denn wer heute nicht in die Zukunft investiert, dem schwimmen gewissermaßen die Felle davon.

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