Internationale Beziehungen Zoll-Einigung mit USA: Schmerzlicher Kompromiss

Quelle: Pressemitteilung Industriellenvereinigung 2 min Lesedauer

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Die ganz hohen Zölle sind abgewendet, aber die erzielte Zoll-Einigung der EU mit den USA ist dennoch nichts zum Jubeln, so die Industriellenvereinigung. Sie fordert, die europäische Handelspolitik noch stärker strategisch und breiter auszurichten.

Großflächig 15 Prozent, auf Stahl und Aluminium aber weiterhin 50 Prozent Zölle: Die Einigung im Zollstreit zwischen EU und USA stößt nicht auf große Zustimmung.(Bild:  Pixabay/Gerd Altmann)
Großflächig 15 Prozent, auf Stahl und Aluminium aber weiterhin 50 Prozent Zölle: Die Einigung im Zollstreit zwischen EU und USA stößt nicht auf große Zustimmung.
(Bild: Pixabay/Gerd Altmann)

Die Industriellenvereinigung (IV) bewertet die erzielte Einigung im monatelangen Zollkonflikt zwischen der EU und den USA sehr zurückhaltend: Einerseits konnte damit ein größerer Handelskrieg veritablen Ausmaßes durch Verhandlungen abgewendet werden. „Angesichts der Bedeutung der USA als zweitwichtigster Handelspartner Österreichs ist eine verlässliche und planbare handelspolitische Basis für die exportorientierte Wirtschaft von hoher Relevanz“, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Trotzdem sieht die IV die großflächige Einführung von 15-Prozent-Zöllen sehr kritisch, auch wenn es Ausnahmen für ausgewählte Sektoren gibt. Besonders die weiterhin bestehenden Zölle von 50 Prozent auf Stahl- und Aluminiumprodukte seien höchst problematisch. 2024 beliefen sich heimische Exporte in die USA in den Bereichen auf etwa eine Milliarde Euro.

„Zölle, gleich welcher Höhe, wirken wie eine Belastung für Betriebe auf beiden Seiten des Atlantiks und kennen nur Verlierer. Die Grundsatzeinigung muss, im Lichte neuer Zölle, ein Startpunkt für weitere Verhandlungen über ein Null-Zoll-Ziel und einen neuen Anlauf für ein umfassendes transatlantisches Handelsabkommen sein. Der Welthandel braucht langfristige Verlässlichkeit, nicht nur kurzfristige Deals“, so Neumayer weiter.

Appell für eine resiliente und strategische EU-Handelspolitik

Die Industriellenvereinigung appelliert an die EU, aus den Erfahrungen dieses Konflikts Lehren zu ziehen und die europäische Handelspolitik noch stärker strategisch und breiter auszurichten. Dazu zählt vor allem der Ausbau von Handelsabkommen – insbesondere mit Mercosur, Indien und Mexiko – sowie die Stärkung des multilateralen Handelssystems unter der WTO.

„Europa braucht einen aktiven industriepolitischen Kompass und eine Handelspolitik, die globale Märkte offen hält und europäische Unternehmen schützt – nicht nur bei Krisen, sondern auch strukturell. In diesem Sinne ist auch das ausverhandelte Handelsabkommen mit Mercosur von strategischer Bedeutung. Hier muss auch die österreichische Bundesregierung ihren Widerstand aufgeben und den Weg für mehr Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand freimachen“, so Neumayer abschließend.

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