Richtungswechsel bei E-Mobilität Obrist Group schlägt Alarm: Europa muss mit grünem Methanol rasch nachziehen

Quelle: Pressemitteilung Obrist Group 3 min Lesedauer

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China setzt auf grünes Methanol für Autos, wie eine neue Autogeneration von Geely zeigt. Die Obrist Group fordert, dass Europa rasch nachziehen muss und empfiehlt das eigene Hyperhybrid-Konzept als ersten Schritt.

Thorsten Rixmann fordert: „Europa darf nicht einfach stehenbleiben und sich überlegen, ob es nach vorne oder zurückgehen will.“(Bild:  Obrist Group / Harald Küng)
Thorsten Rixmann fordert: „Europa darf nicht einfach stehenbleiben und sich überlegen, ob es nach vorne oder zurückgehen will.“
(Bild: Obrist Group / Harald Küng)

Die chinesische Geely Holding hat im Staatsfernsehen CCTV eine neue Autogeneration vorgestellt, die mit Methanol statt Benzin fährt. Gleichzeitig wurde ein landesweites Förderprogramm für die Errichtung von Methanol-Tankstellen angekündigt. Die Argumentation: Methanol ist sauber, farb- und geruchlos und emittiert beim Verbrennen überwiegend Wasserdampf und nur geringe Mengen an CO2. Für die Obrist Group ist dies ein wichtiges Zeichen, das Europa nicht ignorieren darf.

„Die USA gehen mit mehr Verbrennern alter Bauart zurück in die Vergangenheit, China marschiert mit Methanol-Mobilität in die Zukunft“, ordnet Thorsten Rixmann, Chief Marketing Officer der deutsch-österreichischen Industriegruppe ein. Er fordert: „Europa darf nicht einfach stehenbleiben und sich überlegen, ob es nach vorne oder zurückgehen will.“ Als Schritt in die richtige Richtung empfiehlt der Obrist-Manager das sogenannte Hyperhybrid-Konzept seines Arbeitgebers. Ein Hyperhybrid-Fahrzeug wird zwar von einem Elektromotor angetrieben, aber im Unterschied zu herkömmlichen Elektroautos kommt der Strom dafür nicht aus großen und schweren Batterieblöcken, sondern wird von einem kleinen Verbrennungsmotor im Wagen selbst erzeugt. Der Miniverbrenner läuft nicht nur mit Benzin, sondern auch mit Methanol.

Stärkung für die europäische Autoindustrie

„Ein Elektroauto, das sich an jeder Tankstelle betanken lässt, würde das Profil der europäischen Automobilindustrie deutlich stärken und hohe Nachfrage erfahren“, ist sich Rixmann sicher. Für ihn liegen die Kaufgründe für den Hyperhybrid auf der Hand: sanftes Fahren und starke Beschleunigung dank Elektromotor, keine Reichweitenangst, gewohntes Tanken wie bisher, sehr geringer Verbrauch und dadurch kostengünstig im Unterhalt. Eine kleine Pufferbatterie sorge dafür, dass der Wagen sogar rein elektrisch mehr als 80 Kilometer zurücklegen kann, was für 90 Prozent aller Fahrten ausreichend sei.

Rixmann zieht den internationalen Vergleich: „Während über Verbrennern in der EU das Damoklesschwert des Generalverbots schwebt, wird in China die Umwelt- und Klimafreundlichkeit der Methanol-Mobilität hervorgehoben.“ So würden Methanol-Kraftstoff Partikelemissionen um über 90 Prozent, Stickoxide um 80 Prozent und Kohlenwasserstoff auf nahezu Null reduziert. „Kombiniert mit dem geringen Spritverbrauch von nur 3,3 Litern Methanol pro 100 Kilometer fährt der Hyperhybrid ausgesprochen umweltschonend“, erklärt der Obrist-Manager. „Selbst wenn diese neue Wagenklasse zunächst ausschließlich mit Benzin fahren müsste, weil Methanol-Tankstellen vorläufig nicht verfügbar sind, ist der Hyperhybrid mit 1,5 Litern Benzinverbrauch auf 100 Kilometer ein Klimaschützer.“

Vorteile für Verbraucher und Hersteller

Während batterieelektrische Autos im Winter oft mehr als die Hälfte ihrer Reichweite einbüßen, funktionieren Methanol-Fahrzeuge selbst bei Extremtemperaturen von minus 40 Grad Celsius oder noch kälter unverändert.

Wichtig für die Industrie: Die bisherigen Investitionen der Autohersteller in ihre E-Mobilitätsplattformen bleiben geschützt. Der Aufwand, die schweren Batterieblöcke durch einen Miniverbrenner mit Pufferbatterie zu ersetzen, sei überschaubar, wie die Obrist Group bereits überprüft hat. Da die teuren Batterieblöcke entfallen, können die Hyperhybrid-Fahrzeuge deutlich kostengünstiger produziert werden als reine E-Autos, was die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller stärken kann.

Geely erklärt im chinesischen Staatsfernsehen, wie das Methanol für die neue Autogeneration aus Solar- und Windkraft gewonnen wird: „grünes Methanol“ ebne den Weg zu nachhaltiger Mobilität. Die Obrist Group hat ein Konzept entwickelt, um Methanol im großen Stil mittels Solarenergie zu gewinnen, bei dem der Atmosphäre während der Produktion CO2 entzogen wird. Experten sprechen von „CO2-negativem“ bzw. „Klima-positivem“ Methanol. Die Kosten hierfür werden auf unter sechs Cent pro Kilowattstunde beziffert.

Die Obrist Group hat eigenen Angaben zufolge alle notwendigen Technologien für eine globale Methanolwirtschaft von der wirtschaftlichen Produktion bis zur Nutzung nicht nur auf dem Automobilsektor entwickelt. „Jetzt liegt es an der Politik und an der Industrie, zügig die Weichen zu stellen, um Europa nicht weiter hinter China und den USA zurückfallen zu lassen“, so Rixmann.

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