Autonome Fertigungszelle
Automatisierte 6-Seiten-Bearbeitung komplexer Teile

Von Mag. Victoria Sonnenberg 8 min Lesedauer

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Falser Maschinenbau hat kürzlich ein 5-Achs-Fräs-Dreh-Zentrum „HF 5500“ von Heller mit Rundspeicher- und Roboterautomation in Betrieb genommen. Seither werden Serien und Einzelteile mannlos komplettbearbeitet.

Die Spannvorrichtung ist für vier Spanner ausgelegt: zwei in 45-Grad-Stellung für OP10 und zwei für die horizontale OP20-Bearbeitung der sechsten Seite.(Bild:  Volker Foehl)
Die Spannvorrichtung ist für vier Spanner ausgelegt: zwei in 45-Grad-Stellung für OP10 und zwei für die horizontale OP20-Bearbeitung der sechsten Seite.
(Bild: Volker Foehl)

Südtirol ist wie Deutschland, Österreich und die Schweiz ein absolutes Hochlohnland. Aufgrund ihrer Historie verfügt die Region obendrein über vergleichsweise wenig Facharbeiter in der Zerspanung. So muss ein Betrieb mit Sitz nahe Bozen schon ein belastbares Geschäftsmodell besitzen, will er etwa gegen den ansässigen Wettbewerb bestehen, der um bis zu 20 Prozent günstiger ist. Effizienz und Fachkräftemangel waren denn auch erste Gründe, weshalb Andreas Falser vor mittlerweile vier Jahren das erste Mal über die automatisierte Fertigung in seinem Betrieb nachdachte.

Gegründet wurde Falser Maschinenbau 1967 von Gottfried Falser und seiner Frau als Familienbetrieb, der dann bis 2010 als Instandhaltungs- und Zulieferbetrieb sowie Reparaturwerkstatt für größere Unternehmen geführt wurde. Nach ständiger Weiterentwicklung in der Vorrichtungs- und Baugruppenfertigung sowie der Produktentwicklung und Herstellung von Eigenprodukten für den Landwirtschafts- und Holzsektor trat Sohn Andreas Falser nach Abschluss der Fachschule Maschinen- und Werkzeugbau 2006 in den Betrieb ein. Sein Credo: „Wenn ich die Firma einmal übernehme, mache ich daraus einen Vorzeigebetrieb.“ Dazu sollte mehr als nur Standardmaschinenbau gehören. 2010 wurde die Gesellschaftsform in Falser KG geändert, Andreas und seine Mutter Johanna übernahmen von nun an die Geschicke des Unternehmens mit elf Mitarbeitern. Um auch den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, wurde 2018 zusätzlich die Falser Maschinenbau GmbH gegründet – mit weiteren 45 Mitarbeitern sowie der Erweiterung mit Automation und Serienmontagen. „Um uns von anderen zu differenzieren und an unserem Standort konkurrenzfähig zu bleiben, entschieden wir uns, unseren Kunden hochwertigere Produkte, mehr Wertschöpfung und eine Komplettpaket ,Alles aus einer Hand‘ zu bieten. Dafür haben wir den Maschinenpark kontinuierlich erweitert und strategische Bereiche wie Schweißerei und Montage integriert“, sagt Andreas Falser.