Über IO-Link ist die Kommunikation mit Sensoren und Aktoren unkompliziert. Die standardisierte Technologie wird daher immer mehr zum Treiber für die Digitalisierung und das IIoT. Wir haben uns die aktuellen Entwicklungen auf dem IO-Link Forum Österreich angehört.
Das IO-Link Forum Österreich bot vertieftende Vorträge rund um den Einsatz und die Möglichkeiten von IO-Link.
(Bild: IO-Link Forum)
Die IO-Link-Technologie etabliert sich zunehmend als Standard in der industriellen Automatisierung, denn die standardisierte Kommunikationsschnittstelle sorgt für eine einfache Kommunikation zwischen Sensoren, Aktoren und Steuerungssystemen. Einen großen Anteil an der Verbreitung dieser Technologie hat die rege Community, in der sich namhafte Anbieter von Automatisierungstechnik engagieren. In regelmäßigen Foren und Workshops treffen sich Anbieter und Anwender (oder solche, die es werden wollen) vor Ort zum Liveaustausch – wie kürzlich im Kulturzentrum Hallwang bei Salzburg.
Zum IO-Link Forum Österreich reisten zahlreiche Interessierte an, die IO-Link bereits nutzen oder nutzen wollen. Für die „Einsteiger“ unter den Teilnehmern startete die Veranstaltung mit einer Einführung zu IO-Link, die Alexander Wilimek von Pepperl+Fuchs und Günther Csencsits von Festo übernommen hatten. Daran anschließend lieferten neun Vorträge vertiefendes Wissen zu IO-Link in der industriellen Praxis.
Sicherheitssensoren in bestehende Automatisierungsnetzwerke integrieren
Stefan Schunke von Sick stellte IO-Link Safety vor.
(Bild: Stefanie Michel)
Stefan Schunke, Produktmanager für Safety Switches bei Sick, zeigte, wie IO-Link Safety die standardisierte IO-Link-Kommunikation um sicherheitsrelevante Funktionen erweitert. IO-Link Safety schließt dabei die Lücke zwischen einfachen Schaltausgängen und Ethernet-basierten Systemen, die mehr Daten übertragen. Damit lassen sich sicherheitskritische Sensoren und Aktoren nahtlos in bestehende Automatisierungsinfrastrukturen mit einem einheitlichen Kommunikationsstandard integrieren. Der Standard für IO-Link Safety ist bereits freigegeben, erste Geräte von Sick sollen zur SPS 2024 auf den Markt kommen.
Beim Vortrag von Balluff stand IO-Link Wireless im Fokus. Key Account Manager Günther Müller-Gauster stellte die technischen Daten für den Einsatz vor und warb für die Technologie: „Keine andere Funklösung bietet die Möglichkeiten wie IO-Link: Alles ist anschließbar – und das unabhängig vom Hersteller.“ Allerdings gibt er zu bedenken:
Die Zykluszeit beträgt 5 Millisekunden für 1 Byte pro Gerät: Das kann bei High-Speed-Anwendungen problematisch werden.
Die Devices sind immer noch verkabelt: Akkulösungen wären eine sinnvolle Alternative, gerade bei bewegten Anwendungen wie in der Logistik.
IO-Link als Schnittstelle zwischen OT und IT
Ahmet Kokac von IFM bewies: Der Mensch braucht eine „Karotte“, also eine Motivation, auf die hinzuarbeiten es sich lohnt – und das ist Digitalisierung mithilfe von IO-Link.
