Industrie im Stimmungstief Geopolitische Unsicherheit belastet die Konjunktur

Quelle: Pressemitteilung WIFO 2 min Lesedauer

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Die Konjunktur in Österreich ist anhaltend schwach. Laut WIFO wurde die Hoffnung auf einen Aufschwung wurde bisher enttäuscht. Die geopolitische Unsicherheit lähmt die Investitionstätigkeit im Euro-Raum, was auch die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern dämpft. Der Iran-Krieg trübt die Stimmung zusätzlich.

Kaum Investitionen im Euro-Raum, geopolitische Unsicherheit und jetzt der Iran-Krieg: Das sorgt für schlechte Stimmung in der österreichischen Industrie.(Bild:  Pixabay/GTraschuetz)
Kaum Investitionen im Euro-Raum, geopolitische Unsicherheit und jetzt der Iran-Krieg: Das sorgt für schlechte Stimmung in der österreichischen Industrie.
(Bild: Pixabay/GTraschuetz)

„Sowohl in Deutschland als auch in Österreich zeigen die Konjunkturumfragen in der Sachgütererzeugung seit Anfang 2025 Besserungstendenzen an. Die Erholung dieser konjunktursensiblen Branche verläuft allerdings sehr schleppend“, so der Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Marcus Scheiblecker.

Die österreichische Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Die erhoffte Erholung der Industriekonjunktur ist bislang ausgeblieben. Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Februar 2026 unterstreichen die anhaltend getrübte Stimmung in den Unternehmen. Die Industrie leidet unter der persistent schwachen Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern. In der Bauwirtschaft überwiegen ebenso die negativen Einschätzungen.

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Teure Energie erhöht den Kostendruck

Im Euro-Raum setzte sich die Flaute im IV. Quartal 2025 fort (BIP real +0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal). Belastend wirkte nicht nur die schleppende Binnennachfrage, sondern auch der Nachfragerückgang aus den USA. Zudem verringert die ausgeprägte geopolitische Unsicherheit, die mit Ausbruch des Iran-Krieges nochmals zugenommen hat, die Investitionsbereitschaft. Die Verteuerung fossiler Energieträger hat auch den Kostendruck wieder verstärkt. Beides schmälert die Wahrscheinlichkeit einer dynamischeren Konjunkturbelebung in Österreich und dem Euro-Raum.

Die Blockade der Straße von Hormus ließ den Rohölpreis binnen weniger Tage um mehr als 15 Prozent ansteigen, womit er wieder das Niveau von Mitte 2024 erreichte. Auch der Erdgaspreis zog deutlich an. Der niederländische TTFI-Preisindex notierte am 4. März bereits um rund 60 Prozent über dem niedrigen Wert von Anfang 2026, allerdings noch weit unter dem Vorjahresniveau.

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

In Österreich stagnierte die Wirtschaftsleistung im IV. Quartal 2025. Die Exportnachfrage legte nicht zu und enttäuschte ebenso wie die Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Neben dem Export dämpfte zu Jahresende vor allem die zögerliche Investitionsnachfrage das BIP. Sie ging nach deutlichen Steigerungen in den Vorquartalen um über 2 Prozent zurück. Ursächlich war die schwache Nachfrage nach Bauten, Fahrzeugen und Maschinen.

Die Inflationsrate erhöhte sich im Februar leicht auf voraussichtlich 2,2 Prozent (laut Schnellschätzung), nachdem sie sich im Vormonat beinahe halbiert hatte (Jänner 2026: 2,0 Prozent). Energie dürfte sich infolge der Preisanstiege bei Rohöl und Erdgas wieder verteuern und damit die Inflation nicht weiter dämpfen.

Die schwierige Wirtschaftslage ließ im Februar die Beschäftigung im Vormonatsvergleich schrumpfen, während die Arbeitslosigkeit stieg. Die Arbeitslosenquote (nationale Berechnung) war mit 8,3 Prozent um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die Zahl der offenen Stellen nahm weiter ab.

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