Schrumpfängste Kunststoff verarbeitende Industrie fordert Wachstumsagenda

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Wieder einmal war es Aschermittwoch und der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) präsentierte die aktuellen Zahlen in Frankfurt am Main ...

Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) blickt besorgt auf die Zukunft. Was die Branche quält und was sie braucht, wurde am Aschermittwoch im Rahmen der alljährlichen Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main dargelegt.(Bild:  S. Bansimos)
Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) blickt besorgt auf die Zukunft. Was die Branche quält und was sie braucht, wurde am Aschermittwoch im Rahmen der alljährlichen Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main dargelegt.
(Bild: S. Bansimos)

Die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland verzeichnete 2023 sinkende Umsätze, heißt es vom GKV im Rahmen der alljährlichen Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. Der Umsatz des Polymersektors ging demnach im Vergleich zum Vorjahr um circa sechs Prozent zurück, wobei er auf einem Niveau von rund 72,5 Milliarden Euro landete. Auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen für das laufende Jahr seien eher verhalten. Lediglich eine Minderheit von 28 Prozent der befragten Unternehmen erwartet eine Verbesserung des Betriebsergebnisses in

2024, wie Dr. Oliver Möllenstädt, GKV-Hauptgeschäftsführer, anmerkte. Die Ursache für den Umsatzrückgang sieht der Verband in den aktuell allgemein ungünstigen Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie. Die Unternehmen seien deshalb derzeit zurückhaltend was die Investitionen betreffe.

Rohstoffimporte aus dem Nicht-EU-Bereich nahmen deutlich zu

Auch vom Außenhandel gingen im Rückblick der Unternehmen 2023 wenig Impulse für die Kunststoff verarbeitende Industrie aus, sagt Möllenstädt. Für das kommende Jahr rechnen 24 Prozent der Unternehmen mit steigenden Umsätzen im Export. Wichtigste Außenhandelsregionen bleiben für die Kunststoff verarbeitenden Unternehmen in Deutschland die übrigen EU-Länder. Das gelte für 80 Prozent der Unternehmen, die durchschnittlich 24 Prozent ihres Umsatzes mit dem EU- Ausland erwirtschafteten. Der Import von Rohstoffen aus dem nichteuropäischen Ausland nahm im vergangenen Jahr spürbar zu. Durchschnittlich 29 Prozent der verarbeiteten Kunststoffe wurden 2023 von den befragten Unternehmen von außerhalb Europas bezogen. Im Vergleich: 2022 waren es noch 17 Prozent.

Es drohen Arbeitsplatzverluste und Kurzarbeit im Kunststoffsektor

Anlass zur Sorge bereiten vielen Kunststoffverarbeitern die teilweise drastisch gestiegenen Kosten, was insbesondere für Energie und Löhne gilt, führte Möllenstädt weiter aus. Den meisten Unternehmen gelang es 2023 auch nur teilweise, die Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Diese, wie es heißt, ungesunde Entwicklung gefährdet die Existenz vieler Kunststoffverarbeiter auf mittlere Sicht. Man habe die Unternehmen auch nach den Auswirkungen befragt, wenn sich die Kostensituation in Deutschland 2024 nichts ändert. Daraufhin antworteten 58 Prozent, dass dann ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen unausweichlich ist, gefolgt von Kurzarbeit und sogar der Verlagerung von Produktionen ins Ausland.

Fragen zu Energie, Bürokratie, Investitionen und Digitalisierung sind zu klären

Die Präsidentin des GKV, Dr. Helen Fürst, fordert angesichts der trüben Lage eine Wachstumsagenda für Deutschland. Die Ursachen der aktuellen Wirtschaftskrise in Deutschland seien überwiegend struktureller Natur. „Deshalb brauchen wir eine zukunftsorientierte Wachstumsagenda, damit die Unternehmen in zwei bis drei Jahren wieder Fahrt aufnehmen können“, kommentierte Fürst. Die Agenda müsse insbesondere die Themen Energie, Bürokratie, Investitionen und Digitalisierung adressieren. Fürst weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass die Wachstumsagenda die dringendsten Probleme unserer Wirtschaft lösen, Verlässlichkeit und verlorenes Vertrauen wiederherstellen und den Menschen in Deutschland neue Zuversicht geben kann.“

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