Energiewende-Experten
So hilft die Forschung der Energiewende auf die Sprünge

Von Peter Königsreuther 9 min Lesedauer

Grüner Wasserstoff und grüner Strom heißen die Schlüsselbegriffe, wenn es um die Energieversorgung der Zukunft respektive Dekarbonisierung geht. Schauen wir mal, was die Wissenschaft dazu umtreibt.

Wasserstoff, wie hier, und grüner Strom dominieren derzeit den Weg der Energiewende. Was sich wofür eignet und welche Forschungsanstrengungen derzeit betrieben werden, soll dieser „kleine“ Bericht zeigen, der leider nicht alle der interessanten Vorgänge beleuchten kann ...(Bild:  malp - stock.adobe.com)
Wasserstoff, wie hier, und grüner Strom dominieren derzeit den Weg der Energiewende. Was sich wofür eignet und welche Forschungsanstrengungen derzeit betrieben werden, soll dieser „kleine“ Bericht zeigen, der leider nicht alle der interessanten Vorgänge beleuchten kann ...
(Bild: malp - stock.adobe.com)

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität in der Europäischen Union ist der rasche Umstieg von fossilen Brennstoffen auf elektrische Alternativen, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Gleichzeitig wird aus Strom erzeugter Wasserstoff in schwer zu elektrifizierenden Bereichen wie der Luftfahrt, der Schifffahrt und der Chemie eine große Rolle spielen, wie das Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) glaubt. Bis 2050 seien Elektrifizierung und Wasserstoff deshalb die Enabler, um Klimaneutralität zu erreichen. Das PIK hat deshalb anhand modellierter Szenarien für die künftige EU-Transformation das Ganze untersucht. Die Kernaussage ist demnach, dass bis 2050 der Gesamtenergiebedarf zu 40 bis 60 Prozent durch Strom und zu 10 bis 25 Prozent durch Wasserstofftechnik gedeckt werden müsste.

Der aktuelle Stand zur Frage: Wasserstoff oder Elektroenergie?

Mithilfe des Energie-Ökonomie-Modells Remind untersuchten die PIK-Forscher plausible Kombinationen beider Energielieferanten der Zukunft mit Blick auf das EU-Energiesystem in verschiedenen Szenarien. Die Analyse zeige eher in Richtung Elektrifizierung und weise eine nun begrenztere Rolle der wasserstoffbasierten Energie zu als frühere Studien. Das heißt, dass die direkte Nutzung von Strom – egal ob für die Mobilität, das Heizen oder die Industrie – die wichtigste Rolle spielen wird. Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe, die idealerweise aus grünem Strom gewonnen werden, dürften sich vor allem in der Luftfahrt, der Schifffahrt, der chemische Industrie und als Stromspeicher durchsetzen, wie die Experten meinen. Elektrifizierung und Wasserstoff ergänzen also weitgehend, während sie um einen geringen Anteil von etwa 15 Prozent mit der Endenergie konkurrieren. Das betreffe vor allem Sektoren wie den Lkw-Verkehr und die industrielle Hochtemperatur-Prozesswärme.

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