Die AMAG-Gruppe zeigte sich auch im 3. Quartal trotz anhaltend eingetrübter Wirtschaftsaussichten widerstandsfähig, das EBITDA im 3. Quartal 2024 wurde gegenüber dem Vergleichsquartal 2023 um über 8 Prozent gesteigert. Doch die schwache Konjunktur sowie der Preis- und Mengendruck sind spürbar.
Der Aluminiumspezialist AMAG spürt die verhaltene Konjunktur, kann sich aber behaupten.
(Bild: Pixabay/tianya1223)
Die Umsatzerlöse der AMAG-Gruppe lagen in den ersten drei Quartalen 2024 bei 1.078,7 Mio. Euro (Q1-Q3/2023: 1.142,8 Mio. Euro). Der Gesamtabsatz der AMAG-Gruppe konnte zwar im dritten Quartal 2024 gesteigert werden, insgesamt zeigte sich in den ersten neun Monaten des Jahres mit 323.300 Tonnen aber ein leichter Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (Q1-Q3/2023: 327.700 Tonnen). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug im aktuellen Berichtszeitraum 147,6 Mio. Euro (Vorjahr: 166,0 Mio. Euro).
Positiv verlief sich die Entwicklung im Segment Metall. Dafür verantwortlich sei v. a. eine stabile Produktion in Kanada und positive Bewertungseffekte im Zusammenhang mit Bestandssicherungen. Das Segment Gießen lieferte stabile operative Ergebnissen in allen drei Quartalen, die aufgrund des schwierigen europäischen Umfelds im Automobilbereich unterhalb des Vorjahresniveaus lagen. Die vielfältige Aufstellung im Segment Walzen ermöglichte Produktmixverschiebungen und federte damit die zum Teil schwächelnde Nachfrage aus vielen europäischen Industrien ab.
Verstärkte Investition in Forschung
Dr. Helmut Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der AMAG Austria Metall AG: „Bei einer unverändert verhaltenen Wirtschaftslage in vielen europäischen Ländern ist es uns bislang gut gelungen, durch Verschiebungen im Produktmix und hoher Flexibilität, solide Ergebnisse zu erwirtschaften. Dennoch führt die schwache Industriekonjunktur in Europa zu einem zunehmenden Preis- und Mengendruck in zahlreichen Branchen. Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem klaren Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit. Die Forschungsaufwendungen in den ersten drei Quartalen 2024 wurden erneut gesteigert, um unseren Spezialitätenanteil konstant hoch zu halten.“
Für Investitionen wurden in den ersten drei Quartalen insgesamt 69,0 Mio. Euro ausgegeben (Q1-Q3/2023: 75,4 Mio. Euro).
Die Nettofinanzverschuldung lag per 30. September 2024 bei 384,5 Mio. Euro, nach 364,3 Mio. Euro per Jahresultimo 2023. Das Eigenkapital stieg von 746,3 Mio. Euro per Ende 2023 auf 752,0 Mio. Euro zum aktuellen Quartalsstichtag an. Die Eigenkapitalquote liegt aktuell bei 42,1 Prozent (31. Dezember 2023: 46,1 Prozent).
Ergebnisentwicklung im 3. Quartal 2024
Die Kennzahlen der AMAG-Gruppe bis zum 3. Quartal 2024.
(Bild: AMAG)
Der Gesamtabsatz der AMAG-Gruppe konnte im 3. Quartal 2024 mit 109.100 Tonnen gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal gesteigert werden (Q3/2023: 106.500 Tonnen). Positiv entwickelte sich auch der durchschnittliche Aluminiumpreis: Nach 2.200 USD/Tonne in Q3/2023 zeigte sich in Q3/2024 ein Anstieg auf 2.421 USD/Tonne. Damit einher geht ein Anstieg der Umsatzerlöse auf 370,9 Mio. Euro (Q3/2023: 346,4 Mio. Euro).
Das EBITDA übertraf mit 52,2 Mio. Euro das Vorjahresniveau von 48,2 Mio. Euro. Insbesondere die Anstiege in den Segmenten Metall und Walzen sind für den Ergebniszuwachs der AMAG-Gruppe im 3. Quartal 2024 verantwortlich.
Unter Berücksichtigung der Abschreibungen in Höhe von 22,2 Mio. Euro (Q3/2023: 21,4 Mio. Euro) konnte das EBIT im 3. Quartal 2024 auf 30,0 Mio. Euro gesteigert werden (Q3/2023: 26,8 Mio. Euro). Das Ergebnis nach Ertragsteuern stieg auf 20,9 Mio. Euro an (Q3/2023: 18,7 Mio. Euro).
Ausblick auf das Jahresende ist nicht rosig
Das globale Wirtschaftsumfeld entwickelt sich nach wie vor uneinheitlich. Während in den USA mit einem spürbaren BIP-Wachstum von +2,5 Prozent gerechnet wird, soll die Wirtschaft im Euroraum um nur +0,8 Prozent wachsen. Speziell die schwache Industriekonjunktur drückt das Wirtschaftswachstum. Für Deutschland geht das WIFO-Institut von einer Stagnation aus, die österreichische Wirtschaft soll 2024 um -0,6 Prozent schrumpfen.
Durch die breite Aufstellung der AMAG-Gruppe war es trotz dieses Umfeldes möglich, solide Umsatz- und Ergebniskennzahlen zu erzielen. Die anhaltend schwache europäische Industriekonjunktur macht sich dennoch auch in mehreren Absatzmärkten der AMAG bemerkbar und führt zu einem erhöhten Preis- und Mengendruck.
Gemäß der angeführten Konjunkturprognosen ist davon auszugehen, dass sich die Wirtschaftslage im vierten Quartal 2024 nicht verbessern wird. Damit bleibt auch das Umfeld, speziell in den Segmenten Gießen und Walzen, herausfordernd. Im Segment Metall werden sich die signifikant gestiegenen Tonerdepreise in den nächsten Monaten im Ergebnis bemerkbar machen. Zusätzlich können die weitere Aluminiumpreisentwicklung sowie etwaige Bewertungseffekte das Ergebnis in Q4/2024 spürbar beeinflussen.
Stand: 08.12.2025
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Der AMAG-Vorstand kann auf Basis der getroffenen Annahmen die per Ende Juli 2024 kommunizierte EBITDA-Bandbreite von 160 Mio. Euro bis 180 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2024 bestätigen.