Verbindungstechnik Kleine Teile, große Wirkung: C-Teile-Management in unsicheren Zeiten

Aktualisiert am 02.07.2024 Von MA Alexander Stark 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Verbindungselemente sind klein, aber essenziell für die Industrieproduktion. Ihr effizienter Nachschub ist entscheidend, um Kosten zu reduzieren und Unterbrechungen zu verhindern. In unsicheren Zeiten gewinnt die Bedeutung stabiler Lieferketten dabei zunehmend an Bedeutung. Moderne Technologien können hier für mehr Resilienz sorgen.

C-Teile können trotz ihrer geringen Anschaffungskosten im Falle eines Lieferausfalls zu beträchtlichen Produktionsausfällen führen.(Bild:  Keller Kalmbach)
C-Teile können trotz ihrer geringen Anschaffungskosten im Falle eines Lieferausfalls zu beträchtlichen Produktionsausfällen führen.
(Bild: Keller Kalmbach)

In der industriellen Fertigung sind Verbindungselemente wie Schrauben, Muttern, Scheiben und Bolzen, obwohl preislich geringwertig, unverzichtbar. Die Bedeutung dieser den C-Teilen zugerechneten Komponenten geht weit über ihren monetären Wert hinaus, denn sie spielen eine Schlüsselrolle im Produktions- und Montageprozess.

Trotz ihrer geringen Einzelkosten können die Gesamtkosten für Beschaffung und Lagerung der C-Teile beträchtlich sein, falls sie nicht adäquat gemanagt werden. Ein effektives Supply-Chain-Management und eine optimierte Bestandskontrolle sind die besten Mittel, um die Kosten zu kontrollieren und die Resilienz gegenüber Lieferkettenstörungen zu stärken. „Die Verbindungsbranche steht vor der Herausforderung, dass C-Teile trotz ihrer geringen Anschaffungskosten im Falle eines Lieferausfalls zu beträchtlichen Produktionsausfällen führen können. Ein proaktives Risikomanagement ist daher essenziell, um die Auswirkungen auf die Produktion zu minimieren und eine ganzheitliche C-Teile-Strategie aufrechtzuerhalten“, betont Heinz Achatz, Vertriebsleiter bei Syskomp Gehmeyr in Regensburg.

Resilienz auch bei Lieferkettenstörungen

Die Lieferkettenprobleme der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Beschaffung von C-Teilen sehr empfindlich auf Störungen reagieren. Covid-Pandemie, Ukraine-Krieg und geopolitische Unsicherheiten gepaart mit hoher Inflation haben keine Branche unberührt gelassen.

Im „AHK World Business Outlook“ bestätigen 17 Prozent der befragten Unternehmen nach wie vor, dass sie an ihren internationalen Standorten Lieferkettenstörungen als ein Risiko für ihre geschäftliche Entwicklung betrachten. Im Herbst 2023 waren es noch 25 Prozent.

Die Unternehmen haben seitdem mit der Diversifizierung ihrer Lieferketten teilweise erfolgreich auf Disruptionen reagiert. Denn die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen in der Lieferkette zu reagieren, ist für die Aufrechterhaltung der Produktion kritisch. „Als Schlüssel zum Erfolg sehen wir die Schließung von langfristig orientierten Lieferantenpartnerschaften, Kooperationen und Netzwerken sowie den vernetzten, sicheren Datenaustausch über die eignen Kunden, Lieferanten und Technologiepartner hinweg – denn nur so gelingt es im Hinblick des globalen Wettbewerbs sowie angesichts der Herausforderung auf den globalen Beschaffungsmärkten, die Lieferketten langfristig zu stärken“, betont Stefan Reuss, Geschäftsführer IT und Digital Solutions bei Würth Industrie Service. „Ein effektives C-Teile-Management kann dazu beitragen, die Auswirkungen solcher Störungen zu minimieren und die Anpassungsfähigkeit zu erhöhen“, bestätigt auch Stephan Wennrich, Regional Sales Manager bei Keller Kalmbach.

Digitalisierung sorgt für Transparenz

Eine sorgfältige Lagerverwaltung und Beschaffung von C-Teilen tragen dazu bei, Lagerbestände zu reduzieren und Kapital freizusetzen. Hier kommen zunehmend moderne Technologien ins Spiel. So führt die Digitalisierung nicht nur zu Effizienzsteigerungen, sondern fördert auch die Widerstandsfähigkeit des Einkaufs. Im „Einkaufsbarometer Mittelstand 2023“ von Onventis, BME und ESB Business School bestätigen die befragten Firmen, dass in der digitalen Transformation einen entscheidenden Faktor für die Krisenfestigkeit des Einkaufs liegt. Zu den Top-3-Digitalthemen des Einkaufs in den Unternehmen gehören nach Angaben der Umfrageteilnehmer die Prozesskostenoptimierung, die Automatisierung sowie die Transparenz ihrer Lieferketten.

