Analyse Ausblick 2024: Mehr Fahrzeugproduktion in Deutschland

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Das vergangene Jahr war herausfordernd für die deutsche Wirtschaft. Die Berater von Berylls schauen dennoch vorsichtig optimistisch auf das aktuelle Jahr und die Automobilindustrie.

Die Berater von Brylls blicken vorsichtig optimistisch auf das aktuelle Jahr und die Entwicklung der Fahrzeugproduktion.(Bild:  Audi)
Die Berater von Brylls blicken vorsichtig optimistisch auf das aktuelle Jahr und die Entwicklung der Fahrzeugproduktion.
(Bild: Audi)

Nach vielen Tiefschlägen in den vergangenen Monaten sehen die Analysten des Beratungsunternehmens Berylls wieder Wachstum für die deutsche Automobilindustrie. Stefan Schneeberger, Experte für Standortpolitik bei Berylls: „In den kommenden Jahren wächst die deutsche Fahrzeugproduktion mit 2,5 Prozent jährlich deutlich stärker als das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit prognostizierten 1,4 Prozent pro Jahr“, sagt Schneeberger. „Setzen wir dieses Wachstum an, werden im Jahr 2030 in Deutschland 5,3 Millionen Fahrzeuge produziert, im vergangenen Jahr waren es 4,3 Millionen.“

Bis 2030 erwarten die Berater ein Wachstum von 24 Prozent – es läge klar über dem von China. Die dortige Steigerung der Fahrzeugproduktion wird demnach im gleichen Zeitraum bei 17 Prozent liegen.

E-Mobilität und Industriepolitik als große Herausforderung

Die für Deutschland gegebene Produktionszahl ist ein Mittelwert, kommentiert Berylls, „in einem Korridor mit erheblicher Bandbreite“. Die Automobilindustrie am Standort Deutschland stehe vor zwei großen Herausforderungen: ihrer Transformation zur E-Mobilität, und vor industriepolitischen Verwerfungen. Dazu gehören die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, außerdem der zunehmende Markt-Protektionismus in unterschiedlichen Weltregionen.

Produktionsverlagerungen und negative Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle können die Folgen sein. Sie würden die Inlandsfertigung laut der Berater um bis zu 32 Prozent schrumpfen lassen.

Höheres Produktionsvolumen – bei Tesla

Im Best Case werden hierzulande im Jahr 2030 sechs Millionen Fahrzeuge produziert; ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem angenommenen Mittelwert. Aber: Das Produktionsvolumen steigt nicht bei den einheimischen Automobilherstellern, sondern nahezu ausschließlich bei Tesla im Werk in Grünheide.

Die deutschen Hersteller planen laut Berylls im Mittelwert kein Wachstum der lokalen Produktion. Zudem sind sie stark abhängig von den Entwicklungen im Premiumsegment.

Konkurrenz aus dem nahen europäischen Ausland

Problematisch für die heimische Industrie sind zudem Hersteller, die sich im nahen europäischen Ausland niederlassen, zum Beispiel BYD in Ungarn. Der chinesische Hersteller wird von dort Europa mit vergleichsweise erschwinglichen Fahrzeugen versorgen. Wünschenswert wäre es aber, wenn in hiesige Produktionsstandorte investiert werden würde – oder wenn neue Hersteller, analog zu Tesla, ihre europäische Produktion in Deutschland ansiedeln.

Die Berater sehen das als Aufgabe einer engagierten Industriepolitik. Ansätze sehen sie beim Entbürokratisieren vieler Prozesse. Als weniger hilfreich schätzen sie dagegen die zeitlich begrenzte Einführung eines Industriestrompreises ein.

Und was passiert im schlimmsten Fall? Das von Berylls prognostizierte Worst Case Szenario, mit einem Produktionsrückgang von 1,7 Millionen Fahrzeugen bis 2030, gemessen am Mittelwert, hätte einen negativen Effekt auf das BIP von 1,6 Prozent. Wirksame Gegenmaßnahmen können die Autohersteller laut Berylls nicht alleine ergreifen.

VDA zieht positive Bilanz für 2023

Die Zahl der in Deutschland produzierten Pkw ist 2023 deutlich gestiegen. Wie der Branchenverband VDA mitteilt, wurden in Deutschland 4,1 Millionen Pkw gebaut. Das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon gingen 3,1 Millionen Pkw in den Export. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs um 17 Prozent.

2023 wurden auf dem deutschen Pkw-Markt insgesamt gut 2,8 Millionen Neufahrzeuge zugelassen, sieben Prozent mehr als 2022. Verglichen mit dem erfolgreichen Jahr 2019 waren es jedoch 21 Prozent weniger Neufahrzeuge.

Und die Elektromobilität? Im Jahresverlauf wurde in Deutschland insgesamt 700.200 Elektro-Pkw neu zugelassen, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei gewannen battereielektrische Autos: Ihr Absatz stieg um elf Prozent, der Markt für Plug-in-Hybride gab um 51 Prozent nach.

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