Konjunktur Metalltechnische Industrie mit Produktionsrückgang von 10 Prozent

Quelle: Pressemitteilung Fachverband Metalltechnische Industrie 2 min Lesedauer

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Die Rezession in der Metalltechnische Industrie verfestigt sich. Sie wirkt sind aus in Beschäftigungsabbau und Standortverlagerungen aufgrund sinkender Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb fordert die Branche die Politik auf Handlungsfähigkeit für den Wirtschaftsstandort beweisen.

Es läuft nicht rund in der metalltechnischen Industrie, die Rezession setzt sich fort.(Bild:  Fachverband Metalltechnische Industrie)
Es läuft nicht rund in der metalltechnischen Industrie, die Rezession setzt sich fort.
(Bild: Fachverband Metalltechnische Industrie)

Die Metalltechnische Industrie (MTI) verzeichnet für das erste Halbjahr 2024 einen Rückgang des Produktionswertes um 10 Prozent (preisbereinigt). Der erwirtschaftete Produktionswert betrug 22,8 Mrd. Euro. Die Auftragseingänge gingen im ersten Halbjahr preisbereinigt um 4,1 Prozent zurück, die Beschäftigung (inklusive Leiharbeiter:innen) sank um rund 4.000 Stellen.

Für das zweite Halbjahr ist keine Entspannung in Sicht. Die Unternehmen der Branche rechnen laut einer aktuellen Umfrage des Fachverbands Metalltechnische Industrie für das Gesamtjahr mit einem Produktionsrückgang von durchschnittlich 9 Prozent. Nachdem die Branche bereits im vergangenen Jahr einen Produktionsrückgang von 8 Prozent erlitten hat, befindet sie sich damit im zweiten Jahr in Folge in einer Rezession.

Verbesserung bis zum Jahresende nicht in Sicht

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Leider haben sich unsere Befürchtungen der letzten Monate bewahrheitet: Die Rezession in unserer Branche hat sich verfestigt. Das ist eine dramatische Entwicklung, die für viele Unternehmen sehr negative Folgen hat. Fast jedes zweite Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein negatives Ergebnis. Auch die Aussichten sind nicht rosig: Acht von zehn Unternehmen der Branche glauben nicht an eine Verbesserung der Nachfragesituation bis zum Jahresende.“

Die aktuelle Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Metalltechnische Industrie zeigt, dass sich die Margenentwicklung strukturell verschlechtert. Rund 50 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in diesem Jahr ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Der konjunkturbedingte Auftragsrückgang wird durch die negative Entwicklung der Lohnstückkosten verstärkt und drückt auf die Margen. Grund dafür sind die explodierenden Lohnkosten in der österreichischen Industrie.

Die Tariflöhne in Österreich sind aufgrund der hohen Lohnabschlüsse im Vergleich zu den Konkurrenz- und Exportländern stark gestiegen. Die Arbeitskosten pro Stunde liegen in Österreich um 22 Prozent über dem Durchschnitt der Eurozone. Für die Metalltechnische Industrie, die 80 Prozent ihrer Produkte exportiert, bedeutet dies einen dramatischen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit mit negativen Auswirkungen auf den Standort. Im Durchschnitt hat heuer bereits jeder zweite MTI-Betrieb Arbeitsplätze abgebaut, mehr als 5.000 Stellen wurden statt in Österreich im Ausland geschaffen.

Standortpolitik für neue Bundesregierung Priorität Nummer 1

Für die Metalltechnische Industrie bedeutet diese Entwicklung vor allem einen Auftrag an die neue Bundesregierung, die sich jetzt nach der Wahl bildet. Christian Knill: „Standortpolitik muss für die neue Bundesregierung Priorität Nummer 1 haben. Denn ohne eine gesunde Industrie gibt es keinen Wohlstand und keine soziale Sicherheit. Es gilt, die Unternehmen zu stärken und Rahmenbedingungen für neues Wachstum zu schaffen. Oberstes Ziel muss es sein, unseren Industriestandort wettbewerbsfähig zu halten. Wir brauchen eine zukunftsfähige Politik, die attraktive Rahmenbedingungen für den Industriestandort Österreich schafft. Die wichtigsten Hebel, an denen jetzt angesetzt werden muss: Senkung der Lohnnebenkosten für die Unternehmen, damit die Lohnkosten nicht weiter zum Standortnachteil werden; Bürokratieabbau auf allen Ebenen, um unternehmerisches Handeln nicht zu bremsen, sondern zu fördern; gezielte Investitionen in Bildung, Forschung, Infrastruktur und Energiesysteme. Kurz: sinnvoll investieren, entbürokratisieren und Unternehmenssteuern senken.“

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