Zölle auf E-Autos Wie China deutsche Autobauer treffen könnte

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Nachdem die USA bereits Strafzölle auf chinesische E-Autos angekündigt hat, könnte die EU bald nachziehen. Chinas Gegenmaßnahmen würden vor allem die deutschen Premiumhersteller treffen.

Für die deutschen Hersteller wie Mercedes-Benz ist der chinesische Markt immens wichtig.(Bild:  Mercedes-Benz)
Für die deutschen Hersteller wie Mercedes-Benz ist der chinesische Markt immens wichtig.
(Bild: Mercedes-Benz)

China verschärft den Ton im Handelskonflikt mit der Europäischen Union. Die chinesische Handelskammer in der EU (CCCEU) warnte am Mittwoch (22.5.) vor möglichen Gegenmaßnahmen als Antwort auf EU-Strafzölle für chinesische E-Autos. „Insidern“ zufolge erwäge Peking, 25 Prozent Zoll auf importierte Fahrzeuge mit großen Motoren zu erheben, teilte die CCCEU auf der Online-Plattform X mit.

Die Handelskammer beruft sich auf einen Artikel in der staatlichen chinesischen Zeitung „Global Times“, in dem von einer möglichen Anhebung der Zölle auf Motoren mit mehr als 2,5 Litern Hubraum die Rede ist. Der offizielle Grund für die Maßnahmen ist der Klimaschutz. China könne so umweltfreundlichere Praktiken in der Automobilindustrie fördern und Emissionen reduzieren, heißt es.

Die CCCEU bezieht sich jedoch auch direkt auf die kürzlich von den USA angekündigten Strafzölle auf chinesische E-Autos und die möglicherweise folgenden Zollerhöhungen der EU. Derzeit läuft eine Untersuchung der EU-Kommission, ob China den Markt für E-Autos durch staatliche Subventionen verzerrt.

Eine Entscheidung darüber, ob die EU Strafzölle erhebt, gibt es noch nicht. Die Hinweise darauf verdichten sich jedoch. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ rechnen Insider mit Abgaben von 25 bis 40 Prozent. Bislang müssen chinesische Hersteller zehn Prozent Zoll bei der Einfuhr von E-Autos zahlen.

Chinesische Gegenmaßnahmen würden vor allem Luxushersteller treffen, denn sie produzieren ihre Fahrzeuge fast ausschließlich in Europa. Doch auch die Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz müssten mit Einbußen rechnen. Etwa 150.000 Fahrzeuge mit großem Hubraum exportieren die drei Hersteller pro Jahr nach China, schreibt das „Handelsblatt“ unter Berufung auf den Datendienstleister Marklines.

Insgesamt könnten die Maßnahmen die Hälfte der rund 440.000 von deutschen Herstellern nach China eingeführten Fahrzeuge treffen. Volumenmodelle und kleinere Autos für den chinesischen Markt produzieren die Hersteller überwiegend in Joint Ventures mit einheimischen Autobauern vor Ort.

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