Einfach gute Verbindungen

Regionale Fachmesse für Schraubverbindungen

Die SchraubTec ist Ihr schnellster Weg zu sicheren Schraubverbindungen. Ob in der Ausstellung oder in kostenlosen Fachvorträgen: In persönlicher Atmosphäre können Sie sich über Schraubverbindungen, Schraubtechnik, Schraubwerkzeuge sowie Beschaffung, Einkauf und Management von C-Teilen informieren. Der Eintritt ist kostenfrei.

Weitere Informationen zur SchraubTec

Technologische Fortschritte und die Digitalisierung haben auch die Art und Weise, wie Unternehmen C-Teile verwalten und beschaffen, erheblich beeinflusst, weiß Andreas Jäger, Customer Logistics & Services bei Keller Kalmbach: „Durch die Nutzung von IoT-Sensoren, Big Data-Analyse und cloudbasierten Lösungen können Unternehmen ihre Bestände besser überwachen, Bedarfsprognosen optimieren und Just-in-time-Beschaffungsstrategien implementieren. Dies führt zu geringeren Lagerbeständen, reduzierten Beschaffungskosten und einer insgesamt effizienteren Beschaffung.“

Die neueste Entwicklung im Einkauf von C-Teilen umfasst eine Transformation entlang der gesamten Supply Chain und zielt darauf ab, Transparenz, Effizienz und Nachhaltigkeit konsequent zu steigern, Kosten einzusparen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Würth Industrie Service setzt deshalb auf digitale Logistik- und Systemlösungen für Produktionsmaterialien und Betriebsmittel, mit denen sich C-Teile bedarfsorientiert und voll automatisiert beschaffen lassen. Intelligente Systeme erkennen eigenständig Materialbedarfe und lösen automatisiert Nachbestellungen aus, um die Lagerbestände auf einem optimalen Niveau zu halten. Laut Stefan Reuss wird das C-Teile-Management der Zukunft noch einen Schritt weiter gehen und auf einen datenbasierten Ansatz unter Verwendung fortschrittlicher Technologien setzen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Systematisches Lernen mit Künstlicher Intelligenz

Lagerbetreiber verlieren in diesem Zusammenhang zunehmend die Scheu am Einsatz Künstlicher Intelligenz. „Es steht ein Umbruch in der Branche bevor“, so die Zebra-Studie „Moderne Lagerhaltung realisieren: Resilienz und Agilität der Lieferkette” aus dem Jahr 2023. Die Umfrage zeigt, dass weltweit die meisten Entscheidungsträger in der Lagerlogistik in den nächsten fünf Jahren in maschinelles Lernen (94 Prozent), Vorhersageanalytik (92 Prozent), Machine Vision (86 Prozent) und Computer Vision (85 Prozent) investieren wollen.

KI-basierte Prognosemodelle tragen nach den Worten von Stefan Reuss auf verschiedene Weise zu einer optimierten Bedarfsprognose bei: „Durch das systematische Sammeln von Erfahrungswerten lernen unsere IT-Systeme, Artikelbedarfe exakt vorherzusagen. So wird es in Zukunft gelingen, noch schneller und noch effizienter auf Kundenanforderungen zu reagieren.“ Auch im Bereich der Intralogistik kommt bei Würth Industrie Services Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Beispielsweise erkennen hochmoderne Kameraprüfsysteme Leerbehälter, wodurch ein störungsfreier Logistikprozess realisiert werden kann.

Diese fortschrittlichen KI-Technologien bieten führende Automatisierungs-, Analyse- und digitale Entscheidungsfindungsmöglichkeiten für die gesamte Lieferkette und im Lagerbereich. „Die technologischen Fortschritte ermöglichen eine präzise, bedarfsgerechte Bereitstellung von C-Teilen direkt am Verbrauchsort, was in der fortschreitenden Just-in-time-Lieferkette unabdingbar wird“, bestätigt auch Stefan Mostert, Innovationsmanager der Syskomp Group.

Die Zukunft des C-Teil-Managements liegt also in der intelligenten Verknüpfung von traditionellen Supply-Chain-Prozessen mit fortschrittlicher Technologie und Datenanalyse. Wie ein solcher ganzheitlichen Ansatz aussehen kann, zeigen erneut die Aussteller der Schraubtec. Nächster Stopp der auf Verbindungstechnik spezialisierten Regionalmesse ist am 04. September 2024 in Bochum.

(ID:49899545)