(Bild: Stefanie Michel)
Ahmet Kokac, Sales Engineer Applications bei IFM, brachte zur „Unterstützung“ eine Kiste Karotten mit – die Motivation! Denn nur mit einer entsprechenden Motivation verlässt man seine Komfortzone und hat etwas, worauf man hinarbeiten kann. Die Motivation kann Zeit- und Geldersparnis sein, aber auch das Ende von frustrierenden Aufgaben oder schlichtweg, den technologischen Anschluss nicht zu verpassen. Und das ist aus seiner Sicht die Digitalisierung mithilfe von IO-Link. Über die IO-Link Devices lassen sich kontinuierlich Daten erfassen, die sowohl für die Prozesssteuerung als auch z. B. für eine präventive Wartung genutzt werden können. „Mit IO-Link ist vor 20 Jahren ein Paradigmenwechsel passiert: der Abschied von analogen Daten“, so Kokac.
Doch auch digitale Daten lassen sich nicht immer so einfach nutzen. Im Zuge der Digitalisierung sind heterogene Daten eines der größten Hindernisse. Durch fehlende Standardisierung kennt man weder Semantik noch Datenstruktur, was die Verarbeitung der Daten deutlich erschwert. Wolfgang Wiedemann, Director of Application & Consulting & Technical Training bei Murrelektronik, stellte deshalb die Bedeutung der IO-Link Profile in den Mittelpunkt seines Vortrags. Das Common Profile ist die Basis für alle IO-Link Devices, das sozusagen die „W-Fragen“ beantwortet: Wie geht es mir? Wo bin ich? Was kann ich? In dieses Common Profile ist beispielsweise das „Smart Sensor Profile“ (SSP) für messende und schaltende Sensoren eingeschoben, das Funktionsklassen wie Seriennummer oder Prozessdaten enthält. Solche Profile werden von der IO-Link-Arbeitsgruppe immer dann entwickelt, wenn mehrere Unternehmen Bedarf dafür anmelden.
Die Möglichkeiten durch Digitialisierung einfacher nutzen
Die Vorträge zeigten, dass IO-Link der Digitalisierung in der Industrie einen richtigen Schub geben kann und gleichzeitig Prozesse vereinfacht. Uwe Schnepf, Leiter Produktmanagement Industrial IoT bei Hilscher, zeigte beispielsweise, wie IO-Link eine nahtlose Erfassung von Diagnosedaten von Feldgeräten ermöglicht. Diagnosemeldungen sind bei IO-Link „ab Werk“ verfügbar, sodass keine weiteren Kosten entstehen. Ähnlich setzt Lenze auf IO-Link in dezentralen Antriebssystemen. Lukas Knöpfel, Produktmanager Inverter Drives bei Lenze Swiss, erklärte, dass auch hier die Zustandsdaten der Sensoren und Aktoren für eine lückenlose Überwachung der Prozesse genutzt werden können – steckbar, kostengünstig und schnell installiert. Diese Beispiele zeigen, dass IO-Link eine Vielzahl von Vorteilen bietet, die es zu einer beliebten Wahl in der industriellen Automatisierung machen.
Stand: 08.12.2025
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Vorteile der IO-Link-Technologie
Standardisierte Technologie: internationaler Standard nach IEC 61131-9, weltweit kompatibel
Einfache Installation: Anschluss über drei- oder vieradriges Standardkabel über die einheitliche Standardschnittstelle
Schneller einfacher Austausch: Durch die automatische Konfiguration eines IO-Link-Devices können ausgefallene Sensoren einfach ersetzt werden. Das reduziert Stillstandszeiten.
Übertragung digitaler Daten: Messwerte der Sensoren werden in digitale Daten umgewandelt und störsicher und verlustfrei übertragen.
Gerätevalidierung: IO-Link überprüft automatisch, ob die angeschlossenen Geräte korrekt funktionieren.
Flexibilität: IO-Link ist unabhängig von Feldbussen und kann in jedes Netzwerk integriert werden.
Datenmanagement: IO-Link kann Parameter und Konfigurationen speichern, was den Austausch defekter Sensoren erleichtert.
Erweiterte Diagnosefunktionen: IO-Link bietet umfassende Diagnosemöglichkeiten, um Probleme schnell zu identifizieren und zu beheben.