Messerückblick Eindrücke von der Hannover Messe 2024

Quelle: Deutsche Messe AG 3 min Lesedauer

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Die Hannover Messe lockte auch in diesem Jahr zahlreiche Menschen in die niedersächsische Landeshauptstadt. Wie sah es vor Ort aus? Wie zufrieden sind die ausstellenden Unternehmen?

Auch in diesem Jahr sollten Besucherinnen und Besucher in Hannover Antworten auf die Frage finden, wie sie Automatisierung, KI, Wasserstoff und andere Lösungen in ihren Produktionsumgebungen sinnvoll einsetzen können.(Bild:  Deutsche Messe AG)
Auch in diesem Jahr sollten Besucherinnen und Besucher in Hannover Antworten auf die Frage finden, wie sie Automatisierung, KI, Wasserstoff und andere Lösungen in ihren Produktionsumgebungen sinnvoll einsetzen können.
(Bild: Deutsche Messe AG)

Den Beginn der Messe markierte traditionsgemäß der Presserundgang mit Olaf Scholz am ersten Veranstaltungstag. Und der Besuch der Ausstellungsfläche sollte kein Spaziergang für den Bundeskanzler werden, denn in vielen deutschen Industrieunternehmen ist die Stimmung angespannt. So sah sich der Kanzler, der von seinem norwegischen Amtskollegen Ministerpräsident Jonas Gahr Støre begleitet wurde, unter anderem mit der Forderung nach einem klaren Bekenntnis zur Energiewende konfrontiert. Scholz wiederum betonte, dass die Regierung Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien gemacht habe. Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), widersprach dem nicht grundlegend, merkte jedoch an, dass die Bemühungen der Bundesregierung aber eben noch nicht ausreichten.

Publikum, ausstellende Unternehmen und Schwerpunkte

Am Montag, den 22.04, öffneten sich dann die Hallentüren auch für alle anderen Besucherinnen und Besucher. Insgesamt fanden laut Deutsche Messe AG über 130.000 Besucherinnen und Besucher aus 150 Ländern den Weg nach Hannover. Mehr als 40 Prozent von ihnen nahmen die Anreise aus dem Ausland in Kauf. Die Top-Besucherländer nach Deutschland waren laut der Messebetreiber China, die Niederlande, die USA, Korea und Japan. „Damit haben wir im Jahr einer turnusbedingt kleineren Hannover Messe unser ambitioniertes Besucherziel erreicht“, konstatiert Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, im Rahmen der Abschluss-Pressekonferenz.

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Erwartet wurden sie von 4.000 ausstellenden Unternehmen und 300 Startups. Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI und Vorsitzender des Ausstellerbeirates der Messe, kommentiert: „In dem aktuell schwierigen konjunkturellen Umfeld ist die diesjährige Hannover Messe ein wichtiger Stimmungsaufheller. Eindrucksvoll haben die Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie gezeigt, wie sich durch Innovationen, insbesondere auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, neue Handlungsoptionen eröffnen. Für mehr Klimaschutz, für mehr Effizienz bei Energieverbrauch und Ressourceneinsatz.“

An den Messeständen gab es daher neben Lösungen wie der Automatisierung ganzer Produktionsanlagen und der Sprachsteuerung von Maschinen durch KI auch Informationen zur effizienten Nutzung von Wasserstoff in der Industrie oder dem Einsatz von Software zur Erfassung und Reduzierung des CO2-Fußabdrucks. Auch nimmt die Initiative, unter dem Label Manufacturing-X souveräne Datenräume für den industriellen Mittelstand zu schaffen, immer mehr Fahrt auf. Hinzu kamen neue Felder wie die Biologisierung der Wirtschaft oder das Carbon Management, die in diesem Jahr ebenfalls mehr Aufmerksamkeit erhielten.

Internationale Zusammenarbeit weiterhin im Ausbau

Vor Ort habe man außerdem über 300 wirtschaftspolitische Delegationen aus aller Welt begrüßt. Wettbewerbsfähige Energiekosten, der Ausbau der digitalen Infrastruktur, schnelle Genehmigungsverfahren, ein Abbau überflüssiger Bürokratie und der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte standen ganz oben auf der Agenda der Delegationen.

Ein Paradebeispiel für die gesamteuropäische Zusammenarbeit sehen die Messeverantwortlichen im diesjährigen Partnerland Norwegen. Am Messedienstag stellte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gemeinsam mit dem norwegischen Energieminister Terje Aasland die Roadmap zur Wasserstoffkooperation vor. Deutschland und Norwegen werden eng zusammenarbeiten, um bis 2030 großvolumige Wasserstoffimporte aus Norwegen nach Deutschland und die dafür notwendige Wasserstoffinfrastruktur zu realisieren. Auf der Hannover Messe unterzeichneten Unternehmen aus Norwegen und Deutschland Verträge über den Transport von Wasserstoff und das Einspeichern von CO2, dem sogenannten Carbon Capture and Storage (CCS).

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Sichtbarkeit von Frauen in der Industrie

Am 25.04. fand auch in diesem Jahr der Karrierekongresses Femworx auf der Hannover Messe statt – erstmalig auf zwei Tage angelegt. Im Rahmen dessen Eröffnung wurde Dipl.-Ing. Yvonne Groth, Geschäftsführerin der Dornier Construction und Service GmbH, mit dem Engineer Woman Award ausgezeichnet. Einen Tag später erhielt Sahana Shastry, Systemingenieurin bei DSI Aerospace, den Young Engineer Woman Award. Eine unabhängige Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Kongressbeirats, hatte im Vorfeld vier Expertinnen für diesen Preis nominiert.

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Hermes Award geht an Schunk

In diesem Jahr wurde das Unternehmen Schunk im Rahmen der Messeeröffnung für ein KI-basiertes Projekt mit dem Hermes Award geehrt. Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, übergab den Preis im Beisein des Bundeskanzlers Olaf Scholz sowie des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre.

Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, hatte zuvor das Projekt 2D Grasping-Kit ausgezeichnet. Dieses Applikations-Kit besteht aus einer Kamera mit Objektiv, einem Industrie-PC, einer KI-Software sowie einem applikationsspezifischen Greifer. Die Innovation stecke laut der Jury in der generischen, KI-basierten Modellierung von Bauteilvarianzen und den Transfer auf einen kleineren Trainingsdatensatz, was Anlernzeiten für die Erkennung mindern soll. Die intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche ermögliche die prozesssichere Handhabung verschiedener, zufällig angeordneter Teile von einem Fließband, Tray oder Bereitstellungstisch – auch bei sich verändernden Licht-, Farb- oder Hintergrundverhältnissen. Damit sollen sich wiederkehrende Sortier- oder Logistikaufgaben mit wenig Aufwand automatisieren lassen.

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